
Glennkill: Ein Schafskrimi
Darsteller: Hugh Jackman, Nicholas Braun, Nicholas Galitzine, Emma Thompson
Regie: Kyle Balda
Dauer: 109 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: www.GlennkillEinSchafskrimi.de
Instagram: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 14. Mai 2026
Mit ihrem ersten Roman „Glennkill“, der 2005 mit dem Untertitel „Ein Schafskrimi“ erschien, landete die deutsche Autorin Leonie Swann gleich einen Hit, wurden doch mehr als 1,5 Millionen Exemplare alleine in Deutschland verkauft, und das Buch wurde in 30 Sprachen übersetzt. Nach einigem Hin und Her über eine etwaige deutsche Verfilmung, vielleicht als animierter Streifen, liegt nun mit „Glennkill: Ein Schafskrimi“ doch die US-amerikanische Adaption vor, für die Craig Mazin („Scary Movie“ 3 + 4, „Hangover“ 2 + 3, „Chernobyl“, „The Last Of Us“) schon Jahre zuvor am Drehbuch gearbeitet hatte. Die Regie übernahm Kyle Balda, der zuletzt mit „Minions – Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ einen ersten Film alleine inszeniert hatte, vorher bereits „Minions“ und „Ich – Einfach unverbesserlich 3“ zusammen mit Pierre Coffin.
Die Umsetzung nimmt uns mit in ein irisches Dorf, an dessen Rand Schäfer George Hardy (Hugh Jackman) in seinem silbernen Wohnwagen haust, der sich tagsüber liebevoll um seine Schafe kümmert, denen er allen auch Namen gegeben hat, die uns als durchaus passend vorgestellt werden. Wenn es Abend wird, dann liest George seiner Herde immer aus einem Krimi vor, und auch wenn sie interessiert zu lauschen scheint, nimmt der Schäfer an, dass kein Wort verstanden wird.
Als George dann aber plötzlich tot auf dem Rasen liegt, da wird den Schafen schnell klar, dass es sich nicht um das vom Dorfpolizisten Tim Derry (Nicholas Braun) angenommene Herzversagen oder ein sonstiges Unglück handeln kann – sie nehmen Mord an und beginnen auf eigene Faust mit Ermittlungen. Bald kristallisieren sich verschiedene menschliche Verdächtige heraus, nur ist es natürlich nicht so einfach, als tierische ErmittlerInnen hier die richtigen Schritte einzuleiten…

Mopple, Lily & Sebastian
(Mit freundlicher Genehmigung von Amazon MGM Studios © 2026 Amazon Content Services LLC. Alle Rechte vorbehalten.)
Zu Beginn von „Glennkill: Ein Schafskrimi“ muss man sich kurz mit der Animation der Schafe anfreunden, dies gelingt aber rasch und bald schon kann man sich nach dem Ableben des später nur noch in Rückblicken vertretenen, von Hugh Jackman ordentlich gespielten Schäfers auf die Ermittlungen konzentrieren. Diese laufen nach dem typischen Whodunit-Prinzip ab, nur dass die schafigen Spürnasen hier mit den menschlichen Figuren nicht kommunizieren können. Auch wenn wir sie sprechen hören, in der deutschen Version mit Anke Engelke als kluge Lily und Bastian Pastewka als entspannten Mopple, zu den Menschen dringen halt nur tierische Laute durch.
Das Hinstoßen auf Ungereimtheiten fällt dementsprechend schwierig und ganz besonders aus, und hier lassen sich die Schafe so einiges einfallen. Ihre verschiedenen Charaktere, die George zu Beginn schon bei der Erläuterung der Namen anriss, werden immer deutlicher und prägender, aber auch hier gilt, dass Zusammenhalt und Kooperation zum Ziel führen können, wenn alle engagiert mit an einem Strang ziehen, inkl. Einzelgänger Sebastian.
Die durch die überraschenderweise doch verstanden Krimi-Lesungen, die untereinander noch eifrig diskutiert werden, versierten Schafe sind in ihrem Handeln mal geschickt, mal aber werden sie auch von ihren Instinkten eingebremst, zum Beispiel wenn es um das Überqueren einer asphaltierten Straße geht. Das und einiges andere – wie das Vergessen schlechter Erinnerungen auf Befehl, was bei allen außer Mopple funktioniert – ist witzig und bereitet Freude in einem insgesamt schlichtweg netten Streifen.
Hierbei hat man an den Schafen noch weit mehr Freude als den Menschen. Der Dorfpolizist kommt doch etwas zu übertrieben unbeholfen daher, der eigentlich für einen Bericht über ein Fest angereiste Reporter Elliot Matthews (Nicholas Galitzine) wirkt in seiner Art überzogen, und Hong Chau bleibt als Pensionsleiterin Beth Pennock blass. Da bereiten Molly Gordon als Georges Tochter Rebecca und Emma Thompson als Georges Anwältin Lydia Harbottle schon mehr Freude – Anwältin, ja, geht es doch auch um seinen Nachlass.
Der im Vergleich zur Buchvorlage etwas familienfreundlicher angelegte „Glennkill: Ein Schafskrimi“ lässt sich insgesamt gut anschauen, ohne einen vom Hocker zu hauen. Vom Erfolg der Verfilmung wird wohl abhängen, ob auch Leonie Swanns 2010 erschienene Fortsetzung „Garou: Ein Schaf-Thriller“ adaptiert wird.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten

