Home Film“Is This Thing On?” – Regisseur Bradley Cooper bietet eine nette Geschichte über therapeutische Stand-Up-Comedy

“Is This Thing On?” – Regisseur Bradley Cooper bietet eine nette Geschichte über therapeutische Stand-Up-Comedy

Autor: Tobi

"Is This Thing On?" Filmplakat (© Searchlight Pictures)

Is This Thing On?

Darsteller: Will Arnett, Laura Dern, Jordan Jensen, Bradley Cooper
Regie: Bradley Cooper
Dauer: 121 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Website: www.isthisthingonfilm.de
Facebook: facebook.com/20thCenturyStudiosDE
Instagram: instagram.com/20thcenturystudiosde
Kinostart: 19. März 2026


Nachdem der als Schauspieler aus Filmen wie der „Hangover“-Trilogie, „Silver Linings“ oder „American Sniper“ bestens bekannte Bradley Cooper 2018 mit seiner Neuauflage von „A Star Is Born“, in der er an der Seite von Lady Gaga eine Hauptrolle spielte, ein fulminantes, begeisterndes Regiedebüt vorlegte und mit „Maestro“ 2023 eine weitere vielbeachtete Inszenierung folgen ließ, in der er den Komponisten Leonard Bernstein verkörperte, beschert er mit „Is This Thing On?“ nun eine dritte Regiearbeit, die weit unspektakulärer daher kommt – und das nicht, weil er nur in einer Nebenrolle zu sehen ist.

Der Film stellt uns Alex (Will Arnett) und Tess Novak (Laura Dern) an einem Punkt vor, an dem ihre einst so gut funktionierende Ehe in eine Sackgasse geraten ist, so dass sie entschlossen haben, sich zu trennen – vor allem, weil Tess keine Zukunft mehr zusammen sieht. Durch ihre beiden Söhne Felix (Blake Kane) und Jude (Calvin Knegten), die mit der Mutter im gemeinsamen Haus bleiben, und einen gemeinsamen Freundeskreis gibt es noch genug Grund, sich hin und wieder zu sehen, kühl geht es nun aber zu zwischen ihnen, womit Tess auf den ersten Blick deutlich besser zurechtzukommen scheint als der nun allein in einer Wohnung hausende, orientierungslos wirkende Gatte.

Als Alex in New York herumziehend dann die 15 Dollar Eintritt zu einer Bar auf Grund zu wenig eingesteckten Geldes nicht zahlen kann, verschafft er sich Zutritt, indem er sich auf die Liste der Vortragenden des anstehenden Comedy-Open-Mic-Abends im Keller setzen lässt – denn diese haben freien Zugang. Später auf der Bühne weiß er dann zwar zunächst nicht, was er erzählen soll, berichtet den Fremden dann aber einfach aus seinem aktuellen Leben und erntet einige Lacher. Das Ganze gefällt ihm so, dass er nun regelmäßig hier auftritt und sogar Teil der Gemeinschaft so unterschiedlicher Stand-Up-Comedians wird, inkl. eines One-Night-Stands mit der ebenfalls am Mikro aktiven Jill (Jordan Jensen).

Tess erinnert sich unterdessen als ehemalige Volleyball-Nationalspielerin an ihre Liebe zu diesem Sport und geht auf das Angebot von Funktionär Laird (Peyton Manning) ein, das US-Damenteam als Assistenztrainerin mit für die Sommerspiele 2028 fit zu machen. Und nicht nur dies, sie geht auch mit Laird aus, was die beiden dann ausgerechnet in den Comedy-Keller führt, in dem der inzwischen schon nicht mehr unbekannte Alex – der von ihrer Anwesenheit nichts weiß – über seine Ehe und sein neuestes Sexerlebnis spricht. Dies führt zu Spannungen, aber auch zu einer unerwarteten Wieder-Annäherung, während das befreundete Paar Arnie (Bradley Cooper) und Christine (Andra Day) von Alex inspiriert anfängt, die eigene Ehe zu hinterfragen.

"Is This Thing On?" Szenenbild (© Searchlight Pictures)

(© Searchlight Pictures)

Das Drehbuch zu „Is This Thing On?“ schrieb Bradley Cooper gemeinsam mit seinem Hauptdarsteller Will Arnett und Mark Chappel inspiriert von der Geschichte des britischen Komikers John Bishop und dessen Stand-Up-Comedy-Karriere nach Trennung von seiner Frau im Jahr 2000. Von Manchester wurde das Ganze nun nach New York verlegt, was bei dessen florierender Comedy-Szene aber ja gut passt.

Arnett spielt Alex sehr anständig, der inmitten einer aufkommenden Midlife-Crisis und wachsenden Selbstzweifeln nun auch noch die Trennung von Tess verarbeiten muss, die er nie aufgehört hat zu lieben. Auch wenn er zunächst nur den Eintritt sparen wollte, auf der Bühne kann er über seine Gefühlslage sprechen und ihm wird zugehört, was therapeutische Wirkung hat.

Mit langsamem Erzähltempo führt uns Cooper durch die Geschichte und weiß im Vergleich zu den storytechnisch wie künstlerisch sehr interessanten „A Star Is Born“ und „Maestro“ nicht so richtig zu fesseln, auch weil die Comedy-Szenen einen kaum zum Schmunzeln bringen. Stark ist „Is This Thing On?“ dann eigentlich nur in den gemeinsamen Szenen von Tess (wieder gut: Lauran Dern) und Alex, und auch Bradley Cooper selbst sorgt in seiner Rolle als leicht zauseliger Buddy Arnie – zu dem die schicke Christine nicht wirklich zu passen scheint – für mehr Stimmung, leider aber nur selten zu sehen. Aus diesen beiden wird für die Länge des Films zu wenig gemacht, ebenso wie aus Ciarán Hinds und Christine Ebersole als Alex‘ Eltern.

Am Ende der Tragikomödie bleibt ein Plädoyer für nachhaltige Ehe als Lebensbund, den man nicht voreilig wegschmeißen sollte, und diese warm wohlig eingeimpfte Botschaft nimmt man gerne mit, hätte sich aber gerade für einen auch mit Bühnenmomenten gespickten Streifen doch noch mehr Unterhaltungswert gewünscht.

Trailer:

Bewertung: 6 von 10 Punkten

 

Related Articles