
Obsession – Du sollst mich lieben
Darsteller: Michael Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson, Megan Lawless
Regie: Curry Barker
Dauer: 109 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.upig.de/micro/obsession-du-sollst-mich-lieben
Facebook: facebook.com/UniversalPicturesDE und facebook.com/universalpictureshorror
Instagram: instagram.com/universalpicturesde und instagram.com/universalhorrorde
Kinostart: 25. Juni 2026
Obwohl der US-Amerikaner Curry Barker über den zusammen mit Cooper Tomlinson bespielten YouTube-Sketch-Comedy-Kanal „that’s a bad idea“ einige Bekanntheit erlangte, fand er für seinen ersten Spielfilm, den mit nur 800 Dollar realisierten Found-Footage-Horrorstreifen „Milk & Serial“, 2024 keinen Vertrieb. Als er diesen dann aber schlicht auf YouTube veröffentlichte ging er hiermit viral, so dass der nun 26-Jährige seinen zweiten Film „Obsession – Du sollst mich lieben“, für den er neben der Regie auch wieder das Drehbuch verantwortete, nun schon mit einem Budget von 750.000 US-Dollar realisieren konnte, mitproduziert von Blumhouse Productions und im Verleih von Focus Features bzw. Universal Pictures im Kino zu sehen. Und hier startet er bei uns mit viel Hype im Rücken, hat der in den USA Mitte Mai 2026 gestartete Schocker doch weltweit bereits mehr als 330 Millionen US-Dollar eingespielt und liegt sowohl bei Kritikern wie auch dem Publikum auf Rotten Tomatoes bei hervorragenden 94% positiven Bewertungen.
Als Baron „Bear“ Bailey (Michael Johnston) seine Katze Sandy zu Hause nach dem Verzehr eines herumliegenden Opioids tot auffindet, ist er natürlich erschüttert – eine tröstende Schulter zum Anlehnen hat er allerdings nicht, ist der zurückhaltende Mann doch flirttechnisch wenig talentiert und zudem ziemlich ausstrahlungsarm. Kein Wunder, dass er dann im Esoterik-Laden, in dem er ein Geschenk für seine Arbeitskollegin Nikki Freeman (Inde Navarrette) sucht, am wenige Dollar kostenden „One-Wish-Willow“ nicht vorbei gehen kann, anscheinend ein Gag-Artikel, mit dem man sich laut Verpackungstext einen Wunsch erfüllen kann. Als er noch gewarnt wird, ein Umtausch oder die Zurücknahme des Gewünschten seien ausgeschlossen, ist er zwar verwundert, es interessiert ihn aber wenig, denn warum sollte man so einen offensichtlichen Quatsch reklamieren?
Bear zerbricht den umgarnten Stab und wünscht sich, sein heimlicher Schwarm Nikki sei unsterblich in ihn verliebt. Fast schon peinlich kommt er sich hierbei vor, dass er für seinen Traum auch noch Geld in eine so blödsinnige Sache investiert hat, aber zu seinem kompletten Erstaunen und auch dem der ebenfalls im Musikgeschäft arbeitenden Freunde Ian (besagter Cooper Tomlinson) and Sarah (Megan Lawless) funktioniert der Zauber – Nikki ist plötzlich völlig verrückt nach Bear und im Handumdrehen seine Partnerin. Was kurzzeitig wie eine Erfüllung all seiner Träume wirkt entpuppt sich für Bear aber alsbald als böser Albtraum, als Nikki abnorme Verhaltensweisen offenbart und auch vor Brutalität nicht zurückschreckt.

Inde Navarrette als Nikki und Michael Johnston als Bear
(© 2026 Focus Features LLC)
Mit „Obsession – Du sollst mich lieben“ legt Curry Barker, der den Streifen auch selbst schnitt, ein überzeugendes Kinodebüt vor. Die Idee des nicht das erhoffte Ergebnis bringenden Wunsches ist keine neue, hier wird sie aber äußerst konsequent ins Negative verdreht und Nikki zeigt sich zwischen ihren nun übermäßigen, schon wieder nervigen Zuneigungen immer wieder fies bis ekelhaft, was für Bear sehr schnell zu einer unerträglichen Situation und wahrem Psychoterror wird. Nur weiß er nicht, was er machen soll – offenbart ihm doch die auf der Packung des „One-Wish-Willow“ genannte Hotline, dass nur sein Tod den Wunsch auslöschen würde. Na das sind ja tolle Aussichten.
Der vielleicht aus der MTV-Serie „Teen Wolf“, der 2016er-Komödie „Slash“ oder dem 2021er-Survival-Thriller „Danger Park – Tödliche Safari“ bekannte Michael Johnston spielt den Bear überzeugend, noch weit mehr zu bestechen aber weiß Inde Navarrette, die 2020 im Drama „Wander Darkly“ mal eine kleine Rolle bekleidete, nun aber in ihrem zweiten Langfilm die besessene, immer teuflischer austickende Nikki großartig spielt, wofür sie beim Seattle International Film Festival dann auch für die Beste Performance ausgezeichnet wurde.
Für Horrorfreunde ist der Juni 2026 eine guter Monat, kommt nach dem mit Kane Parsons ebenfalls von einem erst Online in Erscheinung getretenen, jungen Regisseur verantworteten Kassenschlager „Backrooms“ doch nun mit dem einige feine Twists aufbietenden, mal mental belastenden, stellenweise aber auch fies brutalen „Obsession – Du sollst mich lieben“ gleich der nächste packende Schocker auf unsere Leinwände. Und eines ist klar: Wenn man den Saal verlässt, würde man sicher keinen „One-Wish-Willow“ kaufen und einlösen. Statt dessen kann man schon gespannt sein, ob Barkers nächster, mit weit höherem Budget in Entstehung befindlicher Streifen „Anything but Ghosts“, in dem er neben dem erneut mitwirkenden Kumpel Cooper Tomlinson auch wieder selbst zu sehen sein wird, an den großen Erfolg anknüpfen kann.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

