
The Death of Robin Hood
Darsteller: Hugh Jackman, Jodie Comer, Bill Skarsgård, Faith Delaney
Regie: Michael Sarnoski
Dauer: 122 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: dcmstories.com/movie/the-death-of-robin-hood
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Kinostart: 18. Juni 2026
Nachdem der US-amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Michael Sarnoski 2021 mit „Pig“ einen sehr bemerkenswerten und gut gemachten Rache-Thriller als ersten Langfilm vorgelegt hatte, in dem sich Nicolas Cage auf überraschend tiefgründige Suche nach seinem entwendeten Trüffelschwein begab (lies unsere Filmkritik hier), wurde ihm das als Spin-Off gut funktionierende Prequel „A Quiet Place: Tag Eins“ (2024) anvertraut. Mit „The Death of Robin Hood“ folgt nun ein drittes Werk, das er auch wieder nach eigenem Drehbuch inszenierte.
Auch wenn wir Hugh Jackman als mit grauem, langem Vollbart offensichtlich in die Jahre gekommener Titelfigur begegnen, bleibt lange ungewiss, ob wir es hier wirklich mit einer Geschichte über deren Tod zu tun haben oder ob der Filmname metaphorisch gemeint ist. Schließlich wird ziemlich schnell klar, dass Robin Hood hier nicht der legendäre Volksheld ist, von dem man sich erzählt, sondern ein ruchloser Verbrecher, der zusammen mit seinem Verbündeten Little John (Bill Skarsgård) üble Gräueltaten verübt hat.
Diese holen ihn nun immer wieder ein, in Träumen oder auch in Form rachesuchender Angehöriger von Getöteten. Noch aber ist Robin erfahren, trickreich und kampferprobt genug, die Angreifer auszuschalten – so wie zu Beginn des Films, wo er alleine und heruntergekommen in den Bergen hausend aufgespürt wird. Und doch ist er des Lebens irgendwie überdrüssig und legt es sogar darauf an, es zu verlieren, in einer Rettungsmission für die Frau und Tochter Margaret (Faith Delaney) des trotz inzwischen bürgerlicher Existenz unter anderem Namen aufgeflogenen Little John. Hierbei landet Robin dann aber nicht unter der Erde, sondern auf einer abgelegenen Insel in der Obhut von Schwester-Oberin Brigid (Jodie Comer), die ihn – den sie nicht zu erkennen scheint – in ihrem kleinen Kloster wieder aufpeppelt.
Ausgerechnet er, dessen Gottesfurcht schlicht erfunden war, was die teilweise in Rückblicken gezeigten Schreckens-Taten untermauern, ist so angetan von der Fürsorge der Nonne und so erschöpft, dass er reflektierend mit sich selbst hart ins Gericht geht, schwere Reue aufkommt und er ins Zweifeln gerät, wie zumindest sein Scheiden aus dem Leben noch mit Würde vonstatten gehen könnte. Robin, der hier nicht Robin heißt, scheint auf dem Weg zur Erlösung zu sein – bis er auch hier wieder mit der Vergangenheit konfrontiert wird.

Robin (Hugh Jackman) im Wald
(© A24)
Ähnlich wie bei „Pig“ serviert Michael Sarnoski mit „The Death of Robin Hood“ einen sehr atmosphärischen Streifen, der einen vom Start in den Bergen weg mit einer ganz besonderen, ruhigen Stimmung einfängt. Vor allem in der ersten Hälfte sind zwischendurch aber auch immer mal brutale, actionreiche Szenen zu sehen – von Kameramann Pat Scola ebenso gekonnt eingefangen wie die düsteren Momente der Ruhe. Schonungslos hart kommt hier einiges Blutvergießen daher, so dass es fast schon verwunderlich ist, dass der Film von der FSK eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhielt.
Hugh Jackman brilliert in der Rolle als zotteliger, ausgelaugter, fälschlicherweise für einen Volkshelden gehaltener Verbrecher, von dem nur die Erzählungen der Bogenschieß-Klasse zu stimmen scheinen – hier krass verdeutlicht, als er einem fliehenden Jungen aus einiger Entfernung einen Pfeil von hinten durch den Kopf schießt, so dass er im Auge wieder heraus ragt. Ja, ein Streifen für zarte Gemüter liegt ganz sicher nicht vor, und doch besitzt er einige ganz warme, besinnliche Momente später im Kloster, wo Robin mit seinem Gewissen ringt und nicht immer nur unkritisch beobachtet von Schwester Brigid (erneut stark: Jodie Comer) einen friedlichen Tod herbei sehnt.
Aber nicht nur mental holt ihn die Vergangenheit ein, kommt doch auch Margaret hier wieder ins Spiel, gut gespielt von der jungen Faith Delaney – und nicht nur sie hat hier eine Vorgeschichte mit Robin. Das Ganze wird in der zweiten Hälfte ruhiger erzählt, es gelingt Sarnoski aber, niemals Langeweile aufkommen zu lassen, viel zu packend ist sein neuer Streifen inszeniert, viel zu gut gespielt und viel zu interessant als mal ganz andere Sichtweise auf den legendären Robin Hood.
Trailer:
Bewertung: 9 von 10 Punkten

