
The End of Oak Street
Darsteller: Anne Hathaway, Ewan McGregor, Maisy Stella, Christian Convery
Regie: David Robert Mitchell
Dauer: 100 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/end-oak-street
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Kinostart: 13. August 2026
An der Inszenierung übernatürlicher Geschichten scheint der Amerikaner David Robert Mitchell besonderen Gefallen gefunden zu haben und landete 2014 mit seinem Mysterythriller „It Follows“ einen erstaunlichen Überraschungshit. Doch schon sein ähnlich rätselhaft, dafür aber weniger geradlinig angelegter Film noir „Under the Silver Lake“ vier Jahre später, mit dem er an den Erfolg anzuknüpfen versuchte, hinterließ sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum mehr Fragezeichen als Begeisterung. Für die Umsetzung seines neuen Projekts „The End of Oak Street“ bekam er nun richtig Geld in die Hand und präsentiert uns eine ziemlich kryptische Mischung aus Mystery und Animal-Horror, zu der ihm die Idee nach eigener Aussage bei einem simplen Spaziergang in der Nachbarschaft kam.
Sehr autobiografisch versetzt er uns mit seiner Handlung sogleich in ein typisch amerikanisches Vorortszenario des Jahres 1982 irgendwo in Michigan, wo er ja einst selbst seine Jugend verbrachte. Im Fokus steht die vierköpfige Familie Platt, die eigentlich keinen Grund zum Klagen hat, sind die Teenie-Kinder Audrey (Maisy Stella) und Brian (Christian Convery) doch recht gerade gewachsen und schlagen sich allenfalls mit den üblichen Alltagsproblemen Pubertierender herum. Doch irgendwie haben sich die Eltern Denise (Anne Hathaway) und Greg (Ewan McGregor) mit der Zeit auseinandergelebt, und die im Raum stehende Trennung besorgt natürlich auch die Kids.
In feinster 80er-Jahre-Retro-Ausstattung ein runder, nostalgisch angehauchter Einstieg in eine Geschichte, die der Regisseur bald mit einem einzigen Einfall grandios eskalieren lässt. Denn durch merkwürdiges Leuchten macht sich ein kosmisches Phänomen bemerkbar, das das gesamte Viertel inklusive Bewohner über Nacht Millionen Jahre zurück in eine prähistorische Welt katapultiert. Einigermaßen hanebüchen mutet sie an, Mitchells Spaziergangs-Idee, die die Eheprobleme der Platts plötzlich zur Nebensache werden lässt, als wir zusammen mit der Familie ungläubig die ersten Dinosaurier durch die Vorgärten spazieren sehen.

(© Warner Bros. Pictures)
Kein Wunder, dass sich augenblicklich ein Jurassic-Park-Feeling einstellt, bringt hier doch die Animationsschmiede Industrial Light & Magic ihre Expertise ein um die Dinos naturrealistisch zum Leben zu erwecken, die ja auch schon für die bekannten Dino-Abenteuer verantwortlich zeichnete. Dementsprechend ansehnlich fällt die Integration der monströsen Tiere in die reale Vorortwelt auch aus, mit der es der Regisseur in alter Jurassic-Park-Manier bei weitem nicht bei Spaziergängen der Carnivoren belässt. Erste attraktiv zerlegte Opfer wie der unliebsame Nachbar sind zwar zu verschmerzen, die Bedrohung durch die imposanten Dinosaurier jedoch ist für unsere Familie Platt auf einmal allgegenwärtig.
Richtiges Mitleid mit den Protagonist:innen allerdings haben wir irgendwie nicht, so sehr sich das namhafte Duo Hathaway/McGregor auch ins Zeug legt. Nach immerhin bemühter Einführung in das Familienleben der Platts jedoch wirken die beiden auf ihrer jetzt anstehenden Flucht vor den Dinos fast unterfordert, so respektabel ihre Interaktion mit ihren weitgehend fiktiven Anspielpartnern auch sein mag. Mitchells stereotype Rahmenhandlung aber erweist sich als viel zu dünn, als dass sie die gewaltige Dino-Action tragen könnte, selbst wenn wir uns ganz unvoreingenommen auf sein übernatürliches Gedankenexperiment einlassen.
So aber werden wir den Eindruck nicht los, als würde das merkwürdige Plotkonstrukt allein dem Zweck dienen, den marodierenden Dinosauriern das Feld zu bereiten, die wir ja schon bestens aus der Jurassic-Park-Reihe kennen. Zwar sind die mal wieder liebevoll animiert, außer einigen wenigen netten Einfällen aber wirkt das Ganze insgesamt wie eine Zusammenstellung von Outtakes der erfolgreichen Dinoserie, Jurassic Park goes Kiez sozusagen. Das ist bei den rasanten Verfolgungsjagden ganz nett anzuschauen, in der Summe aber ein reichlich uninspirierter Aufguss, der allenfalls die Wartezeit bis zum nächsten, wie auch immer gearteten Teil des Franchises verkürzt.
Trailer:
Bewertung: 4 von 10 Punkten

