Home MusikAlbum-RezensionenI Want Poetry bescheren auf ihrem dritten Album leichter zugänglichen Synthiepop (mit Gewinnspiel)

I Want Poetry bescheren auf ihrem dritten Album leichter zugänglichen Synthiepop (mit Gewinnspiel)

Autor: Tobi

I Want Poetry "Future Selves"

I Want Poetry

„Future Selves“

(Album, recordJet, 2026)

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Nachdem I Want Poetry einen mit den mal träumerisch hypnotischen und mal experimentelleren Stücken ihres Debütalbums „Human Touch“ (lies unsere Rezension hier) 2020 in besondere Atmosphären entführten, setzten sie den eingeschlagenen Weg 2023 mit ihrem zweiten Longplayer „Solace + Light“ (hier geht’s zur Besprechung) zwar fort, schraubten den experimentellen Anteil hier aber bereits zurück. Auf ihrem dritten Longplayer „Future Selves“ nun bewegen sie sich noch weiter in Richtung leichter zugänglichem Mainstream-Synthiepop.

I Want Poetry (© Sandra Ludewig)

(© Sandra Ludewig)

Sängerin/Songwriterin Tine von Bergen und Pianist/Komponist/Klangbastler Till Moritz Moll servieren zehn neue Songs auf knappen 30 Minuten, die sich alles in allem wieder gut anhören lassen als warm klingende, melodische Indie-Synthiepop-Stücke – insgesamt aber tanzbarer und nur noch selten getragener oder mal deutlich melancholisch geprägt wie einst.

Das Duo aus Dresden hat den Anteil von Ambient und Neoklassik weiter herunter geschraubt und wirkt mehr Richtung Mainstream ausgerichtet, was bereits der schwungvolle, bewegungsfördernde, durchaus gute Titelsong als Opener andeutet. Von einer utopischen Welt von morgen erzählen die beiden auf der neuen Scheibe, und dies in modernen Klängen von heute, was auch das folgende, nicht ganz so druckvoll daher kommende „Child“ verdeutlicht.

Das folgende „No Is A Full Sentence“ – nicht zwingend eine aufregende Nummer, sondern eher die langweiligste der Scheibe – nährt die Befürchtung, dass das Duo sich mehr in die Gleichförmigkeit begeben könnte und das Besondere abgestreift hat, was I Want Poetry einst ausgemacht hat und irgendwie auch den Bandnamen rechtfertigt.

Dem ist aber dann doch nicht so, folgt als viertes Stück mit „Apology“ eine ruhiger basierte, mit Piano weit mehr auf Schönheit und Atmosphäre setzende Dream-Pop-Nummer, bei der Tine ihre stimmlichen Qualitäten auch mehr auszuspielen weiß. Das anschließende „Futurevision“ bewegt sich träumerisch mit Sphären in eine ähnliche, hier sehr gerne gehörte Richtung.

Mit „Blue“ kehren I Want Poetry dann zurück in die eher gewöhnliche Synthiepop-Schiene, wobei sie es generell schon immer noch verstehen, den Songs mit Wärme und verträumten Elementen ihren Stempel aufzudrücken, was auch für das gut abgroovende, tanzbare „Supersize World“ gilt.

„Mirrors of the Sky“ kommt wieder sphärischer daher, allerdings ohne Tanzbarkeit komplett einzubüßen, was ein ganz interessantes Klangbild ergibt. Mit „Tomorrow’s Girl“ folgt dann noch ein kleines Zwischenspiel, bevor „Backyard Astronauts“ die insgesamt recht kurz ausgefallene Scheibe wieder pumpender und mehr auf Tanzbarkeit getrimmt abschließt.

Songs wie dieser erinnern etwas an Goldfrapp, ohne allerdings deren Klasse zu erreichen. Eine weitergeführte Öffnung zum Mainstream kann man der Band nicht verdenken, nachdem „Light“ vor drei Jahren auch international Interesse geweckt hatte, aber es ist schon wichtig, dass I Want Poetry ihre träumerischen, auch mal ruhigen Momente nicht verlieren. Hier bekommen sie das noch ganz gut hin und die Scheibe lässt sich insgesamt in jedem Fall gut durchhören, nur an Besonderheit wurde einiges eingebüßt.

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Bewertung: 6 von 10 Punkten

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