Home Film„Der Frosch und das Wasser“ – der Roadtrip bildet eine ungewöhnliche Freundschaft

„Der Frosch und das Wasser“ – der Roadtrip bildet eine ungewöhnliche Freundschaft

Autor: Tobi

"Der Frosch und das Wasser" Filmplakat (© Pandora Film)

Der Frosch und das Wasser

Darsteller: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky, Meltem Kaptan
Regie: Thomas Stuber
Dauer: 113 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: www.pandorafilm.de/filme/der-frosch-und-das-wasser.html
Facebook: facebook.com/pandorafilm
Instagram: instagram.com/pandorafilmverleih
Kinostart: 30. April 2026


In seinem neuesten Kinofilm „Der Frosch und das Wasser“ nimmt uns Regisseur Thomas Stuber („In den Gängen“, „Die stillen Trabanten“) mit auf einen ganz besonderen Roadtrip quer durch Deutschland – und darüber hinaus. Los geht es aber in Köln, wo der mit Down-Syndrom geborene, anscheinend stumme Stefan „Buschi“ Busch (Aladdin Detlefsen) in einer betreuten Wohngemeinschaft lebt und sich mal wieder darüber ärgert, dass er, der so von Wasser fasziniert ist, erneut nicht am Schwimmen teilnehmen darf, aber so ist das als Nichtschwimmer eben. In einer Mischung aus Frust und Abenteuerlust setzt er sich dann beim nächsten gemeinsamen Ausflug in die Innenstadt auf der stets belebten Hohenzollernbrücke von seiner Gruppe ab und schließt sich japanischen TouristInnen an, die sich auf einer geführten Rundreise befinden.

Das weiß Buschi zunächst natürlich noch gar nicht, der bald mit im Reisebus sitzt und Köln Richtung Weimar verlässt, während Betreuerin Nicole (Bettina Stucky) verzweifelt ist – weil einer der Schützlinge unter ihrer Betreuung verschwunden ist und weil diese Tatsache natürlich auch der Reputation des Heimes und ihr selbst schaden kann. Also macht sie sich auf, um den in der richtigen Gruppe vermuteten Ausreißer in Weimar einzusammeln.

Dies aber gestaltet sich alles andere als einfach, baut der von einigen, aber nicht allen Mitreisenden kritisch beäugte Zuwachs der japanischen Gruppe doch nach und nach eine besondere, immer freundschaftlicher werdende Beziehung zum ebenfalls stets stillen und zunächst noch distanzierten Hideo Kitamura (Kanji Tsuda) auf. Zusammen lösen sie sich sogar kurzzeitig von den anderen, und so geht die Reise weiter, nach Dresden und Ulm, dann über Schaffhausen sogar in die Schweiz.

"Der Frosch und das Wasser" Szenenbild (© Felix Abraham / Pandora Film)

Hideo Kitamura (Kanji Tsuda) schenkt Buschi (Aladdin Detlefsen, r.) einen Origami-Frosch
(© Felix Abraham / Pandora Film)

Im Roadtrip „Der Frosch und das Wasser“ bildet sich herzerwärmend nach und nach eine Freundschaft zwischen dem im sommerlichen Freizeithemd entflohenen Buschi, der Sprache als Kommunikationsmittel bislang stets abgelehnt hat, und dem fast genauso wortkargen, im schicken Zwirn herumreisenden Japaner, der hinter seiner Sonnenbrille etwas mysteriös wirkt.

Bald stellt sich heraus, dass diese ungewöhnliche Kombination aber gut zusammen passt und jeder der beiden etwas zu finden scheint, was er noch weit mehr vermisst hat als das Erlebnis der Herumreisens an sich. Mit einigen Informationen über die schön anzusehenden Ziele gespickt nimmt uns der Film aber auch reizvoll mit an diverse interessante Orte.

Aladdin Detlefsen, der seit über 20 Jahren als Schauspieler im Ensemble des Bremer Blaumeier-Ateliers aktiv ist, spielt den Buschi ebenso überzeugend wie der erfahrene Kanji Tsuda („Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel„, „Copycat Killer“) den zum Gefährten werdenden Japaner. Bei der Weltpremiere des Films im Rahmen des Tallinn Black Nights Film Festival wurden die beiden als Beste Darsteller ausgezeichnet.

Wenn die anderen AkteurInnen nicht ganz mithalten können, dann liegt dies vor allem auch daran, dass die Geschichte bei aller Feel-Good-Warmherzigkeit an diversen durchaus wichtigen Stellen sehr unrealistisch daher kommt. Natürlich wäre Buschi normalerweise beim ersten Durchzählen vom die Japaner führenden Herrn Auskamp (Cornelius Schwalm) im Reisebus aufgefallen und aus der Gruppe entfernt worden, falls Fahrerin Frau Toprak (Meltem Kaptan) ihn überhaupt reingelassen hätte. Er hätte auch nicht erst im gebuchten Restaurant mitgegessen und für die Abrechnung „eines Menüs zuviel“ gesorgt, und so weiter.

Hier muss man schon ein Auge zudrücken, um den nebenbei auch etwas zu langen Film einfach wohlwollend als das anzunehmen, was er sein soll – eine nette Freundschaftsgeschichte, bei der bald schon verschwimmt, ob hier das Aufeinandertreffen eines Menschen mit Behinderung und einer Gruppe ohne das Thema ist, der Culture Clash zwischen Deutschen und Japanern, die Rundreise oder einfach nur die Menschlichkeit. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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