Home Film„Pressure“ – interessante Fakten zur D-Day-Planung als mitreißender, großartig inszenierter und gespielter Thriller

„Pressure“ – interessante Fakten zur D-Day-Planung als mitreißender, großartig inszenierter und gespielter Thriller

Autor: Tobi

"Pressure" Filmplakat (© StudioCanal)

Pressure

Darsteller: Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Damian Lewis
Regie: Anthony Maras
Dauer: 100 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.studiocanal.de/title/pressure-2025
Facebook: facebook.com/STUDIOCANAL.GERMANY und facebook.com/ARTHAUS
Instagram: instagram.com/studiocanal.de und instagram.com/arthaus.de
Kinostart: 17. September 2026


Das Fazit mal vorweggenommen: Mit „Pressure“ kommt einer der besten Filme des Jahres 2026 in unsere Kinos. Der australische Regisseur Anthony Maras legt hiermit seinen zweiten Langfilm nach „Hotel Mumbai“ (2018) vor, und wieder handelt es sich um ein packendes Drama, das sich hier sogar zu einem wahren Historienthriller entwickelt. Basierend auf dem 2014 uraufgeführten, gleichnamigen Theaterstück von David Haig, der mit Maras nun das Drehbuch schrieb, nimmt uns der Film mit ins England des Jahres 1944.

Fünf Jahre schon bringt der Zweite Weltkrieg Schrecken und Vernichtung, als im Juni 1944 unter dem Oberbefehl von US‑General Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser) die größte über das Wasser geführte Invasion der Geschichte bevorsteht, der soganannte D‑Day. Der Angriff der Alliierten auf Hitlers Truppen in der französischen Normandie ist bis ins kleinste Detail durchgeplant, nun müssen nur noch die passenden Wetterbedingungen bestätigt werden. Hierfür wird der britische Chefmeteorologe Captain James Stagg (Andrew Scott) in die Einsatzzentrale gerufen, wo er von den bereits vorhandenen Wetterexperten um Eisenhowers Vertrauten Irving Krick (Chris Messina) argwöhnisch aufgenommen wird.

Die Sache scheint klar. In drei Tagen am 5. Juni soll der Überraschungsangriff morgens erfolgen, und jede Verzögerung würde die Gefahr bergen, dass die Deutschen bei der so groß angelegten „Operation Overlord“ doch noch eine Ahnung erlangen und sich entsprechend zum Kampf positionieren und rüsten können, die Chancen auf einen Sieg der Alliierten wären somit minimiert. Als Stagg alle Wetterdaten auswertet, sieht er aber zwei Stürme über dem Atlantik und rät von der Einhaltung des Zeitplans ab. Nicht nur ein Konflikt mit dem basierend auf alten Vergleichsdaten eine andere Prognose liefernden Krick bricht los, auch Bernard Montgomery (Damian Lewis) als Oberbefehlshaber der britischen Bodentruppen macht Druck auf Stagg, und der wenig nahbare Eisenhower scheint auch eher den eigenen Leuten trauen zu wollen, obwohl ihm vorher geraten wurde, Stagg als absoluten Fachmann mit ins Boot zu holen.

Nur die Adjutantin Captain Kay Summersby (Kerry Condon) scheint Stagg wohlgesonnen, und sie kommt etwas besser an Eisenhower heran, dem immernoch das verheerende Resultat der Übung „Operation Tiger“ sechs Wochen zuvor nachhängt, die in fast 750 toten Amerikanern gipfelte. Stagg empfiehlt, den D-Day um einen Tag nach hinten zu schieben – aber wie wird sich Eisenhower entscheiden?

"Pressure" Szenenbild (© Alex Bailey / StudioCanal S.A.S.)

Andrew Scott als James Stagg, Kerry Condon als Kay Summersby und Brendan Fraser als General Dwight D. Eisenhower
(© Alex Bailey / StudioCanal S.A.S.)

Anthony Maras‘ „Pressure“ ist ein Meisterwerk. Mit genau dem richtigen Erzähltempo und sehr viel Fingerspitzengefühl für die Entwicklung seiner Figuren lässt er uns deren so unterschiedliche, interessante Charaktere kennenlernen. Hierbei ist James Stagg kein totaler Sympath, tritt er doch zunächst auch etwas zu selbstüberzeugt auf. Wir erleben aber dann auch seine Zweifel und die fast erdrückende Last der Schwere seiner Entscheidung, während er darunter leidet, dass es aus der geheimen Einsatzzentrale nicht wie geplant seine hochschwangere Frau zu Hause anrufen kann.

Eisenhower, Krick, Summersby – es gibt hier gleich mehrere sehr konträre ProtagonistInnen, und bei allen von ihnen kommt deutlich spürbar Nervosität auf, schließlich geht es darum, bei der Beendigung eines Weltkriegs einen entscheidenden Schritt zu gehen in einer riesig angelegten, hochsensiblen Operation. Die Besetzung um den wieder einmal überragend spielenden Andrew Scott ist toll, auch Brendan Fraser, Kerry Condon, Damian Lewis und Chris Messina spielen groß auf in einer toll inszenierten, auf eingestreute Kriegsszenen nicht verzichtenden Adaption des Bühnenstücks.

Der absolut sehenswerte „Pressure“ erzählt eine den meisten wohl unbekannte, aber wahre Geschichte im Vorfeld des D‑Days, was den Film umso interessanter und lehrreicher macht. Wie der D-Day dann letztendlich verlief, das wissen die meisten – und am Ende können wir lesen, dass Eisenhower 1961 in einem Gespräch mit John F. Kennedy auf dessen Frage nach dem Erfolgsgeheimnis der Operation festhielt, die Alliierten hätten die besseren Meteorologen gehabt als die Deutschen.

Trailer:

Bewertung: 10 von 10 Punkten

 

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