Home Film„Scarlet“ – im Animefilm gerät eine rachesuchende Prinzessin ins Reich zwischen Leben und Tod

„Scarlet“ – im Animefilm gerät eine rachesuchende Prinzessin ins Reich zwischen Leben und Tod

Autor: Tobi

"Scarlet" Filmplakat (©2025 STUDIO CHIZU)

Scarlet

Animation
Regie: Mamoru Hosoda
Dauer: 111 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: ScarletFilm.de
Facebook: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 24. Februar 2026


Den japanischen Animations-Regisseur Mamoru Hosoda kennt man vor allem für „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“ (2006) und seinen Oscar®-nominierten „Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ aus dem Jahr 2018, produziert vom Studio Chizu, für das er seit 2012 Anime-Streifen inszeniert. Sein neuestes Werk „Scarlet“ spielt zunächst im Mittelalter, wo die titelgebende Prinzessin im Schloss ihres auch vom Volk geliebten Vaters aufwächst. Dann aber muss sie mit ansehen, wie der unschuldige König Amlet wegen Hochverrats hingerichtet wird, und sein fieser Bruder Claudius, der zusammen mit der verschlagenen Frau Gertrude des Königs einen Komplott hierfür ausgeheckt hatte,  steigt auf den Thron, wo er gefürchtet von seinen Untertanen mit harter Hand regiert.

Jahre später ist Scarlet zu einer jungen Frau herangewachsen, verabscheut ihren Onkel nach wie vor und sehnt sich danach, den Tod des Vaters zu rächen. Als sie dies mit Gift versucht, misslingt es aber. Sie selbst stirbt und findet sich – wie sie erst einmal ganz langsam verstehen muss – in der Anderwelt zwischen Leben und Tod wieder, wo man entweder irgendwann zu Staub zerfällt oder doch noch final im ewigen Jenseits landet.

Dort trifft sie auf verschiedene zumeist kampfwillige Individuen, die ebenfalls kürzlich verstorben sind, und zwar nicht alle im Mittelalter. Unter ihnen ist nämlich auch Hijiri, ein Rettungssanitäter aus der Gegenwart, der überzeugt ist, gar nicht tot zu sein. Mit dem sympathischen jungen Mann, der auf Grund seines geleisteten Eids und einer pazifistischen Grundeinstellung nicht nur Verbündete sondern auch Feinde medizinisch versorgt, macht sich Scarlet daran, gemeinsam einen Fluchtweg aus der Anderwelt zu suchen, um doch noch Rache an Claudius nehmen zu können.

"Scarlet" Szenenbild (©2025 STUDIO CHIZU)

(©2025 STUDIO CHIZU)

„Hateshinaki sukāretto“ – übersetzt etwa „endlose Scarlet“ – heißt der Film im Original, vermutlich bezogen auf die zeitübergreifende Handlung, die in der Anderwelt bis ins Jetzt führt. Dies sorgt dann auch dafür, dass zwischen Wolkenkratzern zu einem eingängigen Popsong eine Flashmob-Tanzsszene eingeflochten werden kann – die allerdings ein wenig die Dramatik und Grundproblematik konterkariert und so wirkt, als wolle man hiermit den Streifen für die immer zahlreicher werdenden Fans von Asia-Pop reizvoller machen.

In einigen Grundzügen angelehnt an Shakespeares „Hamlet“ beschert Mamoru Hosoda eine Geschichte über Verrat, Mord und Rache, die mit ihrer finalen Botschaft sicher gut in die heutige, von Kriegen und Konflikten geprägte Zeit passt und auch einige spektakuläre Bilder bereithält, wenn Massen die Tore zur Treppe in die Ewigkeit einzureißen versuchen, Scarlet zu fliegen beginnt oder für Fantasy-Fans auch ein Drache nicht fehlt.

Die durchaus gut gemachte Animation ist zu loben, die wie gezeichnet wirkende Figuren in teilweise fotorealistisch anumtendem Umfeld agieren lässt, und auch die Musik zum Film ist abwechslungsreich, wenn neben mal klassischem, mal asiatisch geprägtem Score und dem erwähnten Gute-Laune-Pop-Ohrwurm „A Celebration Song“ auch eine schöne Ballade wie „Vastness“ oder folklastige Stücke erklingen. Insgesamt lässt sich „Scarlet“ zwar gut anschauen, weiß aber nicht so zu fesseln wie Hosodas oben erwähnte Filme, schöpft das Potenzial einiger Figuren wie Gertrude nicht aus und wirkt manchmal gar etwas zu ambitioniert bzw. überladen.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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