Home Film„Bitteres Fest“ – Almodóvars Alterswerk dreht sich weitgehend im Kreis (mit Gewinnspiel)

„Bitteres Fest“ – Almodóvars Alterswerk dreht sich weitgehend im Kreis (mit Gewinnspiel)

Autor: Mick

Am 29. Oktober 2026 veröffentlichen Studiocanal und PLAION Pictures Pedro Almodóvars „Bitteres Fest“ auf DVD und Blu-ray. Digital wurde der Streifen bereits am 15. Oktober verfügbar gemacht. Wir verlosen ein Exemplar der Blu-ray, welches uns hierfür netterweise zur Verfügung gestellt wurde – siehe unten.

"Bitteres Fest" Blu-ray (© Studiocanal)

Verleih: Studiocanal
Vertrieb: PLAION Pictures
Website: www.arthaus.de/bitteres_fest
Facebook: facebook.com/arthaus und facebook.com/STUDIOCANAL.GERMANY
Instagram: instagram.com/arthaus.de und instagram.com/studiocanal.de
Filmlänge: 111 Minuten
Sprachen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Jetzt bestellen bei Amazon.de


Es ist bei Pedro Almodóvar wie bei so vielen Regie-Ikonen, die im Winter ihrer Karrieren sentimental auf ihr Leben zurückblicken. Schon mit seinem Werk „Leid und Herrlichkeit“ von 2019 ließ der inzwischen 76-jährige spanische Vorzeigeregisseur deutliche autobiografische Tendenzen erkennen, die er jetzt sieben Jahre und ganze drei Filme später in seinem neuen Melodram „Bitteres Fest“ wieder aufgreift. War in „Leid und Herrlichkeit“ noch ein von Antonio Banderas verkörperter Regisseur als eindeutiges Alter Ego des Regisseurs zu identifizieren, so sind auch hier wieder durchaus Parallelen zu seinem Schaffen als Filmemacher auszumachen.

Zunächst einmal lernen wir Elsa (Bárbara Lennie) im Jahr 2004 kennen, deren Regiekarriere gewaltig ins Stocken geraten ist und die inzwischen sogar wenig befriedigend auf den Dreh von Werbespots angewiesen ist. Ein kaum tragbarer Zustand, den die einst gefeierte Kultregisseurin zweier Filme jetzt mit dem Verfassen eines neuen Drehbuchs zu ändern gedenkt. Dass sie gerade von einer Panikattacke inklusive Migräneanfall heimgesucht wird und sowieso schon ein Jahr den Tod ihrer Mutter verarbeitet, trägt da natürlich nicht zur Produktivität bei, sondern ist eher ein Alarmsignal für ihre längst manifestierte depressive Schaffenskrise.

Das dürfte auch für Almodóvar keine unbekannte Erfahrung sein, und seine Elsa in ihrer äußerst schwierigen Phase damit sicher ein erster Spiegel seiner selbst. Den zweiten bildet in der Gegenwart Drehbuchautor Raúl (Leonardo Sbaraglia), der ebenfalls mit einer ausgewachsenen Schreibblockade zu kämpfen hat, wegen der der Fortschritt seines neuen Werks weitgehend stagniert. Bald verstehen wir: Bei Elsas tragischer Geschichte handelt es sich lediglich um den Inhalt seines Skripts, den er gerade mit zähem Ringen in sein Notebook tippt.

"Bitteres Fest" Szenenbild (© El Deseo. Photo by Iglesias Más)

Raúl (Leonardo Sbaraglia)
(© El Deseo. Photo by Iglesias Más)

Zwei Erzählebenen und zwei ähnliche Szenarien, zwischen denen der Regisseur jetzt wild hin und her springt und es uns mit seinen wiederholt neu eingefügten Figuren gar nicht so leicht macht den Überblick zu behalten. Erst folgen wir Elsa und ihrer Freundin Patricia (Victoria Luengo) nach Lanzarote, wo sich beide eine Auszeit von ihrem stressigen Alltag nehmen, denn Patricia kämpft neben ihrer Sorge um Elsa primär mit ihrem Verdacht, von ihrem Mann betrogen zu werden. Und während ihr Elsa beratend zur Seite steht, verarbeitet die sehr zu Patricias Missfallen gleichzeitig deren Schicksal im neuen Drehbuch.

Wir können uns denken, worauf es hinausläuft, wenn Almodóvar sein Spiel mit den Ebenen auf die Spitze treibt, den hochfrequenten Wechsel zwischen ihnen zu sehr ausreizt. Da bleibt es bei weitem nicht beim Realitätsbezug seines eigenen Filmskripts zu der nicht immer leicht von der Hand gehenden Arbeit eines Filmemachers, sondern es stellt sich heraus, dass auch Raúl in sein Drehbuch das Leben seiner Ex-Assistentin Mónica (Aitana Sánchez-Gijón) einfließen lässt, die sich daraufhin ähnlich wie Patricia deutlich dagegen positioniert. Das alles ist zwar auch in seiner Komplexität bestens durchdacht, wirkt aber spätestens mit dem Drehbuch im Drehbuch im Drehbuch reichlich konstruiert und nimmt so den überzeugenden schauspielerischen Leistungen ein wenig den Wind aus den Segeln.

Mit denen nämlich inszeniert der Regisseur seine beiden Episoden trotz weitgehend dunkler Thematik wieder einmal mit gewohnter Leichtigkeit, gibt seinen bunten Szenenbildern auch in der schroffen Vulkanlandschaft Lanzarotes den typischen, attraktiven Almodóvar-Look und lässt zwischen seinen Handlungssträngen bald gekonnt Raúls Realität und Fiktion verschwimmen. Zumindest liefert er damit seinem angestoßenen moralischen Diskurs über künstlerische Aneignung realer Schicksale, der sich hier sowohl Raúl als auch Elsa bedenkenlos bedienen, und die auch ihn retrospektiv gewaltig zu beschäftigen scheint, genügend Nahrung.

Trotzdem dreht sich sein neuer Film mit dem Einfügen von allerlei Nebenfiguren samt verspielter, abschweifender Szenen irgendwann mächtig im Kreis und kommt erst mit der finalen Konfrontation zwischen Raúl und Mónica wieder richtig zur Sache. Damit gerät die zentrale Frage, wie weit Kunst gehen darf, zeitweise zur reinen Nebensache, und Almodóvars autofiktionaler Streifen befindet sich gerade im Vergleich mit seinen herrlich hyperaktiven Frühwerken zeitweise irgendwie im Leerlauf.

Bonus-Material:

Als Extras findet man ein „Making-of ‚Die Schauspieler'“ (13 Min.), ein „Making-of ‚Die Techniker'“ (3 Min.), ein „Behind the Scenes ‚Striptease'“ (3 Min.), ein „Behind the Scenes ‚Fiesta'“ (1 Min.) und den deutschen Trailer.

Trailer:

Bewertung: 5 von 10 Punkten

 


Weitere Spezifikationen:

Phys. Verkaufsstart: 29. Oktober 2026
Digitaler Start: 15. Oktober 2026
Bildformat: 16:9 (2,39:1)
Ton DVD: Dolby Digital 5.1
Ton BD: DTS-HD MA 5.1

(MUCKE UND MEHR ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.)


Verlosung

Wir verlosen ein Exemplar der Blu-ray, welches uns hierfür netterweise zur Verfügung gestellt wurde. Zur Teilnahme einfach das folgende Formular ausfüllen und absenden. Einsendeschluss ist der 15. Dezember 2026. Viel Glück!







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