Home Film “Ben Is Back” – zwischen Mutterliebe und missbrauchtem Vertrauen

“Ben Is Back” – zwischen Mutterliebe und missbrauchtem Vertrauen

Autor: Tobi

"Ben Is Back" Filmplakat (© TOBIS Film GmbH)

Ben Is Back

Darsteller: Julia Roberts, Lucas Hedges, Kathryn Newton, Courtney B. Vance
Regie: Peter Hedges
Dauer: 103 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: tobis.de/film/ben-is-back
Facebook: facebook.com/tobisfilmclub


Nachwuchsschauspieler Lucas Hedges scheint wenig Lust auf einfache Komödien zu haben, oder einfach grandiosen Geschmack. Nachdem er uns bereits in äußerst tiefsinnigen Filmen wie “Manchester By The Sea”, “Lady Bird” und “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” positiv auffiel und damit in einigen der besten Filme der letzten Jahre mitwirkte, zudem für ersteren ja sogar eine Oscar®-Nominierung als “Bester Nebendarsteller” erhielt, spielt er nun in einem weiteren Drama seine erste Hauptrolle. Dass bei “Ben Is Back” ausgerechnet sein Vater Peter Hedges Regie führte, könnte hierbei natürlich geholfen haben, ist aber keinesfalls kritisch zu sehen, da Lucas erneut voll überzeugt.

Wir sehen ihn in der Rolle des 19-jährigen Ben Burns, der völlig überraschend an Heiligabend aus seinem schon länger andauernden Drogenentzug nach Hause kommt, um mit Mutter Holly (Julia Roberts) und der Familie Weihnachten zu feiern, was ihm sein verantwortlicher Arzt auf Grund seiner positiven Entwicklung erlaubt und sogar empfohlen habe, wie er erklärt.

Eben noch auf problemfreie Feiertage eingestellt, weiß Holly trotz aller Wiedersehensfreude und keinesfalls verloren gegangener Liebe nicht so recht, ob sie Ben glauben kann oder nicht. Nur zu gerne möchte sie dies, jedoch hat die Vergangenheit ihr Vertrauen in den Sohn schwer beschädigt, und zudem sind Schwester Ivy (Kathryn Newton) und Hollys Mann Neal (Courtney B. Vance) als Bens Stiefvater mehr als skeptisch.

Auf der anderen Seite spürt Holly, wie wichtig gerade Vertrauen für den geläutert erscheinenden Ben sein könnte, und so investiert sie selbiges und kann die anderen überzeugen, ihm auch eine Chance zu geben … wieder mal. Die folgenden 24 Stunden sollen allerdings alles andere als unkompliziert werden und Holly findet einiges über Bens Vergangenheit heraus.

"Ben Is Back" Szenenbild (© TOBIS Film GmbH)

Lucas Hedges (Ben), Julia Roberts (Holly) – (© TOBIS Film GmbH)

Regisseur Peter Hedges bewies schon mit den Drehbüchern zu “Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa” (1993) und “About A Boy oder: Der Tag der toten Ente” (2002) sein Gespür für gute Erzählungen. Nachdem seine bisher als Regisseur verantworteten Filme “Pieces Of April – Ein Tag mit April Burns” (2003), “Dan – Mitten im Leben!” (2007) und “Das wundersame Leben von Timothy Green” (2012) allesamt trotz ausbleibendem Blockbuster-Status durchaus erfolgreich waren, sollte “Ben Is Back” hieran anknüpfen können.

Wie bereits zu seinen ersten beiden Regiearbeiten schrieb er auch hier das Drehbuch und überzeugt erneut mit einer sensiblen Darstellung problematischer Themen, hier Resozialisierung, Wiedergewinnung von zu Recht verlorenem Vertrauen, unerschütterliche Mutterliebe, Stiefvater-Sohn-Verhältnis – und eben Abhängigkeit und Geheimniskrämerei. Julia Roberts und Lucas Hedges spielen hervorragend und verleihen dem stimmungstechnisch dichten Drama große Authentizität. Keine leichte Kost, aber sehr sehenswert.

Trailer:

Bewertung: 8 von 10 Punkten

 

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