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“The Equalizer 3 – The Final Chapter” – ein würdiger Abschluss der Rächer-Trilogie

Autor: Tobi

"The Equalizer 3 - The Final Chapter" Filmplakat (© 2023 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

The Equalizer 3 – The Final Chapter

Darsteller: Denzel Washington, Dakota Fanning, David Denman, Sonia Ben Ammar
Regie: Antoine Fuqua
Dauer: 109 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.Equalizer-Film.de
Facebook: facebook.com/SonyPicturesGermany
Instagram: instagram.com/SonyPictures.de
TikTok: tiktok.com/@SonyPicturesGermany
Kinostart: 31. August 2023


Nachdem Regisseur Antoine Fuqua uns 2014 in “The Equalizer” sehr unterhaltsam Denzel Washington als ehemaligen DIA-Agenten Robert McCall vorstellte, der als einsamer Kämpfer für die Gerechtigkeit in Boston gegen Polizei-Korruption und die mit Prostituierten brutal umspringende Russenmafia – daher auch mit kurzem Abstecher nach Moskau – vorging, und hiermit über 190 Millionen US-Dollar an den Kinokassen eingespielt werden konnten, legte das erfolgreiche Gespann 2018 nicht ganz überraschend “The Equalizer 2” vor, welcher bei fast identischem Ergebnis an den Kinokassen selbige ebenfalls ordentlich klingeln ließ.

Diesmal widmete sich McCall als Lyft-Fahrer nicht nur dem Transport seiner Kundschaft, sondern als Rächer der Hilflosen diversen Anliegen, ob es um die Peinigung eines Vergewaltigers ging oder um einen Holocaust-Überlebenden auf der Suche nach einem verschwundenen Gemälde seiner verstorbenen Schwester – und als zwar gegenüber den Bösen der Gewalt zugeneigter, aber doch im Herzen äußerst gutartiger Mensch kümmerte er sich auch noch um den auf die schiefe Bahn geratenden Nachbarsjungen. Teilweise kamen noch besondere Einsätze hinzu, für die er mit Infos seiner ehemaligen Chefin Susan Plummer versorgt wurde, wie das Aufspüren eines entführten Mädchens in Istanbul. Als dann selbige einstige Lieblingskollegin in Brüssel ermordet wurde, durfte dies auch nicht ungesühnt bleiben.

Mit McCall sollte man sich also lieber nicht anlegen – was im dritten und letzten Teil “The Equalizer 3 – The Final Chapter”, den erneut Antoine Fuqua inszeniert hat, erneut deutlich gemacht wird. In Boston ist die Handlung allerdings diesmal nicht angesiedelt, nimmt und stattdessen mit nach Italien. Den Einstieg bildet ein sizilianisches Weingut mit schickem Haupthaus, das von seinem heim kommenden Besitzer durchschritten wird, wobei Leichen seinen Weg säumen – und zwar übel zugerichtet. Im Keller sitzt McCall zwischen zwei doch noch überlebenden Angestellten, die jeweils einen Pistolenlauf auf ihn richten, und erklärt kurz sein Anliegen, bevor er trotz seiner anscheinend misslichen Lage allesamt ins Jenseits befördert – und zwar so brutal und explizit gezeigt, dass man sich durchaus über die FSK-16-Freigabe des Streifens wundern darf.

Warum McCall zugeschlagen hat wird dann deutlich, als er die völlig überraschte, noch junge CIA-Agentin Emma Collins (Dakota Fanning) in den USA anruft und ihr die Position des Weinguts durchgibt mit dem Hinweis, dass hier einiges von Interesse zu finden sei. Als sie mit einem Team dort aufschlägt, gibt es tatsächlich nicht nur blutüberströmte Leichen zu entdecken, sondern auch massive Drogenfunde, die darauf schließen lassen, dass syrische Terroristen den europäischen Markt mit ihren Pillen überschwemmen wollen, um vermutlich genug Geld für diverse Anschläge auf die westliche Welt einzufahren.

Warum McCall in Italien ist und warum er gerade Collins mit seinen Informationen versorgt, wird erst spät im Film verdeutlicht und haut einen als Auflösung nicht komplett vom Hocker. Viel unterhaltsamer ist es dann allerdings, als Robert, der am Ende seines Sizilien-Einsatzes von einem Jungen angeschossen wurde, sich mit einer Fähre noch auf das italienische Festland rettet, wo er dann irgendwann zusammenbricht und beim Arzt Enzo (Remo Girone) wieder aufwacht. In den Küstenort Altamonte hat es ihn verschlagen, und nachdem ihm der warmherzig kümmernde Dottore nicht nur das Leben gerettet, sondern ihn auch wieder etwas aufgepäppelt hat, findet Roberto, wie er sich hier passend nennt, Gefallen am von Herzlichkeit und Freude geprägten Leben im wunderschönen Ort.

Dass es jedoch auch hier nicht nur Frieden gibt, bekommt er bald mit, als er eine auf Motorrädern unüberhörbare Präsenz zeigende Bande an Schutzgelderpressern um den fiesen Marco (Andrea Dodero) beobachtet – äußerlich ganz in Ruhe, innerlich aber doch bitter erbost, vor allem als ein Fischhändler auf Grund einer Zahlungsverzögerung verprügelt und seine Existenz fast vernichtet wird. Während ihm die beim täglichen Teegenuss kennengelernte Café-Kellnerin Aminah (Gaia Scodellaro) die schönen Seiten des Städtchens und seiner Bewohner zeigt, beginnt McCall damit, sich die Übeltäter vorzuknöpfen, hinter denen die italienische Mafia steckt, in nahegelegenen Neapel von Marcos Bruder Vincent (Andrea Scarduzio) geführt.

"The Equalizer 3 - The Final Chapter" Szenenbild (Photo by: Stefano Montesi © 2023 CTMG, Inc. All Rights Reserved.)

(Photo by: Stefano Montesi © 2023 CTMG, Inc. All Rights Reserved.)

Mit “The Equalizer 3 – The Final Chapter” legt Regisseur Antoine Fuqua einen soliden Abschluss der Trilogie vor, bei dem er sich mal wieder auf Denzel Washington verlassen kann, der die Rolle des Robert McCall auch diesmal überzeugend ausfüllt. Mit Dakota Fanning kommt ein bekanntes Gesicht hinzu, wobei die gesamte Riege der in Italien angesiedelten Charaktere von Remo Girone als Enzo über Andrea Scarduzio als Café-Bekanntschaft bis zur sehr glaubwürdig verschlagen dreinschauenden Mafia-Riege bestens besetzt wurde.

Ebenso wie das Ganze diesmal mit etwas mehr schwarzem Humor ausgestaltet wurde ist die Härte der blutigen Szenen noch gesteigert worden – vermutlich auch weil Filme a la “John Wick: Kapitel 4” untermauert haben, dass brutales Popcorn-Action-Kino zu den Gewinnern der Nach-Pandemie-Kino-Wiederentdeckung gehört. Eine FSK-18-Einstufung wie bei diesem Streifen hätte uns auch hier nicht gewundert, im Gegenteil, wie oben bereits erwähnt überrascht eher die Freigabe ab 16.

“The Equalizer 3 – The Final Chapter” profitiert nicht nur von einem tollen Denzel Washington, der die ruhigen Szenen mit mimisch starker Präsenz ausfüllt und dem die Rolle als angeschlagener Rekonvaleszent auch sicherstellt, keine zu wilde Action vollziehen zu müssen. Auch die Drehorte in Italien lassen sich bestens anschauen, vor allem der wunderschöne, vom Fels hinab bis zur Küste reichende, vor Charme fast berstende Ort der Haupthandlung, der hier mit dem erfundenen Namen Altamonte ausgestattet wurde – gedreht in den kleinen Gemeinden Atrani und Minori südlich von Neapel an der Amalfiküste.

So ist das dritte und zumindest momentan verkündet letzte Kapitel von “The Equalizer” ein würdiger Abschluss der Trilogie, der gut unterhält und niemals langweilig wird. Und auch wenn Selbstjustiz und Brutalitäten natürlich nicht gutgeheißen werden sollen – hier trifft es schon die Richtigen, da passt der trotz alle Härte auch diesmal wieder sehr sympathisch daher kommende Roberto als Kämpfer für Gerechtigkeit genau auf.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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