
Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern
Darsteller: Sandra Bullock, Nicole Kidman, Joey King, Lee Pace
Regie: Susanne Bier
Dauer: 130 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/practical-magic-2
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Kinostart: 10. September 2026
Mit „Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern“ präsentiert die dänische Regisseurin Susanne Bier, die für „In einer besseren Welt“ (2010) den Oscar® in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ mit nach Hause nehmen konnte, eine nicht nur späte, sondern auch eher unerwartete Fortsetzung. Satte 28 Jahre ist es her, dass der auf dem Roman „Im Hexenhaus“ von Alice Hoffman basierende Film „Zauberhafte Schwestern“ (Buch wie Adaption im Original „Practical Magic“) in die Kinos kam und hier zwar mehr als sein Budget einspielte, von einem wirklichen Erfolg aber war das Ganze weit entfernt. Die Kritiken waren ebenso durchwachsen, das Zusammenspiel der Hauptdarstellerinnen Sandra Bullock und Nicole Kidman aber wusste doch zu gefallen und irgendwie entwickelte der Streifen als Genremix aus Hexerei-Fantasy, Drama und RomCom über die Jahre eine Art kleinen Kultstatus. Dieser und die Tatsachen, dass Hoffman 2021 mit dem „Book of Magic“ einen Fortsetzungs-Roman folgen ließ und dass Bullock sowie Kidman immernoch gerne gesehen werden, ist nun Grundlage genug gewesen, die Geschichte auch filmisch weiterzuerzählen.
Doch schauen wir erst einmal zurück. Im Streifen aus dem Jahr 1988 erfuhren wir, dass die in Massachusetts ansässige Owens-Familie schon drei Jahrhunderte unter einem Fluch zu leiden hatte. Dieser war einst 1690 von Maria Owens verhängt worden, die als Hexe zum Tode verurteilt wurde, ihrer Exekution aber entkommen konnte. Da der Vater ihres ungeborenen Kindes sie nicht aus ihrer Verbannung auf eine Insel befreite, stellte sie sicher, sich nie wieder verlieben zu können, indem sie sich mit einem Fluch belegte. Selbiger wurde dann gemeinsam mit der Gabe zur Zauberei nicht nur an ihr Kind weitergegeben, sondern auch an folgende Generationen – und jeder Mann starb, in den sich eine der weiblichen Nachkommen tief verliebte. Zu diesen gehörten dann knappe 300 Jahre später die energetische, gerne mal über die Stränge schlagende und auch mit lockeren Männergeschichten nicht geizende Gillian Owens (Nicole Kidman) und ihre weit angepasster und ruhiger lebende Schwester Sally (Sandra Bullock). Letztere heiratete schließlich nach einem Liebeszauber ihrer Tanten Bridget „Jet“ (Dianne Wiest) und Frances „Franny“ Owens (Stockard Channing) und bekam mit Kylie und Antonia zwei Töchter, ihr Mann aber verstarb. Der Fluch war also immer noch aktiv – doch am Ende von „Zauberhafte Schwestern“ schien er besiegt und Sallys Liebe zum Ermittler Gary musste nicht im Drama enden.
Der Beginn von „Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern“ macht uns dann aber klar, dass man sich zu früh mit den Owens-Ladies gefreut hatte, denn Sally steht in einem Rückblick mit ihren noch jungen Töchtern dann doch am Grab von Gary. Hiervon desillusioniert sagt sich Sally von der Zauberei los nach einem letzten Hexenspruch, der ihre Mädels von Magie fernhalten soll, womit dann vielleicht auch der Fluch nicht zum Tragen kommen würde.
Zwei Jahrzehnte später sind aus den Töchtern junge Damen geworden, und auch hier gibt es eine flippigere mit Kylie (Joey King) und eine zurückhaltender lebende mit der Krankenschwester Antonia (Maisie Williams). Zum Geburtstag von Jet kommen sie alle zusammen, und da diese weiß, dass ihr Tod bevorsteht, hinterlässt sie Franny einen Hinweis zu einem gerade erst entdeckten Buch, in dem steht, wie man Marias alten Fluch beenden kann – allerdings versiegelt. Auf der Totenwache für Jet lernen Sally und Gillian dann Kylies Freund Gideon (Xolo Maridueña) kennen – und kurz nachdem diese ihm dann erstmals sagt, dass sie ihn liebe, hat er einen Unfall und fällt ins Koma.

Nicole Kidman als Gillian Owens und Sandra Bullock als Sally Owens
(© 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved)
Die verzweifelte Kylie will von ihrer Mutter wissen, ob die Gerüchte über Magie und den Fluch stimmen, die ihr und Antonia zu Ohren gekommen sind, und Sally beichtet, dass sie den Mädels hier einiges verheimlicht hatte. Fortan setzt Kylie alles daran, den Fluch zu brechen und Gideon so vielleicht doch noch zu retten, indem sie mit dem ominösen Buch des Raben ihren Visionen folgend nach England abhaut. Sally und Gillian reisen hinterher und versuchen auch mit Hilfe des Magie-Experten Ian Wright (Lee Pace), eine Lösung für die ausufernde Sache zu finden – hier, im Geburtsort von Maria.
Die späte Fortsetzung „Practical Magic 2 – Zauberhafte Schwestern“ weiß insgesamt solide zu unterhalten mit ihrem Mix aus Fantasy, Komödie, Romanze, Drama und einem Hauch an Spannung. Dafür, dass die Handlung weit geradliniger angelegt ist als im Vorgänger, ist sie allerdings deutlich zu lang geraten und hat einige Momente, die man gut hätte straffen können – sowie erneut einige, die sich in ihrer Logik nicht so richtig erschließen. Gegen Ende hin verhält sich das Ganze dann etwas zu vorhersehbar, und auch die emotionalen Momente wissen einen nicht immer zu bewegen, wohingegen das Beschwören des familiären Zusammenhalts gut funktioniert.
Das Ensemble um die routiniert agierenden Sandra Bullock und Nicole Kidman, die sich bekanntlich dank des Owen-Zaubers optisch straff und recht faltenfei gehalten haben, spielt aber anständig und lässt sich gut anschauen, mit den erfrischend auftretenden Joey King und Maisie Williams als Töchtern und Dianne Wiest sowie Stockard Channing in ihren alten Tantenrollen. Alles in allem liegt eine Fortsetzung vor, die man nicht zwingend gebraucht hätte, die sich aber schmerzfrei anschauen lässt an einem Abend, an dem leichte Unterhaltung mit etwas Magie gefragt ist.
Trailer:
Bewertung: 6 von 10 Punkten

