Home MusikAlbum-RezensionenDeep Purple rocken auch auf ihrem 24. Studioalbum abwechslungsreich und überzeugend

Deep Purple rocken auch auf ihrem 24. Studioalbum abwechslungsreich und überzeugend

Autor: Tobi

Deep Purple "SPLAT!"

Deep Purple

„SPLAT!“

(CD, earMUSIC, 2026)

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Während sich viele der schon lange musizierenden Formationen darauf beschränken, mit alten Songs durch die Lande zu tingeln und so immer wieder Gelder einzuspielen, ruhen sich Deep Purple ganz und gar nicht auf ihrem Mythos aus. Auch im 58. Jahr ihrer langen Karriere präsentieren die Hard-Rocker mit „SPLAT!“ wieder ein Album mit neuen eigenen Stücken, und wie schon zuletzt auf „Whoosh!“ (2020) und „=1“ (2024) sowie der zwischengeschobenen Coverscheibe „Turning To Crime“ (2021) zeigen sich Deep Purple spielfreudig und einfallsreich.

Dies beschert ihnen ja auch weitere Erfolge, landeten die – mit allem Respekt – alten Herren mit „Now What?!“ (2013), „Infinite“ (2017), „Whoosh!“ und „=1“, also ihren vier letzten Alben mit eigenen Songs, jeweils auf Platz 1 der deutschen Charts, und „Whoosh!“ brachte ihnen in Großbritannien mit Rang 4 zudem die beste Platzierung seit 1974 ein.

Deep Purple (© Olaf Heine)

(© Olaf Heine)

Auf den 52 Minuten von „SPLAT!“, das wieder in zahlreichen Formaten inkl. Amazon- und JPC-exklusiver Editionen erhältlich ist, bieten Ian Gillan (Gesang), Simon McBride (Gitarre), Roger Glover (Bass), Don Airey (Keyboards) und Ian Paice (Drums) als sogenanntes Mark-IX-Line-Up der Band 13 Songs – und auch dies zeigt, dass sie sich hier nicht zu vielleicht neun oder zehn neuen Songs mühen mussten, sie haben offensichtlich bzw. vielmehr offenhörbar weiter richtig viel Spaß am Musizieren und von ihrer Kreativität nichts eingebüßt.

Die erneut mit dem renommierten Produzenten Bob Ezrin aufgenommene und zwischen Tradition und Moderne gut klingende Scheibe wird mit dem flott abrockenden „Arrogant Boy“ fulminant eröffnet, ruhig angehen wollen Deep Purple hier also nichts und erzählen von Billy, der nicht lesen und schreiben kann, der Elite aber die Stirn bietet.

Mit dem im Midtempo ebenso bluesig wie psychedelisch als Kopfnicker groovenden „Diablo“ folgt eine weitere Vorabsingle, die musikalisch durchaus aufregend arrangiert dazu anhalten soll, auch mal Risiken im Leben einzugehen – mit Keith Urban als Special Guest an der zweiten Gitarre.

Mit „The Rider“ und „Sacred Land“ gibt es weitere getragener angerichtete Stücke, mit „The Lunatic“ und „Scriblin‘ Gib’rish“ energetischer abrockende Nummern, und sehr oft geben sich Strophe und Refrain hier die Klinke in die Hand mit fein ausgearbeiteten Solo-Passagen oder auch Fokus-Hin-und-Her-Reichereien unter den Musikern, die allesamt wieder ihre Klasse unter Beweis zu stellen wissen. Besonders prägend ist hierbei neben der Hammond-Orgel von Don Airey das starke, facettenreiche Gitarrenspiel des im Vergleich noch jüngeren Simon McBride, der im Line-Up vor „=1“ den aus persönlichen Gründen ausgeschiedenen Steve Morse ersetzte und nun wahrlich Akzente setzt. Und klar, auch die Stimme von Ian Gillan ist nicht wegzudenken und sorgt weiter für Wiedererkennung und Klasse.

Natürlich fehlt die starke Vorabsingle „Guilt Trippin'“ nicht, in der sich Gott und Charles Darwin auf einen Drink im Pub treffen und darüber austauschen, dass die Menschheit sich auf der Erde nicht so entwickelt hat wie geplant – mit Schreien von Gillan und mal feinem Pianospiel statt Orgel gewürzt.

„The Only Horse In Town“ ist ein amtlicher Kopfnicker, „The Beating Of Wings“ und das bluesige „Third Call“ kommen ruhiger abgroovend daher, während „Jessica’s Bra“ und „My New Movie“ das Tempo nochmal gut anziehen. Abschließend dröhnt der Titelsong „Splat!“ mit Schwere ins Ohr, die bei uns aber längst zur Leichtigkeit geworden ist im Wissen, dass Deep Purple weiterhin so gute Alben zu veröffentlichen wissen.

Auch zur neuen Scheibe sind Deep Purple im Rahmen einer weltweiten Tournee wieder live zu erleben – und nach einigen Open-Air-Konzerten im Juni und Juli kann man sie im Oktober und November auch überdacht noch bei uns erleben:

13.07.26 CH-Montreux, Montreux Jazz Festival
19.07.26 München, Tollwood Festival
05.10.26 A-Wien, Stadthalle
16.10.26 CH-Zürich, Hallenstadion
31.10.26 Leipzig, Quaterback Immobilien Arena
01.11.26 Hamburg, Sporthalle
03.11.26 Dortmund, Westfalenhalle
04.11.26 Berlin, Uber Arena
06.11.26 Frankfurt, Festhalle
07.11.26 Nürnberg, PSD Bank Arena

www.deeppurple.com
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instagram.com/deeppurple_official

Bewertung: 8 von 10 Punkten

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