Home Film„Der perfekte Urlaub“ – die Fortsetzung des Erfolgs-Remakes weiß kaum zu belustigen

„Der perfekte Urlaub“ – die Fortsetzung des Erfolgs-Remakes weiß kaum zu belustigen

Autor: Tobi

"Der perfekte Urlaub" Filmplakat (© Constantin Film Distribution GmbH)

Der perfekte Urlaub

Darsteller: Karoline Herfurth, Elyas M’Barek, Jessica Schwarz, Florian David Fitz
Regie: Bora Dagtekin
Dauer: 125 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: constantin.film/kino/der-perfekte-urlaub
Facebook: facebook.com/constantinfilm
Instagram: instagram.com/constantinfilm
Kinostart: 22. Oktober 2026


Sieben Jahre ist es her, dass „Das perfekte Geheimnis“ bei uns zu einem massiven Blockbuster avanvierte. Der Film, in dem sieben Freunde an einem gemeinsamen Abend ihre Smartphone-Kommunikation offenlegen, was zu diversen Komplikationen führt, lockte als gut gelungene Komödie und Spiegel der aktuellen Gesellschaft mehr als fünf Millionen BesucherInnen in die deutschen Kinos, wurde hier zum viertmeistgesehenen Streifen des Jahres 2019 nach „Die Eiskönigin II“, „Der König der Löwen“ und „Avengers: Endgame“. Irgendwie klar, dass dies nach einer Fortsetzung schreit, und so schickt Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin seine nationale Starbesetzung nun ein zweites Mal ins Rennen bzw. in eine vermeintliche Erholung, steht doch „Der perfekte Urlaub“ an.

Diesen wollen sie eigentlich gar nicht zusammen verbringen. Leo (Elyas M’Barek) und Pepe (Florian David Fitz) fliegen in die schicke, abgelegene Villa ihres Kumpels Diego auf Mallorca, um ein paar Tage auszuspannen, wo sie zu ihrer Überraschung auf Simon (Frederick Lau) und Rocco (Wotan Wilke Möhring) treffen. Letzterer scheint als einziger einen wahren Grund zu haben, auf der Insel zu verweilen, will diesen aber nicht so recht verraten und isst einen Zettel des Hotels Playa Romantica lieber auf, anstatt etwas zu verraten. Okay, dann wird das Ganze also zu einem Männerurlaub – oder auch nicht, haben sich doch auch Roccos Frau Eva (Jessica Schwarz) und Leos Gattin Carlotta (Karoline Herfurth) mit Diego in Verbindung gesetzt, und deren ebenfalls geheim gehaltenen Mädelstrip komplettieren Carlottas beste Freundin Maus (Diana Amft) und Evas Teenager-Tochter Sophie (Emily Kusche).

Zur großen Überraschung sind sie nun also alle zusammen in der Villa, was auf Grund der nicht offengelegten Planungen bei den meisten gleich wieder für Misstrauen und angespannte Stimmung sorgt – bis vielleicht auf den partywilligen Lebemann Simon und die ebenfalls sehr offene Maus, die sich diesen dann auch gleich als Flirtziel aussucht. Doof nur, dass selbiger mit Zigarette im Mund an einer Gasflasche herumhantiert und hierbei das Anwesen in die Luft jagt.

Nun müssen sie woanders unterkommen, und ja, es wird das Hotel Playa Romantica. Hier versucht Rocco weiter zu vertuschen, dass er der Vater eines 17-jährigen Animateurs sein könnte, aber der Gentest ist ja bereits in der Auswertung. Natürlich verguckt sich seine Tochter ausgerechnet in diesen Angestellten, und das sorgt nicht für die einzigen ungewöhnlichen Momente im Clubhotel. Carlotta ist immernoch sauer auf Leo wegen seiner damaligen Chat-Affären-Anbahnung und checkt sein Smartphone, wo Nachrichten einer unbekannten Nummer ankommen. Und Pepe kommt nach seinem Outing als Homosexueller noch nicht mit der neuen Situation klar, weiß weder, wie er in der Hetero-Freundestruppe so richtig gesehen wird, noch, wie er in der Öffentlichkeit nun mit Partnersuche umgehen soll. Und Simon bleibt Simon – dessen Ex-Freundin Bianca (Jella Haase) auch noch auftaucht.

"Der perfekte Urlaub" Szenenbild (© Constantin Film Distribution GmbH / Marco Klarhold

v.l.n.r.: Diana Amft (Maus), Karoline Herfurth (Carlotta), Jessica Schwarz (Eva), Florian David Fitz (Pepe), Elyas M’Barek (Leo), Frederick Lau (Simon)
(© Constantin Film Distribution GmbH / Marco Klarhold)

„Das perfekte Geheimnis“ hat 2019 viel Spaß gemacht. Nun handelte es sich hierbei um das Remake des italienischen Kassenschlagers „Perfetti Sconosciuti“ aus dem Jahr 2016, welches mit deutscher Starbesetzung bestens funktionierte. Dass nun hierzulande auf eine Neuadaption noch eigene Fortsetzungen draufgesetzt werden, kommt einem bekannt vor – zog doch auch „Der Vorname“ schon zwei nach sich. Diese allerdings wirkten eher erzwungen und konstruiert als locker und unterhaltsam – und genauso ist es nun auch hier bei „Der perfekte Urlaub“.

Bora Dagtekin, der erneut für Regie und Drehbuch verantwortlich war, baut auf die gleiche namhafte Riege an AkteurInnen, noch ergänzt durch die durchaus frischen Wind bringende Diana Amft als Maus. Etwas mehr Bedeutung bekommt diesmal Emily Kusche als sich in den Animateur verguckende Tochter, die nicht ahnt, dass er ihr Bruder sein könnte – so dass Rocco einschreiten muss, bevor mehr passiert.

Vom Ankommen der eigentlich drei FreundInnen-Portionen auf Mallorca über das dümmliche Abfackeln der Villa und das sehr unlogische Einmieten im weit entfernten Hotel bis zu den teilweise blödsinnigen Szenen dort – „Der perfekte Urlaub“ weiß nur mäßig zu belustigen. Ärgerlich ist sogar, wie sehr hier mal wieder Klischees und Stereotypen bedient werden. Der Club-Klotz wird zur Hochburg deutscher Niveaulosigkeit, der Handtuch-Run auf die Liegen darf nicht fehlen, die Schwulenparty wird in Regenbogen-Badehosen besucht und Dickpics werden versandt – mehrfach wundert man sich, dass der vermutlich nächste Hit im deutschen Kino nicht etwas mehr die zum Glück nicht mehr so platte und akzeptanzschwache Gegenwart spiegelt. Ja, ein paar nette Szenen gibt es auch, wo man hin und wieder sogar etwas schmunzeln kann, sommerliche Stimmung kommt auf und das Ensemble ist natürlich wieder gut, trotzdem ist „Der perfekte Urlaub“ die befürchtete Enttäuschung und sorgt für einiges Kopfschütteln.

Trailer:

Bewertung: 4 von 10 Punkten

 

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