
The Furious
Darsteller: Xie Miao, Joe Taslim, Yang Enyou, Brian Le
Regie: Kenji Tanigaki
Dauer: 113 Minuten
FSK: freigegeben ab 18 Jahren
Website: www.capelight.de/the-furious
Facebook: facebook.com/capelightpictures
Instagram: instagram.com/capelight_pictures
Kinostart: 18. Juni 2026
Im Actionkino Hongkongs ist der 1970 geborene Japaner Kenji Tanigaki schon lange kein Unbekannter mehr und hat sich auch außerhalb Asiens einen Namen gemacht, als der einstige Stuntman u.a. für „Blade II“ und „City of Darkness“ die Stunts koordinierte. Seinen Durchbruch erlebte er dann als Actionverantwortlicher und -choreograph für die vier „Rurouni Kenshin“-Manga-Realverfilmungen. Als Regisseur hat sich Tanigaki bislang noch eher zurück gehalten und mit „Master of Thunder“ (auch bekannt als „Legend of Seven Monks“) 2006 und „Enter the Fat Dragon“ 2020 erst zwei Filme vorgelegt. Wie bei den meisten seiner Arbeiten standen hier vor allem Martial-Arts-Kämpfe im Fokus – so wie nun auch bei seiner dritten Inszenierung „The Furious“.
Als in einer Großstadt in Südost-Asien die Investigativ-Journalistin Matia (Jeeja Yanin) dem Kinderverschlepper-Syndikat des ruchlosen Paklung (Joey Iwanaga) auf die Schliche kommt, wird sie von ihrem daheim gebliebenen Mann Navin (Joe Taslim) noch gebeten, besser wieder nach Hause zu kommen und sich nicht in Gefahr zu begeben. Dies tut sie nicht und wird beim Versuch, einem Kind zur Hilfe zu kommen, nach einem Kampf selbst gefangen genommen.
Ein paar Monate später wird die junge Rainy (Yang Enyou) auf offener Straße von Verbrechern entführt, vor den Augen ihres verzweifelten Vaters Wang Wei (Xie Miao), der den Entführern noch barfuß mutig hinterher rennt, sie aber verliert. Da die Polizei dank Korruption wenig an der Aufklärung des Vorfalls interessiert scheint, macht der Handwerker sich eigenhändig auf, die Vermisste zu suchen. Eher unerwartet findet er hierbei einen Partner und Gleichgesinnten im Judo-erfahrenen Navin, der seine verschwundene Frau nun selbst vor Ort sucht.
Bald schon müssen beide erkennen, dass sie sich mit einer skrupellosen, großen Organisation anlegen, aber getrieben von der Hoffnung, ihre Geliebten zu retten, und vom Durst nach Rache für erlittene Qualen verdrängen die Männer alle Ängste und Skrupel und räumen schlagkräftig in den Reihen der Gangster auf, wobei sie sich ihren Zielen langsam nähern.

Wang Wei (Xie Miao)
(© 2025 EDKO FILMS LIMITED.)
„The Furious“ kommt wahrlich furios daher, hier geht es aber mehr um die furiose, sie zu Kampfmaschinen machende Wut der beiden Männer, mit denen man sich sofort identifizieren kann – wenn auch nicht mit ihren Methoden. Kenji Tanigaki, der als kleiner Fun Fact 1999 mal die Action in der deutschen Fernsehserie „SK Kölsch“ koordinierte, beschert einen mit kompromissloser Brutalität nicht geizenden und daher von der FSK völlig zu Recht ab 18 Jahren erst freigegebenen Reißer, der sehr gut choreografierte Martial-Arts-Action verabreicht.
Dies geschieht allerdings fast zwei Stunden in Dauerschleife und trotz aller ansehnlichen Kämpfe dank anscheinender Unausschaltbarkeit jenseits jeglicher Glaubwürdigkeit, was den zunächst durchaus packenden Streifen irgendwann etwas erschöpfend wirken lässt. Etwas mehr Straffung wäre hier gut gewesen.
Ansonsten aber liegt ein sehr ansprechender Action-Knaller vor, bei dem der chinesische Martial-Arts-Star Xie Miao („Master der Shaolin“) und der indonesische Ex-Judoka Joe Taslim („The Raid“, „Fast & Furious 6“) ebenso alles geben wie Brian Le („Everything Everywhere All At Once“) und Yayan Ruhian (ebenfalls „The Raid“) als Ho und Tak, zwei schlagkräftige, ranghohe Angehörige des Gangstersyndikats – und die junge Yang Enyou spielt ebenfalls gut.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

