Home Fun & Events “Mozart!” in Hamburg (2001)

“Mozart!” in Hamburg (2001)

Autor: Tobi

"Mozart!" - Das Musical

Geschichte des Musicals

>> Details zum Musical

Kritik zur Vorstellung am 28. Dezember 2001

Theater und Anfahrt


Details zum Musical
(Stand: 2001)

(© Mozart! - Das Musical)

(© Mozart! – Das Musical)

Die Story

MOZART! – DAS MUSICAL erzählt die Lebensgeschichte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) auf neue, unkonventionelle Art. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein genialer Künstler und leidenschaftlicher Mensch. Hin- und hergerissen zwischen der erdrückenden Fürsorge des Vaters, den gesellschaftlichen Erwartungen und der Liebe zur lebenslustigen Constanze versucht Mozart, seinen eigenen Weg zu finden.
Der Versuch, sich aus den gegebenen Zwängen zu befreien, entwickelt sich für Mozart zum unüberwindbaren Konflikt. Haben ihn doch sein Vater und eine staunende Welt zum Inbegriff kindlicher Vollkommenheit erklärt. Das putzige Porzellankind, das er angeblich ist, verfolgt den Erwachsenen Wolfgang wie ein Schatten.

MOZART! – DAS MUSICAL zeigt zwei Charaktere: den Menschen Wolfgang und das Genie Amadé. Der kleine Amadé ist im Leben des erwachsenen Mozart allgegenwärtig, wenn auch nur er selbst und das Publikum ihn sehen können. Der Wunderknabe komponiert ununterbrochen, meist über einen Stoß Notenpapier gebeugt, auch wenn der Erwachsene Wolfgang gerade Karten spielt, trinkt, liebt oder träumt.
Sylvester Levay läßt Amadé und seine Musik unangetastet. Wann immer das Genie Mozart, verkörpert durch das “Porzellankind”, sich ans Klavier setzt, hören wir zitatweise originalgetreue Mozartmusik.

Die Musik

Sylvester Levay, Sohn ungarischer Eltern (Vater: Schriftsteller; Mutter: Musikprofessorin), wurde am 16. Mai 1945 in Subotica geboren. Dort begann er mit acht Jahren nebenbei seine Ausbildung an der Musikschule. Mit 15 gewann er seinen ersten Kompositionswettbewerb. Von 1962 bis 1972 arbeitete er mit verschiedenen Orchestern in ganz Europa zusammen. 1972 kam er als Pianist, Arrangeur, Komponist und Dirigent nach München. Er arbeitete zusammen mit Udo Jürgens, Katja Ebstein, Penny McLean, Gitte Haenning und vielen anderen. In dieser Zeit traf er auf Michael Kunze. Zusammen produzierten sie Welthits wie “Fly Robin Fly”, “Get up and Boogie” (Silver Conventions) und “Lady Bump” (Penny McLean). Es folgten diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten. Für “Fly Robin Fly” erhalten Levay und Kunze die höchste Musikauszeichnung Amerikas – den Grammy.Zwischen 1977 und 1980 komponierte und produzierte Levay für folgende Künstler: Elton John, Donna Summer, Herbie Man und Sister Sledge. Er dirigiert und orchestriert alle seine Werke selbst und beherrscht verschiedene Instrumente wie Klavier, Saxophon, Klarinette, Querflöte, Orgel. Die darauffolgenden zwanzig Jahre lebte Sylvester Levay in Hollywood und konzentrierte sich auf das Komponieren von Filmmusik. Er arbeitete mit Größen wie Michael Douglas, Charlie Sheen, George Lucas, Sylvester Stallone, Whoopie Goldberg, Peter O’Toole und Steven Spielberg. Sylvester Levay komponierte für über 100 amerikanische Spielfilm- und Fernsehproduktionen die Musik. Ebenso wurde er Mitglied der National Academy of Recording Arts Sciences (NARAS) und der Academy of Television Arts & Sciences (ATAS). An den amerikanischen Universitäten UCLA und USC hielt er Vorlesungen über Filmkomposition. Für deutsche Fernsehproduktionen schrieb er die Musik unter anderem für den “Goldenen Löwen”, “Deutschen Fernsehpreis” und den “Bambi”.
Der Kontakt zu Michael Kunze brach nicht ab. Seit den 90er Jahren widmete sich das kreative Team einem neuen Genre: dem Musical. “Hexen hexen” wurde im Sommer 1990 in einer Open Air Aufführung in Heilbronn mit großem Erfolg gespielt. Die zweite Musical-Produktion hatte 1992 im Theater an der Wien unter Regie von Harry Kupfer Weltpremiere: “Elisabeth” ist das erfolgreichste deutschsprachige Musical aller Zeiten. In Österreich, Japan (Osaka und Tokio), Ungarn (Szeged und Budapest), Schweden und Holland sahen bisher über zwei Millionen Zuschauer das Stück über die legendäre österreichische Kaiserin. Und seit Anfang 2001 ist es auch in Deutschland mit großem Erfolg zu sehen. Mit MOZART! – DAS MUSICAL setzte Sylvester Levay seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Michael Kunze (Idee, Buch, Liedtexte), Harry Kupfer (Regie) und Hans Schavernoch (Bühnenbild) fort. Zur Zeit arbeitet er mit Michael Kunze an einem neuen Musicalprojekt “Rebecca” von Daphne du Maurier.
Heute lebt Sylvester Levay in München, Wien und Los Angeles, ist seit 25 Jahren mit seiner Frau Monika verheiratet und hat eine Tochter, Alice, und einen Sohn, Sylvester

Der Text

Michael Kunze wurde am 9. November 1943 in Prag geboren und ist in München aufgewachsen. Nach einem mit Promotion abgeschlossenen Studium der Rechte begann er Ende der 60er Jahre als Liedertexter zu arbeiten. Seine Erfolge machten ihn bald zu einem der gesuchtesten Songwriter Deutschlands. Er schrieb zahlreiche deutsche und internationale Tophits und produzierte internationale Pop-Interpreten wie Silver Convention, Herbie Man, Julio Iglesias, Gilbert Bécaud und Sister Sledge. Zusammen mit seinem Freund und Mitarbeiter Sylvester Levay erhielt er als erster Deutscher einen Grammy für seine Produktion “Fly, Robin, Fly”, die Platz eins der US-Charts erreichte. Zahlreiche andere internationale Auszeichnungen und 73 Gold- und Platinschallplatten zeugen von diesem Abschnitt seiner Karriere. Auf dem Scheitelpunkt seines Erfolges zog er sich aus der Pop-Branche zurück, um Bücher zu schreiben. Sein Werk “Straße ins Feuer” wurde ein Bestseller in Deutschland und erschien u.a. in England, den USA, Brasilien und Japan. Die renommierte New York Times widmete der englischsprachigen Ausgabe “Highroad to the Stake” zwei Seiten in ihrem Book Review Supplement.
In den 80er Jahren rückte das Musical in den Mittelpunkt von Michael Kunzes Aktivitäten. Seine gelungenen und erfolgreichen deutschen Versionen der Werke von Andrew Lloyd Webber, Stephen Sondheim und anderen machten ihn bald zu einem der wichtigsten Repräsentanten des deutschsprachigen Musicals. Das durch diese Zusammenarbeit mit den Erfolgreichsten der Branche gewonnene Know-How setzt er seit Beginn der 90er Jahre dazu ein, eigene Musicals zu schreiben. Mit Sylvester Levay enstanden “Hexen hexen” (Open Air Aufführung Juni bis August 1990), “Elisabeth” (Wien, Osaka, Szeged, Budapest, Karlstadt, Tokio, Scheveningen, Essen) und “MOZART! – DAS MUSICAL” (Wien, Hamburg ab 21.09.2001). Sein Werk “TANZ DER VAMPIRE” schuf er in enger Zusammenarbeit mit dem Regisseur Roman Polanski und dem US-Komponisten Jim Steinman.
Michael Kunze lebt in New York und München. Er ist Mitglied der deutschen Dramatikerunion und der amerikanischen Dramatists Guild, Inc.

Der Regisseur

Nach dem Studium der Theaterwissenschaft in Leipzig debütierte Harry Kupfer 1958 in Halle mit Dvoráks “Rusalka” und übernahm anschließend am Theater in Stralsund die Leitung des Opernensembles. 1962 wurde Harry Kupfer Oberspielleiter in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), 1966 Operndirektor des Deutschen Nationaltheaters Weimar. 1972 übernahm Harry Kupfer als Operndirektor und Chefregisseur die künstlerische Leitung der Staatsoper Dresden. 1981 wird er als Chefregisseur an die Komische Oper Berlin berufen. Inszenierungen u.a.: Wagners “Meistersinger von Nürnberg”, Aribert Reimanns “Lear” und Händels “Giustino” (Erstaufführungen), Siegfried Matthus’ “Judith” (Uraufführung), “Boris Godunow” (in der Originalinstrumentation), Glucks “Orpheus und Eurydike”, “Carmen – eine Version”, Offenbachs “Hoffmanns Erzählungen”, “Julius Caesar in Ägypten” von Händel und “Die Fledermaus” von Johann Strauß. Hervorzuheben ist der von “Idomeneo” bis zur “Zauberflöte” reichende und unter einem übergreifenden Konzept stehende Mozart-Zyklus. Harry Kupfer ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg und Professor an der Berliner Musikhochschule. Auf der nunmehr über 175 Arbeiten umfassenden Werkliste Harry Kupfers stehen Inszenierungen in Graz, Kopenhagen, Amsterdam, Cardiff, London, Wien, Salzburg, San Francisco, Moskau, Zürich, Frankfurt, Köln, Mannheim, Stuttgart, München, Hamburg und an der Berliner Staatsoper. Die Inszenierungen von “Der fliegende Holländer” (1978) und “Der Ring des Nibelungen” (1988) bei den Bayreuther Festspielen wurden weltweit diskutierte Theaterereignisse. Eine Inszenierung des gesamten “Ring des Nibelungen” an der Berliner Staatsoper hat er 1996 beendet. Im März 1999 inszenierte Harry Kupfer an der Berliner Staatsoper “Tannhäuser”, an der Komischen Oper erarbeitete er in jener Spielzeit noch eine Neuinszenierung der “Zauberflöte” (Premiere: 20. Juni 1999). Im April diesen Jahres feierte seine Inszenierung des “Fliegenden Holländers” an der Staatsoper Premiere. Damit wurde der zehn Opern umfassende Wagner-Zyklus vollendet (Dirigent: Daniel Barenboim, Regie: Harry Kupfer, Bühnenbild: Hans Schavernoch). In der kommenden Saison wird der gesamte Zyklus an der Staatsoper zur Aufführung gebracht.
1992 führte Harry Kupfer das Musical “Elisabeth” im Theater an der Wien zum großen Erfolg der Uraufführung und setzte mit MOZART! – DAS MUSICAL seine Arbeit mit Sylvester Levay und Michael Kunze fort. Auch in der Hamburger Inszenierung von MOZART! führt Harry Kupfer Regie.

Aufwand

Die Bühne
Die Bühne ist 375 qm groß, hat einen Durchmesser von 14 Metern. Die drei Bühnen (Haupt- und beide Seitenbühnen, inkl. Unterbühnen) umfassen rund 1500 qm. Die Höhe von der Unterbühne bis zum Dach beträgt 33 Meter. 10 überdimensionale Klaviertasten sind in die Drehbühne eingearbeitet und mit 200 Meter Fiberglasschlauch umrahmt, der in verschiedenen Farben leuchten kann. Die Tasten lassen sich bis zu drei Meter in die Höhe und Tiefe fahren. Drei Schneemaschinen sorgen für eine winterliche Atmosphäre.

Die Beleuchtung
361 konventionelle Scheinwerfer mit 60 automatischen Farbwechslern sorgen für die Grundausleuchtung. Rund 600 Sterne im Vorbühnenbereich werden mit UV-Licht animiert. 1024 Regelkreise steuern bei jeder Vorstellung 516 Scheinwerfer, 600 Dimmer, Neonröhren, Fotoblitze, Farbwechsler und Effektgeräte. 350 Lichtstimmungen während jeder Show.

Die Bühnentechnik
Zehn Meter hohe Spiegel rechts und links von der Bühne verändern das Bild. Knapp 300 Cues pro Show (Einsatz-Kommandos an die Technik) werden vom Stage-Manager aus einem Regieraum an der Zuschauerraumrückseite gegeben. 34 Elektro- und 20 Handkonterzüge müssen bedient werden, um das Bühnenbild zu verändern. Schwerste Requisite ist ein 2,5-Tonnen-Wohnmobil, das als Kulisse auf die Bühne geschoben werden muss. Ein riesiger Totenkopf wird per Fernsteuerung auf die Bühne gefahren. 40 Prospekte werden während der Show als Dekoration auf die Bühne heruntergelassen. 5 schwarze Vorhänge werden für verdeckte Umbauten benutzt. Der Schnürboden befindet sich ca. 12 Meter über dem Bühnenboden. Pro Show arbeiten ein Bühnenmeister und 9 Techniker. Insgesamt umfasst die technische Abteilung ca. 20 Mitarbeiter. Fünf Techniker sind auf dem Schnürboden beschäftigt. Ein umfassender “Bühnencheck” erfolgt vor jeder Show.

Die Maske
Über 250 Mitarbeiter arbeiten im Backstage-Bereich. 270 Perücken werden in jeweils 50-Stunden-Arbeit geknüpft. 150 kommen bei jeder Show zum Einsatz, darunter 75 Zentimeter hohe Rokokko-Perücken und die mit Dreadlocks frisierte Mozart-Frisur. 300 maßgeschneiderte Kostüme und über 100 Hüte werden in jeder Show verwendet. Dazu gehören aufwendige 1,20 Meter breite Rokokko-Kleider. Alle Kostümteile werden in der hauseigenen Werkstatt in bis zu 100-Stunden-Arbeit pro Teil gefertigt. Die Ankleider benötigen zum Teil nur 20 Sekunden für einen der insgesamt 239 Umzüge.

Das Ensemble

Im Orchester spielen 28 Musiker (zum Vergleich: in einem Sinfonieorchester musizieren 50 Künstler). 29 Darsteller und 5 Statisten stehen pro Vorstellung auf der Bühne (insgesamt umfasst das Ensemble rund 40 Mitglieder).

Hauptrollen:
Wolfgang Mozart: Yngve Gasoy-Romdal
Amadé: Antonia, Franziska, Lisa, Maike, Martha, Jannick, Jannik, Sarah und Vera
Leopold Mozart: Ethan Freeman
Hieronymus Colloredo: Felix Martin
Constanze Weber: Maricel
Nannerl Mozart: Marta Helmin
Baronin von Waldstätten: Angelika Milster

…plus: Fritz Schmid, Dennis Kozeluh, Aleksander di Capri, Nicole Berendsen, Anja Taube, Petra Weidenbach, Birgit Nath, Ulrich Talle, Eberhard Neitzel, Karin Westfal, Ulrich Allroggen, André Bauer, Kathleen Bauer, Claudia Beeler, Fernand Delosch, Marion Furtner, Christoph Goetten, Thomas Harke, Kasper Holmboe, Cornelia Kaderli, Jessica Kessler, Birte Holmboe, Diana Köhler, Sören Kruse, Valerie Link, Christopher Morandi, Michael Nicholson, Max Niemeyer, Stefan Reil, Martina Rumpf, Mariano Skroce, Isabel Vaughan, Stefan Voigt, Daniela Wildprad.

Related Articles