
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Darsteller: Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth, Eve Hewson
Regie: Steven Spielberg
Dauer: 145 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.upig.de/micro/disclosure-day-der-tag-der-wahrheit
Facebook: facebook.com/UniversalPicturesDE
Instagram: instagram.com/universalpicturesde
Kinostart: 10. Juni 2026
Das Thema Aliens treibt Regie-Ikone Steven Spielberg schon seit seinen Frühwerken „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (1977) und „E.T. – Der Außerirdische“ (1982) um, die sich beide um die Landung von UFOs auf der Erde und den Umgang der Menschen damit drehen. Inspiriert von einem Zeitungsartikel der New York Times über das UFO-Programm des Pentagons nimmt der Altmeister jetzt mit seinem neuen Werk „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ seine alte Faszination wieder auf und wirft einen kritischen Blick auf den umstrittenen Umgang der US-Regierung mit ihren Alien-Daten, die tatsächlich seit Jahrzehnten sorgfältig unter Verschluss gehalten werden.
Und das kann für ihn und seinen bereits in diversen Kooperationen bewährten Drehbuchautor David Koepp („Jurassic Park“, „Krieg der Welten“) nur einen einzigen Grund haben: Das Verteidigungsministerium hat hier definitiv einiges zu verbergen. Das klingt im ersten Moment ein wenig verschwörungstheoretisch, mit einem Teil seiner Einlassungen zum Kinostart des Films jedoch bringt das Duo auf jeden Fall ein treffendes Argument vor: Allein die Geheimniskrämerei der US-Regierung bereitet letztendlich den Boden für eventuelle Verschwörungstheorien. Im neuen Streifen aber sind die Bösewichte vordergründig die Mitarbeiter des privaten Sicherheitsunternehmens WARDEX, allen voran Chef Scanlon (Colin Firth), die sich im Auftrag der Regierung um die Behandlung von Alien-Phänomenen kümmern. Kümmern heißt hier zunächst einmal, Jagd auf den Whistleblower aus den eigenen Reihen Daniel (Josh O’Connor) zu machen, der nicht nur äußerst aussagekräftiges Bildmaterial sondern auch noch ein mächtiges extraterrestrisches Werkzeug in seinen Besitz gebracht hat.
Während er mit Freundin Jane (Eve Hewson) den Schergen fürs Erste, von Spielberg erwartungsgemäß ungemein rasant in Szene gesetzt, entkommen kann, hat gleichzeitig im fernen Kansas City Wettermoderatorin Margaret (Emily Blunt) ein mysteriöses Erweckungserlebnis der dritten Art, als sie plötzlich unkontrolliert fließend in allerlei Fremdsprachen parliert und noch dazu unerklärlich in die Köpfe ihrer Mitmenschen gucken kann. Da wird dann ihr live im Fernsehen in merkwürdigen Klicklauten vorgetragener Wetterbericht nachvollziehbar zum großen Aufreger und rückt auch sie sofort in den Fokus von WARDEX-Boss Scanlon.

Colman Domingo als Hugo Wakefield, Tommy Martinez als Santiago, Emily Blunt als Margaret Fairchild und Josh O’Connor als Dr. Daniel Kellner
(© Universal Studios. All Rights Reserved.)
Damit sind jetzt schon zwei auf der Flucht vor der undurchsichtigen Macht und stellen sich schon bald unterstützt von einer Widerstandsgruppe ehemaliger WARDEX-Leute rund um Hugo (Colman Domingo) vereint gegen den obskuren Konzern. Wieder einmal erweist sich Spielberg hier als wahrer Meister des Timings beim Spannungsaufbau, wenn Fiesling Scanlon bei der Verfolgung der beiden selbst vor dem Gebrauch beeinflussender Alien-Tools nicht zurückschreckt und wir durch Daniels entwendete Filme fast beiläufig von einstigen üblen Außerirdischen-Behandlungsmethoden seitens der Regierung erfahren – Mutmaßung oder gar Unterstellung des Regisseurs anlässlich der Geheimhaltung?
Fest verteilt jedenfalls sind so schon früh die Rollen von Gut und Böse, und die Existenz von Außerirdischen stellt für Spielberg genauso wie in seinen früheren Filmen keineswegs nur eine Hypothese sondern vielmehr eine reine Tatsache dar, von der der inzwischen 79-Jährige fest überzeugt zu sein scheint. Denn Margaret und Daniel sind von den friedliebenden und empathischen Wesen gezielt als Kommunikationsmedien auserwählt worden um endlich eine harmonische Koexistenz der beiden Spezies zu erreichen, der ein Großteil der menschlichen Entscheidungsträger seit jeher durch dunkle Machenschaften und gezielte Desinformation im Wege steht.
Überhaupt scheint Spielberg im Herbst seines Lebens seine Religiosität zu entdecken, lässt er die Ex-Nonne Jane sich mit ihrem Glauben gegen Scanlons Fernbeeinflussung stellen, und ist auch sonst sein mit einer Menge, auch durch John Williams‘ Soundtrack auffällig unterstütztes, Pathos vorgetragenes Postulat christlichen Zusammenlebens kaum zu übersehen. Daneben aber bietet sein plausibel aufgebauter, unheimlich spannender Alienfilm vor allem atemberaubende Action, mit der er uns auf seinem Kurs zur großen Enthüllung trotz einiger Längen bestens unterhält, auch wenn er vom emotionalen Level früherer Meisterwerke wie dem Vorgänger „Die Fabelmans“ doch ein gutes Stück entfernt ist.
Trailer:
Bewertung: 7 von 10 Punkten


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