Home Film “Ein Junge namens Weihnacht” – ein schöner Weihnachtsfilm für die ganze Familie

“Ein Junge namens Weihnacht” – ein schöner Weihnachtsfilm für die ganze Familie

Autor: Tobi

"Ein Junge namens Weihnacht" Filmplakat (© Studiocanal GmbH)

Ein Junge namens Weihnacht

Darsteller: Jim Broadbent, Toby Jones, Sally Hawkins, Michiel Huisman
Regie: Gil Kenan
Spieldauer: 104 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: www.studiocanal.de/kino/a_boy_called_christmas
Facebook: facebook.com/StudiocanalKids


Nachdem letztes Jahr schon keine Weihnachtsfilme auf der großen Leinwand laufen konnten ist es umso schöner, dass dies 2021 wieder möglich ist. Mit “Ein Junge namens Weihnacht” wird uns hierbei fast schon überpünktlich zur kommenden Adventszeit eine mal ganz andere Geschichte über die Herkunft des Weihnachtsmanns beschert, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller-Roman von Matt Haig.

Auch wenn der elfjährige Nikolas (Henry Lawfull) in eher ärmlichen Verhältnissen in einer kleinen Holzhütte mitten in den Wäldern Finnlands aufwächst und ihm als Erinnerung an die verstorbene Mutter nicht viel mehr als eine von ihr aus einer Steckrübe geschnitzte Puppe geblieben ist, verlebt er mit seinem Vater Joel (Michiel Huisman) und der zugelaufenen Maus Miika keine schlechte Zeit. Das ändert sich, als sein Vater mit einem Trupp von anderen Männern aufbricht, um das sagenhafte Dorf “Wichtelgrund” zu finden, denn der niedergeschlagene König (Jim Broadbent) hat die Bevölkerung eindringlich gebeten, die Hoffnung zurückzubringen.

Die extra anreisende Tante Carlotta (Kristen Wiig) soll sich solange um den Jungen kümmern, und diese wirkt nicht nur schlechtgelaunt, sie offenbart sich als veritable Egomanin und behandelt Nikolas wochenlang kaltherzig und fies, nachdem der Vater losgezogen ist. In Verzweiflung und Sehnsucht nach ihm macht sich auch Nikolas auf den Weg in den hohen Norden, wobei ihm eine gefundene alte Karte zumindest etwas die Richtung weist. Im Laufe seiner abenteuerlichen Reise beginnt Miika plötzlich zu sprechen, und Nikolas trifft zudem auf Elfen, Trolle und Wichtel sowie ein fliegendes Rentier, um dann zu sehen, dass Wichtelgrund ganz und gar nicht als Symbol für das Gute auf der Welt taugt.

"Ein Junge namens Weihnacht" Szenenbild (© Studiocanal GmbH)

Nikolas (Henry Lawfull) staunt über den magischen Ort Wichtelgrund, den Väterchen Topo (Toby Jones) und Kleine Nusch (Indica Watson) ihm zeigen. (© Studiocanal GmbH)

Der Oscar®-nominierte Regisseur Gil Kenan (“Monster House”, “Poltergeist”) legt eine phantasievolle Geschichte vor, die anfangs etwas braucht, um Faszination zu entwickeln, dann aber immer besser zu gefallen weiß. Hierbei nutzt er eine gute Rahmenhandlung, in der die nicht zwingend beliebte, alte Tante Ruth (Maggie Smith) auf drei Kinder aufpasst und denen dann die Geschichte von Nikolas erzählt. Das passt irgendwie, denn auch diese drei haben ihre Mutter verloren und lauschen zunächst eher widerwillig, dann aber mehr und mehr gebannt und interessiert ihren Worten, während die Bilder geschickt geschnitten von der Rahmen- in die eigentliche Handlung und zurück übergehen.

Aus der eisigen Weite der finnischen Winterwälder kommt Nikolas schließlich nach Wichtelgrund, welches bildstark und detailverliebt ausgestattet einen farbenfrohen Kontrast zum vorigen, kalten Weiß darstellt. Statt Fröhlichkeit herrscht hier aber hartes Regiment von Mutter Vodol (Sally Hawkins), die als mächtige Zauberin neuerdings freudige Dinge verbietet und verfügt hat, dass Menschen keinen Zutritt mehr haben, seitdem kürzlich ein Wichteljunge von ihnen entführt wurde. Nikolas macht sich mit Hilfe der Wichtel Kleine Nusch (Indica Watson) und Väterchen Topo (Toby Jones) daran, der Wahrheit auf die Spur zu kommen – und diese ist nicht immer leicht zu verdauen.

“Ein Junge namens Weihnacht” birgt einiges an Zauber und in seinem Verlauf auch Spannung, wobei der Humor nicht auf der Strecke bleibt. Die von Sascha Grammel gesprochene Maus Miika wirkt hierbei allerdings nicht immer so witzig wie gewollt. Da ist es doch viel lustiger, wenn eine Elfe (Zoe Coletti), die immer die Wahrheit sagen muss, feststellt, dass sie sich hiermit nicht immer beliebt macht, oder wenn dem verdutzten König aus dem Volk ein gerechteres Gesundheitssystem vorgeschlagen wird. Dass die richtigen Werte hochgehalten werden, muss man ja kaum erwähnen, aber auch dies geschieht auf intelligente Art und Weise. Ein feiner Weihnachtsfilm für die ganze Familie.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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