Home Film„Der Wunderweltenbaum“ – fantasievolles Kinderabenteuer nach Enid Blytons Büchern

„Der Wunderweltenbaum“ – fantasievolles Kinderabenteuer nach Enid Blytons Büchern

Autor: Mick

"Der Wunderweltenbaum" Filmplakat (© LEONINE Studios)

Der Wunderweltenbaum

Darsteller: Billie Gadsdon, Andrew Garfield, Claire Foy, Nicola Coughlan
Regie: Ben Gregor
Dauer: 110 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website: www.leoninedistribution.com/filme/6967bcdff256f60215d4182d/der-wunderweltenbaum
Facebook: facebook.com/LEONINEStudios
Instagram: instagram.com/leoninestudios
Kinostart: 30. April 2026


Die britische Jugendbuchautorin Enid Blyton ist den meisten von uns vor allem durch ihre enorm erfolgreiche, auch in diversen Varianten verfilmte „Fünf-Freunde“-Reihe ein Begriff. Zumindest in Deutschland weniger bekannt ist ihre vierteilige Buchserie „Der Wunderweltenbaum“, die sich ihr Landsmann und TV-Serien-Regisseur Ben Gregor für seine gleichnamige Verfilmung vorgenommen hat, und die, immerhin schon zwischen 1939 und 1951 entstanden, er mit seinem fantasievollen Kinderfilm jetzt deutlich entstaubt.

Die Thematik jedenfalls hat an Aktualität nicht eingebüßt, wenn es das Ehepaar Tim (Andrew Garfield) und Polly (Claire Foy) mit ihren drei Kindern hauptsächlich aus finanziellen Gründen von der Stadt aufs Land zieht, wo sie ihr Glück mit dem Anbau von Tomaten finden wollen. Entschleunigung und die schöne Natur sind gegenüber den Kids schon an sich keine allzu zugkräftigen Argumente, der nahezu inexistente Mobilfunkempfang jedoch bringt die Begeisterung der Generation Handy erwartungsgemäß schnell Richtung Nullpunkt.

Während der Teenie Beth (Delilah Bennett-Cardy) und ihr jüngerer Bruder Joe (Phoenix Laroche) damit gar nicht klarkommen und voll auf Durchzug schalten, erkundet zumindest die schweigsame Fran (Billie Gadsdon) statt zu schmollen erstmal die Umgebung. Nicht weit von ihrem neuen Haus entfernt, das sich als schrottreife Scheune entpuppt, erreicht sie einen alten Baum, der sie mit seiner malerischen, ausladenden Krone sofort fasziniert. Und die Faszination kommt nicht von ungefähr, wie sich schnell zeigen soll, denn ehe sie sich versieht, wird eine Schaukel an langen Seilen zu ihr heruntergelassen, die sie geradezu zum Besteigen einlädt. Einmal in die Krone hochgezogen, tut sich da auch schon farbenfroh eine erste fantastische Welt auf, durch die sie die gutmütige Fee Seidenhaar (Nicola Coughlan) begeistert geleitet.

Wie schon der Titel des Films verspricht, soll das bei weitem nicht die einzige sein, die der riesige Baum bereithält, dessen Äste bis hoch in die Wolken reichen. Die stille Fran jedenfalls erweist sich nach ihrem überraschenden Initiationserlebnis ihren Geschwistern gegenüber plötzlich als überaus mitteilsam und nimmt die beiden Skeptiker zum Beweis das nächste Mal gleich mit zu ihrer sensationellen neuen Entdeckung, dem Wunderweltenbaum. Und schon tauchen wir mit ihnen ein in ein quietschbuntes, mit modernen Effekten liebevoll animiertes Universum, das Enid Blyton wohl ursprünglich als Ausflucht vor den traumatischen Belastungen des Zweiten Weltkriegs erdacht hat.

"Der Wunderweltenbaum" Szenenbild (© LEONINE Studios)

Die Familie Thompson ist überrascht, als sie zum ersten Mal ihr neues Zuhause sieht: Eine alte Scheune.
(© LEONINE Studios)

Doch auch in der neuen Version verfehlt das adaptierte Abenteuer seine Wirkung keineswegs, ist doch für die vorher wenig umgängliche Beth und Joe ihre Handyabstinenz bald komplett vergessen, wenn sie es von ihrem ersten, berauschenden Besuch im Baum an gar nicht erwarten können, das nächste Land zu entdecken, das sich ihnen jeden Tag neu nach Erklimmen der wundersamen Himmelsleiter öffnet. Kinderwünsche werden wahr, als sie nacheinander im Land der Süßigkeiten oder dem Land der Geburtstage landen und nicht nur dort immer mehr Märchenwesen begegnen, die sie wie Gefährten in dem für sie so unbekannten Reich an die Hand nehmen, ernst gemeinte Verhaltensratschläge inklusive um auch den Erziehungsauftrag nicht aus den Augen zu verlieren.

Besser könnte es auch für ihre Eltern nicht laufen, denen die Aufenthalte ihrer Kids in der Welt des magischen Baums bei der Renovierung der Scheune und dem Aufbau ihrer Tomatenplantage angenehm den Rücken freihalten, vom Auftauen der vor kurzem noch schweigsamen Fran mal ganz abgesehen. Doch auch ein Kinderfilm kommt nicht ganz ohne Dramatik aus, und so droht nach der Landung im Reich der bösen Madame Klaps, die ihnen alles andere als wohlgesinnt ist, ebenso in der realen Welt der Eltern bald der totale Ernteausfall.

Etwas antiquiert wirkt er schon noch, der Stoff aus dem vorigen Jahrhundert, den selbst wir Erwachsene als wenig spektakulär empfinden. Dem jedoch setzt Gregor seine genauso fantasievolle wie von zeitgemäßer Animation unterstützte Umsetzung entgegen, die dem angestaubten Abenteuer einen frischen Anstrich verleiht. Trotz überwiegend flacher Charaktere ergibt das allemal einen ideenreichen Kinderfilm, der angenehm entschleunigt in wunderbare, kunterbunte Traumwelten entführt.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

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