Home Film„Die Ältern“ – Sönke Wortmanns Verfilmung von Jan Weilers Bestseller ist nur limitiert erheiternd

„Die Ältern“ – Sönke Wortmanns Verfilmung von Jan Weilers Bestseller ist nur limitiert erheiternd

Autor: Tobi

"Die Ältern" Filmplakat (© Constantin Film Distribution)

Die Ältern

Darsteller: Sebastian Bezzel, Anna Schudt, Kya-Celina Barucki, Philip Müller
Regie: Sönke Wortmann
Dauer: 104 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: constantin.film/kino/die-aeltern
Facebook: facebook.com/constantinfilm
Instagram: instagram.com/constantinfilm
Kinostart: 12. Februar 2026


Mit „Die Ältern“ startet eine weitere Verfilmung eines Werks des deutschen Bestsellerautors Jan Weiler in unseren Kinos. Mit der Adaption seines 2003er-Debütromans „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ ging es 2009 los, und es folgten „Antonio, ihm schmeckt’s nicht!“ (2016), „Das Pubertier – Der Film“ (2017), „Kühn hat zu tun“ (2019, nur im Fernsehen) sowie „Eingeschlossene Gesellschaft“ (2022), der auf seinem gleichnamigen Hörspiel basierte. Um die 15 weitere Bücher wurden zudem noch veröffentlicht, und da Weilers heitere Aufarbeitung von Erinnerungen und Erlebnissen sowie unserer Gesellschaft gut ankommt, wird „Die Ältern“ sicher nicht die letzte filmische Aufbereitung sein.

Im vierten Band seiner Pubertier-Reihe geht es vor allem um Hannes Wenger (Sebastian Bezzel), der als Familienvater eigentlich fest im Leben steht, bis ihn eine Krise – im Midlife, aber nicht zwingend hierdurch bedingt – aus dem gewohnten Alltag katapultiert. Beruflich war er als Bestsellerautor lange gefragt, seine Karriere hängt nun aber durch, so dass vor allem seine Frau Sara (Anna Schudt) als Richterin für das Einkommen sorgt und er sich im schicken Hamburger Anwesen um den Haushalt kümmert. Hierbei übertreibt er es in Erinnerung an frühere Kindertage mit der Fürsorge etwas, wie ihm die fast 21-jährige Tochter Carla (Kya-Celina Barucki) beim Versuch, ihr ein schönes Frühstück zu bereiten, verdeutlicht, und auch der 17-jährige Nick (Philip Müller) hat kein Interesse am für überzogenen erachteten Engagement des Vaters. Dass die Kinder seine Ansichten veraltet und ihn auch sonst komplett unmodern finden, das wäre ja noch okay, aber dann konfrontiert ihn Sara auch noch damit, ihre Beziehung langweilig zu finden und erst einmal pausieren zu wollen.

Plötzlich fühlt sich Hannes ungefragt, alt und ziemlich alleine, denn Sara zieht mit der anscheinend von Mamas ehelicher Abschottung wenig geschockten Carla in eine Zweier-WG, und der elanfrei durch die Gegend schleichende, am Abitur erschreckend wenig interessierte Teenager Nick hat keinerlei Lust auf Aktivitäten mit dem uncoolen Vater. In Gesprächen mit seinem Agenten Markus (Thomas Loibl), der schriftstellerisch etwas anderes fordert als den nächsten Teil seiner kaum noch jemanden in die Lesungen lockenden „Dunstkreis“-Reihe, gewinnt Hannes zumindest etwas Inspiration, auch im Leben mal etwas anderes zu probieren. Und siehe da, er lernt die Singlefrau Vanessa (Judith Bohle) kennen und verspürt noch einmal etwas wie Aufbruchsstimmung.

"Die Ältern" Szenenbild (© Constantin Film Distribution / Gordon A. Timpen)

Familie Wenger unterm Weihnachtsbaum: Sohn Nick (Philip Müller), Sara (Anna Schudt), Hannes (Sebastian Bezzel) und Tochter Carla (Kya-Celina Barucki) mit Freund Paul (Enzo Brumm).
(© Constantin Film Distribution / Gordon A. Timpen)

Mit „Die Ältern“, für das Weiler mit Robert Gold das Drehbuch schrieb, legt Regisseur Sönke Wortmann eine nächste Komödie vor, die mit Tiefgang gewürzt ist – nur stimmt die Mischung und Aufbereitung diesmal wenig. Die Charaktere, zu denen noch Carlas neuer, bei aller Sympathie mächtig dummer – und somit nicht glaubhaft zu ihr passender – Freund Paul (Enzo Brumm) und Nilam Farooq als überkorrekte Schulleiterin gehören, kommen nicht nur äußerst stereotyp daher, man nimmt dem Film seine Geschichte auch bald schon nicht mehr ab.

Die Eröffnungssequenz mit dem Rückblick ins Jahr 1993 und dem Kurzabriss, wie sich Hannes und Sara verlieben und wie es zu ihrem Umzug in die Hansestadt und zur Familiengründung  kommt, ist noch charmant, dann aber verliert einen der Streifen doch bald. Das schon nicht mehr für viel Aufregung sorgende Zusammensuchen der mit Egal-Haltung stehengelassenen Essensschüsseln in den Zimmern der Kinder oder Hannes‘ einfallsreiches Auftischen von Kohlrabi als angesagtes Trendgemüse – hier fühlt man sich als Elternteil noch im eigenen Dasein ertappt und unterhalten, diese Elemente werden aber rasch weniger, und die Erheiterung auch.

Die Handlung plätschert in der Folge oft vor sich hin und die mit Witz angelegten Momente wirken immer erzwungener – dass Vanessa Hannes‘ Bestseller aus besonderen Gründen toll findet, das könnte man ja noch als simplen Gag akzeptieren, die Einladung zum Liebesspiel mit Bratsche spielendem Ehemann als Zuschauer oder die Szenen mit dem Handtuch im Hallenbad aber sind dann doch reichlich ärgerlich und niveauarm. Dazu passt es dann irgendwie, dass die anscheinend dem Buch entnommenen Erzähleinwürfe oft wenig ansprechend sind, und hiermit stehen sie komplett im Gegensatz zu den erheiternden und intelligenten des kürzlich gestarteten „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, der sehr gut zu unterhalten wusste. Hier ist dem nicht so, kommt Sönke Wortmanns Verfilmung von Jan Weilers Bestseller mit recht plattem Humor doch nur limitiert unterhaltend daher.

Trailer:

Bewertung: 4 von 10 Punkten

 


Verlosung

Meinungen sind ja bekanntlich unterschiedlich – also macht euch selbst ein Bild. Wir verlosen 2×2 Freikarten (in Deutschland einlösbar) für den Film, welche uns kurzfristig hierfür netterweise zur Verfügung gestellt wurden. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist bereits der 15. Februar 2026, damit die digitalen Tickets zum Ausdrucken (oder Online-Einlösen, was bei vielen Kinos auch schon klappt) noch Mitte der Kinostartwoche per E-Mail bei den GewinnerInnen eintreffen. Viel Glück!







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