
Supergirl
Darsteller: Milly Alcock, Eve Ridley, Matthias Schoenaerts, Jason Momoa
Regie: Craig Gillespie
Dauer: 107 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Website: www.warnerbros.de/de-de/filme/supergirl
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Kinostart: 15. Juni 2025
Es war ein begeisternder Kurzauftritt, den Supergirl letztes Jahr am Ende von Peter Gunns großartigem „Superman“ hinlegte und dem Protagonisten damit ganz zum Schluss noch ein wenig die Show stahl. Da kam im gelungenen Relaunch des DC-Comichelden plötzlich überraschend seine besoffene Cousine reingeschneit und eroberte mit ihrem verpeilt-rotzigen Auftreten unsere Herzen im Sturm. Die geradezu euphorische Reaktion der Öffentlichkeit darauf jedenfalls bestärkte die DC-Macher rund um Mastermind Peter Gunn darin, der erfolgreichen Neuausrichtung ihres Zugpferds als zweiten Film ihres in Konkurrenz zu Marvel installierten DC-Universe schnell das Abenteuer der unkonventionellen Superheldin folgen zu lassen. Dementsprechend präsentiert uns der Australier Craig Gillespie („I, Tonya“, „Dumb Money – Schnelles Geld“) jetzt mit „Supergirl“ seine Kinoversion der Powerfrau, die er hauptsächlich auf Tom Kings moderner Comicreihe „Supergirl: Woman of Tomorrow“ von 2021 aufbaut, obwohl erste Comicauftritte der Heldin schon aus dem Jahr 1959 datieren.
Seine Kara Zor-El (Milly Alcock) alias Supergirl ist dann auch trotz ihrer Kräfte auf den ersten Blick überaus menschlich, haust heimat- und perspektivlos zusammen mit Superhund Krypto – in „Superman“ ja eigentlich der heimliche Held – und gepflegtem Dauerkater in ihrem versifften Raumschiff und ist in diversen Kneipen des Universums Stammgast. Also begeht sie auch ihren 23. Geburtstag mit einem zünftigen Besäufnis, das aber jäh durch das Auftauchen der kleinen Ruthye (Eve Ridley) unterbrochen wird. Die hat gerade auf grausame Weise Eltern und Bruder verloren und sinnt nun auf Rache am blutrünstigen Verbrecher Krem (Matthias Schoenaerts), für die sie in der Pinte dringend Unterstützung sucht.
Ein Unternehmen, an dem die schon gut angeheiterte Kara nicht das geringste Interesse hat, die ungleichen Auseinandersetzungen des zwar couragierten aber wehrlosen Mädchens mit den zwielichtigen Alien-Kneipengästen zwingt sie dann aber doch zum Einschreiten. Eine erste Gelegenheit für Regisseur Gillespie uns Supergirl im vollen, actiongeladenen Einsatz zu zeigen, wenn sie Ruthye mit ihren Superkräften effektvoll aus der Patsche hilft und damit die Grundlage für den Plot des Streifens schafft. Die Verbindung der beiden Mädels ist hergestellt, für Karas Beteiligung an Ruthyes Rachefeldzug jedoch bedarf es noch eines weiteren skrupellosen Raubzuges der Brigands-Bande von Krem, der Krypto dabei mit einem Pfeil vergiftet und sich anschließend mit dem einzigen Heilungs-Serum aus dem Staub macht.

(© 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved)
Und los geht sie, die Jagd nach dem bösartigen Krem, die aus einer Zweckgemeinschaft schon bald fast Familie werden lässt und uns dabei ganz nebenbei auch ein sehr zerbrechliches Supergirl präsentiert. In einer emotionalen Rückblende erfahren wir, wie Kara durch die Strahlung auf ihrem Heimatplaneten Krypton nicht nur ihre Superkräfte erhielt, sondern deswegen kurz vor ihrer Verschickung zu ihrem Cousin auf die Erde noch den Tod ihrer Eltern mitansehen musste. Ein Trauma, das einiges an ihrem Verhalten erklärt, und das ihr auch Cousin Superman nicht nehmen konnte.
Gillespie baut sein Abenteuer als Buddy-Movie auf, lässt die unnahbare, hedonistische Einzelgängerin Kara in Gesellschaft von Ruthye erst einen Beschützerinstinkt entwickeln und dann Stück für Stück sogar ihre um sich herum aufgebaute Mauer einreißen. Dabei passt Milly Alcock wirklich perfekt in die Rolle der alles andere als vollkommenen Superheldin, die sie mit Punkrock-Attitüde und Scheißegal-Einstellung beim Einsatz ihrer Superkräfte bestens ausfüllt und damit ihrem Supergirl gleichzeitig Fragilität und unglaubliche Coolness verleiht.
Angesichts dieser fein angelegten, erfrischenden Figur fällt gar nicht weiter ins Gewicht, dass die Handlung des Films doch recht einfach gestrickt ist, zumal die immer wieder durch wohldosiert eingesetzte, teilweise atemberaubende Actionsequenzen mit großem Spaßfaktor aufgepeppt wird. Getragen aber wird der zweite DCU-Streifen eindeutig vom rotzfrechen Auftritt seiner Superheldin und ihrem Kampf mit sich selbst, der schwerer zu sein scheint als der mit ihrem von Matthias Schoenaerts kongenial verkörperten, fiesen Gegenspieler Krem. Und da Gillespie seinen Film dann mit der Beziehung zu Ruthye und dem niedlichen Sidekick Krypto noch mit einer guten Dosis Emotionalität abrundet, kann sich Marvel in Anbetracht einer neuen, unheimlich coolen Superheldin auf dem Spielfeld langsam warm anziehen.
Trailer:
Bewertung: 8 von 10 Punkten

