
The Invite
Darsteller: Olivia Wilde, Seth Rogan, Penélope Cruz, Edward Norton
Regie: Olivia Wilde
Dauer: 107 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: tobis.de/titel/the-invite
Facebook: facebook.com/TobisFilm
Instagram: instagram.com/tobisfilm
Kinostart: 30. Juli 2026
Mit „The Invite“ legt Olivia Wilde ihre dritte Langfilm-Regiearbeit nach der erfrischend witzigen Highschool-Komödie „Booksmart“ (2019) und dem optisch tollen, sich aber etwas im Anspruch verhebenden Thriller „Don’t Worry Darling“ (2022) vor. Wie bei Letzterem spielt sie auch wieder selbst mit, in einer der vier Hauptrollen – und mehr als diese gibt es dann auch kaum, handelt es sich beim Remake des spanischen „Sentimental“ von Cesc Gay aus 2020 doch um ein Kammerspiel, welches fast ausschließlich in einer Wohnung in San Francisco verortet ist.
In dieser leben Angela (Olivia Wilde) und Joe (Seth Rogen), deren Beziehung nach 15 Jahren Ehe etwas festgefahren scheint. Er war kurz mal zum Rockstar aufgestiegen und versucht inzwischen eher unmotiviert, am Musikkonservatorium Jazz zu lehren, trauert vor allem aber altem Erfolg ebenso hinterher wie Zeiten, in denen sein Rücken noch nicht so schmerzte. Sie schmeißt den Haushalt – und da die beiden schon lange keine Gäste mehr hatten, hat sie die noch recht neuen und bislang nur im Fahrstuhl oder am Briefkasten getroffenen Nachbarn aus der Wohnung über ihnen eingeladen. Für Joe, der am Feierabend nur seine Ruhe haben möchte, ist dies eine Hiobsbotschaft, vor allem auch, weil – apropos Ruhe – die lauten Sexgeräusche des Paares ihn schon mehrfach um den Schlaf brachten.
Wie sich bald herausstellen soll, sind die südländisch feurige Psychotherapeutin Piña (Penélope Cruz) und der zurückhaltend ruhige Ex-Feuerwehrmann Hawk (Edward Norton) aber wirklich sympathisch – und da er inzwischen als Masseur arbeitet, könnte er Joe doch sogar vielleicht den Schmerz lindern. Schnell kommen die vier ins Gespräch, wobei sich eine gewisse Anspannung aber nicht legt – vor allem, weil es Joe auf der Seele brennt, die lustvolle Lärmbelästigung anzusprechen. Als dann heraus kommt, dass Piña und Hawk nicht nur alleine oben stöhnen, sondern Gruppensextreffen veranstalten, werden die Gespräche noch weit interessanter und die auch mit Wein und einem Joint aufgelockerte Stimmung scheint Unerwartetes zu erlauben.

Olivia Wilde (Angela), Seth Rogen (Joe), Penélope Cruz (Pina) und Edward Norton (Hawk)
(© Tobis Film)
Mit „The Invite“ bietet Olivia Wilde ein stark besetztes und sehr unterhaltsames Kammerspiel. Das Drehbuch von Will McCormack und Rashida Jones fügt dem spanischen Original noch einige Punkte hinzu, weiß genauso zu überzeugen wie die Inszenierung, der auch mal Splitscreens aufbietende Schnitt und die tollen Bilder von Kameramann Adam Newport-Berra, der nicht nur die Wohnung hervorragend einfängt, sondern mit seinen Aufnahmen auch die anfängliche Distanz und immer mehr zu Nähe werdende Atmosphäre visualisiert.
Nachdem vor zwei Jahren das ebenfalls als Vier-Personen-Kammerspiel angelegte deutsche Remake „Der Vierer“ einer spanischen, schlüpfrig anmutenden Beziehungskomödie ärgerlich langweilte, konnte man etwas skeptisch sein, bei „The Invite“ geht die Rechnung aber bestens auf. Die Dialoge um den eigenen Status im Leben, Peinlichkeiten und Ärgernisse gehen schnell immer tiefer, und zu humorvollen Momenten mischen sich dann tiefgründige über Beziehungen und das Leben. Das Ganze wird getragen von einem spielfreudigen, sehr gute Chemie versprühenden Ensemble, das sehr gut zu gefallen weiß und den vier unterschiedlichen Charakteren schnell Esprit verleiht. So unterhält „The Invite“ durchgängig weit besser als vielleicht erwartet, verzichtet hierbei nicht auf Tiefgang.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

