Home MusikAlbum-RezensionenMadsen überzeugen wieder mit ihrem sympathischen, abwechslungsreichen Rock

Madsen überzeugen wieder mit ihrem sympathischen, abwechslungsreichen Rock

Autor: Tobi


Madsen "Smile"

Madsen

„Smile“

(CD, Goodbye Logik Records, 2026)

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Nachdem man Madsen ja sowieso schon dafür kannte, dass sie abwechslungsreiche, melodische Rocksongs liefern, mit denen sie sympathisch aus dem Leben erzählen, erreichten die Jungs mit ihrem 2023er-Album „Hollywood“ (lies unsere Rezension hier), auf dem sie sich noch eingängiger und hymnenhafter präsentierten, erstmals die Spitze der deutschen Albumcharts.

Dies gelang ihnen mit der ersten Scheibe auf ihrem neugegründeten, bandeigenen Label Goodbye Logik Records ganz sicher auch, weil die namensgebenden Brüder Sebastian (Gesang, Gitarre), Johannes (Gitarre) und Sascha (Drums) Madsen zusammen mit Bassist Niko Maurer über viele Jahre in unzähligen tollen Live-Shows neue Fans in ihren Bann zu ziehen vermochten. Nun bieten sie mit „Smile“ ihr – wenn man „Die Weihnachtsplatte“ aus 2024 nicht mitrechnet – zehntes Studioalbum. Lies hier auch unser Interview mit Madsen zum neuen Album!

Madsen (© Ingo Pertramer)

(© Ingo Pertramer)

Madsen bieten zwölf neue Songs auf 46 Minuten, die absolut typisch für sie sind und doch auch Überraschungen bieten – eben weil auch diese immer wieder mal verabreicht werden. Der gut abrockende Titeltrack „Smile“ eröffnet das neue Album schmissig mit der Bitte, auch in schwierigen Zeiten das Lächeln nicht nur nicht zu vergessen, sondern eigentlich zur Dauerlösung zu machen – „zu jeder Zeit an jedem Ort“.

Für erste Diskussionen unter den Fans würde dann „Achterbahn“ sicher sorgen, wäre die Nummer dauerhaft so elektronisch und poppig wie in der Strophe, da es im Refrain aber kraftvoll rockig zugeht und das Tempo dann sogar noch Richtung Punk angezogen wird, freut man sich einfach über den Abwechslungsreichtum.

Im Midtempo schlägt „Neue Erinnerungen“ dann vor, den Koffer zu packen und raus zu kommen, um vom Alltag Abstand zu nehmen. Aber nicht nur räumlich soll man den Hintern hochkriegen, um sich dann an schöne Tage erinnern zu können, sondern auch übertragen auf Mitmenschen, die man treffen sollte, um Zuversicht zu tanken.

Madsen brauchen wieder nicht lange, um einen mit ihren gewohnt sympathischen Texten einzufangen, und die von der Band selbst produzierten und von Moritz Enders (u.a. Casper, Kraftklub, Ideal) gemischten Stücke gehen oft auch ins Ohr. Zudem besitzen einige auch Madsen-typische, hymnische Refrains, die zum gemeinsamen Mitsingen anregen, wie beim sehr beschwingt die Trennung einer von vorne herein zum Scheitern verurteilten Beziehung besingenden, mit zusätzlichen Streichern bereicherten „Hasta La Vista Baby“, beim erwähnten Opener „Smile“ oder bei „Auf die Barrikaden“.

Selbiges ist als Auflug in den HipHop die zweite Überraschung, als Hommage an die frühen Beastie Boys aber auch mit Gitarrenriffs gewürzt, und für die Liebe statt Ausgrenzungen und Hass fordernde Nummer wurde auch ein Kinderchor ins Studio geholt.

Im klanglich entspannt an die Red Hot Chili Peppers angelehnten, schönen „Pass auf dich auf“ bitten Madsen um Vorsicht im Leben, was genauso gut zu einem geliebten Partner passt wie zu heranwachsenden Kindern, um die man sich sorgt. Was sie dann sicher nicht als Antwort bekommen möchten, ist „I Don’t Give A Fuck“, welches sie etwas später als Mixtur aus getragener Strophe und brachialem Refrain einem erst in die Ohren schmeicheln und dann mitreißend um sie herum hauen. Hier geht es aber ja um fiese Dinge, die man sich manchmal im Leben anhören muss – und die man dann am besten genau so kraftvoll wegwischt, anstatt traurig zu werden.

Mit viel Schmiss erinnern sich die Jungs in „1995“ an ihre Teenager-Tage und knüpfen mit „Love Is A Killer, Pt. 2“ an ihren Song aus 2012 an, wo sie tagesgenau ihre Probleme auflisten, bis das Wochenende dann auch gefühlstechnisch wieder etwas Entspannung bringt – mit einer tollen, längeren Instrumentalpassage in der zweiten Hälfte, am Ende vom Refrain abgerundet. Mit viel Hoffnung auf Gutes, was wir als Menschen erreichen können, kommt „Jeder Berg bewegt sich“ dann daher, bevor „Ein Licht“ ein weiteres gelungenes Madsen-Album mit verzerrtem Gesang und Glauben an eine Partnerschaft abschließt.

Hier sind Madsen live zu erleben, was sich immer lohnt:

05.06. Hamburg – Stadtpark (Releaseshow)
06.06. Braunschweig – Lokpark Open Air
12.06. AT-Dornbirn – Conrad Sohm Kultursommer
13.06. AT-Nickelsdorf – Nova Rock Festival (Festivalauftritt)
10.07. Würzburg – Kulturtage auf Gut Wöllried
11.07. L-Koerich – BEAUTIFUL DECAY Festival (Festivalauftritt)
17.07. Bremen – Seebühne
18.07. Haunetal – Haune Rock (Festivalauftritt)
24.07. Chemnitz – Wasserschloss Klaffenbach
25.07. Hamm – kAPEllE30SOMMA (Festivalauftritt)
01.08. CH-Zürich – Dynamo
02.08. Freiburg – Zelt-Musik-Festival
28.08. Koblenz – Festung Ehrenbreitstein
29.08. Creuzburg – Burg Creuzburg
25.09. Ulm – Roxy
26.09. München – Tonhalle
02.10. Leipzig – Haus Auensee
03.10. Rostock – Moya
09.10. Nürnberg – Löwensaal
10.10. Berlin – Tempodrom
16.10. Stuttgart – Longhorn
17.10. Saarbrücken – Garage
30.10. Lingen – Emsland Arena
31.10. Köln – Palladium
13.11. Hannover – Swiss Life Hall
14.11. Wiesbaden – Schlachthof

www.madsenmusik.de
facebook.com/Madsenmusik
instagram.com/madsen_official

Bewertung: 8 von 10 Punkten


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