
Spider-Man: Brand New Day
Darsteller: Tom Holland, Zendaya, Jon Bernthal, Sadie Sink
Regie: Destin Daniel Cretton
Dauer: 145 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.SpiderManBrandNewDay.de
Facebook: facebook.com/SpiderManFilm und facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SpiderManDe und instagram.com/SonyPictures.de
Kinostart: 29. Juli 2026
Nach der überraschend starken Offensive des konkurrierenden DC-Comicuniversums, das vor kurzem mit dem Relaunch seines Vorzeigehelden „Superman“ und vor allem mit dessen rotziger Cousine „Supergirl“ ordentlich punkten konnte, liegt der Ball nun wieder im Feld des Platzhirschs Marvel, schließlich liegt der letzte MCU-Streifen „The Fantastic Four: First Steps“ ganz untypisch schon ein Jahr zurück. Höchste Zeit also, gute vier Jahre nach seinem letzten Abenteuer „Spider-Man: No Way Home“, das trotz Pandemie gigantische knapp 2 Mrd. Dollar einspielte und damit auf Platz 8 der Alltime-Liste liegt, jetzt mit „Spider-Man: Brand New Day“ wieder ihren so populären Spinnenmann ins Rennen zu schicken. Regisseur Destin Daniel Cretton („Schloss aus Glas“, „Just Mercy“), mit seinem „Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“ kein Unbekannter für die Marvel-Studios, übernimmt hier den Staffelstab von Jon Watts, der Spider-Man mit den ersten drei Teilen für das MCU so erfolgreich neu aufstellte, und tritt damit natürlich in reichlich große Fußstapfen, wenn er mit dem ersten Teil einer geplanten Trilogie getreu des Titels einen kompletten Neuansatz verspricht.
Der ist nach dem etwas abgehobenen Multiversum-Spektakel des Vorgängers auch dringend nötig, und Cretton bleibt ihn schon mit seiner Handlung keinesfalls schuldig. Die knüpft zwar nahtlos an den dritten Teil an, wo Peter seine Freunde Ned (Jacob Batalon) und MJ (Zendaya) nur auf Kosten ihrer Erinnerung an ihn retten konnte, vom Start weg aber verläuft seine Fortsetzung ohne Dr. Stranges Zauber-Brimborium sehr viel geradliniger. Sein Spider-Man alias Peter Parker (Tom Holland) nämlich ist inzwischen Fulltime-Verbrechensbekämpfer von Obrigkeits Gnaden auf den Straßen New Yorks, während seine Freunde bei ihrer akademischen Karriere kurz vor dem College-Abschluss stehen.
Doch obwohl er sich mit seinem erfolgreichen Einzelkämpferdasein mittlerweile einigermaßen arrangiert hat, nagt der Verlust seiner Beziehungen, allen voran der zu seiner vormaligen Freundin MJ, täglich an ihm und lässt ihn schließlich auch wieder den Kontakt suchen, so arbeitsreich der Alltag auch aussehen mag. Denn mit dem macht Regisseur Cretton seinen Streifen hier vor seinem emotionalen Intermezzo natürlich auf, wirft uns mit perfekter Animation hinein in Spideys rasante Einsätze, bei denen er stets unterstützt von der Überwachungsbehörde Damage Control die altbekannten Schergen reihenweise zur Strecke bringt. Der Geheimdienst aber meldet plötzlich einen merkwürdigen Hackerangriff, und noch dazu scheint selbst Spider-Man gegenüber einer mysteriösen, gezielt Menschen beeinflussenden Macht hilflos zu sein.

Spider-Man und The Punisher (Jon Bernthal)
(Foto: Jay Maidment © 2026 CTMG. All Rights Reserved. MARVEL and all related character names: © & ™ 2026 MARVEL.)
Und als er kurz darauf obendrein mit Problemen seines High-Tech-Anzugs zu kämpfen hat, die ihn und seine originären Superkräfte vor gewaltige physische Herausforderungen stellen, ist der Drei-Fronten-Krieg perfekt, den das Produktionsteam im neuen Teil für seinen Superhelden vorgesehen hat. Allein jedenfalls ist selbst Spider-Man überfordert, und so haben wir neben der Unterstützung durch den amüsanten Sidekick Frank Castle (Jon Bernthal) bei seinen Hilfegesuchen das Vergnügen unterhaltsamer Auftritte von alten Bekannten wie Black Widow (Florence Pugh) oder Bruce Banner (Mark Ruffalo) alias Hulk, der in der Folge noch eine besondere Rolle spielen soll.
Das alles inszeniert Cretton flott und erfreulich schnörkellos, kommt mit seinen temporeichen Actionsequenzen genauso schnell zur Sache, wie er uns in den feinsinnigeren, nachdenklichen Momenten zur Ruhe kommen lässt. Die nämlich hat er hier bei Peters Kampf mit sich selbst, seinem Superheldendasein und dessen Konsequenzen aus dem letzten Teil durchaus zu bieten und führt Teil vier damit wieder ein wenig zurück zu seinen Comicwurzeln. Dass sein Plot dabei noch einiges mit uns vorhat – fremdgesteuerte Menschen kommen schließlich nicht von ungefähr – versteht sich bei einer Spieldauer von zweieinhalb Stunden fast von selbst, freuen jedoch können wir uns hier über eine fantastische visuelle Umsetzung, die uns mit ihrem Format in den wichtigen Situationen zusätzlich einen unerwarteten Genuss beschert. Der solide „Brand New Day“ ist damit ein in allen Tonlagen stimmiger, kurzweiliger Einstieg in neue Spider-Man-Abenteuer, der uns seinen Helden so traurig präsentiert wie nie zuvor. Vielleicht fällt sein in der Post-Credit-Szene angekündigter, außerirdischer neuer Streich ja wieder fröhlicher aus.
Trailer:
Bewertung: 7 von 10 Punkten



(© Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)
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