Home Film„The Uprising – Für die Freiheit“ – atmosphärisches Drama über den englischen Bauernaufstand

„The Uprising – Für die Freiheit“ – atmosphärisches Drama über den englischen Bauernaufstand

Autor: Mick

"The Uprising – Für die Freiheit" Filmplakat (© LEONINE Studios)

The Uprising – Für die Freiheit

Darsteller: Andrew Garfield, Jamie Bell, Woody Norman, Katherine Waterston
Regie: Paul Greengrass
Dauer: 127 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Facebook: facebook.com/LEONINEStudios
Instagram: instagram.com/leoninestudios
Kinostart: 10. September 2026


Die Idee zu seinem neuen Historiendrama „The Uprising – Für die Freiheit“, mit dem Paul Greengrass („Bourne“-Trilogie, „Captain Phillips“) einen intensiven Blick auf den englischen Bauernaufstand von 1381 wirft, kam dem Regisseur nach eigenen Angaben während der Restriktionen der Corona-Pandemie. Verwunderlich genug, dass dieses so einschneidende geschichtliche Ereignis bis dato noch nicht Gegenstand einer Verfilmung wurde. Noch erstaunlicher jedoch sind die tatsächlich nicht von der Hand zu weisenden Parallelen zwischen den fast 640 Jahre auseinander liegenden Epochen, mit denen Greengrass hier wirklich einen Punkt für seinen Vergleich hat, als hätte die Menschheit seitdem rein gar nichts dazugelernt, wo doch allgemein immer behauptet wird, Geschichte wiederholt sich nicht.

Leider aber zeigt sich auch hier wie so oft das Gegenteil, wenn das ohnehin schon hart getroffene einfache Volk von der Regierung zusätzlich belastet wird. Die Situation allerdings ist 1381 um einiges dramatischer, als die inzwischen einigermaßen eingedämmte Pest in England etwa 40 Prozent der Bevölkerung dahingerafft hat. Ein hartes Brot vor allem für die Bauern, die oft wie der Ploughman (Andrew Garfield) ihre ganze Familie verloren haben und nun bei der Bewirtschaftung ihrer Felder weder ein noch aus wissen. Das entgeht auch den Steuereintreibern der Krone nicht, reißt der Wegfall der Arbeitskräfte und die dadurch karge Ernte im feudalen System doch regelmäßig große Löcher in die Staatskasse.

Für den 14-jährigen König Richard II. (Woody Norman) und seinen Beraterstab natürlich kein Grund, die Geld fressenden, kriegerischen Aktivitäten mit Frankreich einzuschränken, sondern viel mehr der sowieso schon unter der hohen Steuerlast ächzenden Landbevölkerung zusätzliche Abgaben aufzubürden. Deren Eintreibung setzt Greengrass dann auch gleich eingangs emotional in Szene, hat mit dem skrupellosen Vorgehen der Staatsbediensteten im Dorf unsere Empörung sicher, wenn die auch vor legitimierten sexuellen Übergriffen nicht zurückschrecken. Damit jedoch ist für Ploughman endgültig eine Grenze überschritten, und sein blutiges Erschlagen eines Staatsdieners entzündet die Lunte am Pulverfass eines begründeten Aufstands, den in dieser Sequenz lediglich ein Einziger, mit deutlicher Botschaft an den König Entsandter, überlebt.

"The Uprising – Für die Freiheit" Szenenbild (Foto: Betina La Plante © 2026 Rage Exploitation Company Ltd. All Rights Reserved.)

Andrew Garfield in der Rolle des „Ploughman“
(Foto: Betina La Plante © 2026 Rage Exploitation Company Ltd. All Rights Reserved.)

Der fiktive Protagonist Ploughman veranschaulicht hier bestens reale Ereignisse, die so dutzendfach überliefert sind und in deren Folge sich der als Bauernaufstand bekannte Protest unter der Führung des Ex-Soldaten Wat Tyler (Cosmo Jarvis) rasch über das Land ausbreitet. Dritter im Bunde ist der charismatische, schon lange soziale Ungerechtigkeit anprangernde Prediger John Ball (Jamie Bell), mit dem zusammen sie die inzwischen zu einer entschlossenen Armee angewachsene Bauernschaft mit ihren Forderungen gen London zur Konfrontation mit dem König führen. Der ist nicht nur mit seiner Unerfahrenheit seinen intriganten Beratern – Assoziationen mit modernem Lobbyismus drängen sich geradezu auf – fast schutzlos ausgeliefert, sondern obendrein sind große Teile seines Heeres im Frankreichkrieg gebunden und stehen so nur verzögert zur Verteidigung zur Verfügung.

Ein Szenario, das uns Greengrass in mittelalterlich passendem Graubraun atmosphärisch schildert, gleichzeitig in eindrucksvollen Bildern die nahezu unbegrenzte Macht des Volkes propagiert und bei der Eroberung Londons doch auch die Problematik von Übersprungshandlungen der so lange Geknechteten nicht außen vor lässt. Dabei hält er sich nah an die wahren Tatsachen, die in Kenntnis des Ausgangs der Verhandlungen mit dem König die Spannung ja leider einzig auf den Umgang damit reduzieren.

Den allerdings gestaltet der Regisseur in seinem eigenen Drehbuch durchaus originell, geht hier zwar nicht immer historisch korrekt vor, gewinnt damit aber unterstützt von seinem durchweg mitreißend agierenden Ensemble ein attraktives Spannungsmoment hinzu. Neben seinen mit manchmal allzu wackeliger Handkamera eingefangenen Schlachtszenen macht dies sein Historiendrama zu einem kurzweiligen Vergnügen, das mit überraschendem Aktualitätsbezug trotz aller Ohnmacht am Ende sogar einen Hoffnungsschimmer erkennen lässt.

Trailer:

Bewertung: 7 von 10 Punkten

 

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