Home MusikAlbum-RezensionenBush bieten eine remasterte und erweiterte Edition ihres Comeback-Albums „The Sea Of Memories“

Bush bieten eine remasterte und erweiterte Edition ihres Comeback-Albums „The Sea Of Memories“

Autor: Tobi

Bush "The Sea Of Memories" (15th Anniversary Edition)

Bush

„The Sea Of Memories“ (15th Anniversary Edition)

(Album, earMUSIC, 2026)

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Auch wenn die 1991 gegründeten Bush mit ihren jüngsten Alben wie „The Art of Survival“ (2022) und „I Beat Loneliness“ (2025, lies unsere Rezension hier) sowie deren Singles keine markanten Erfolge mehr erzielen konnten, war die Formation um den als einziges Gründungsmitglied verbliebenen Frontmann und Rhythmusgitarristen Gavin Rossdale auch bei uns zuletzt wieder recht präsent, ob 2025 als Vorband von Volbeat oder auf den Hauptbühnen der riesigen, ausverkauften Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ 2026 – und auch wenn sie hier nachmittags angesetzt waren, live wissen die etwas älter gewordenen Jungs immer noch zu überzeugen.

Nun präsentieren die Briten eine 15th Anniversary Edition ihres dementsprechend aus dem Jahr 2011 stammenden fünften Albums „The Sea Of Memories“, als Doppel-CD oder Dreifach-Vinyl, beide limitiert. Mit dieser Scheibe feierten Bush damals ihr Comeback nach einer Trennung, die auf den 2001 veröffentlichten Longplayer „Golden State“ folgte, der nicht annähernd an die früheren Erfolge anknüpfen konnte, die sie mit ihrem sechsfach Platin-veredelten Debüt „Sixteen Stone“ (1994) und den Nachfolgern „Razorblade Suitcase“ (1996) sowie „The Science Of Things“ (1999) weltweit feiern konnten.

Bush (© Joseph Llanes)

Bush zur Zeit der Album-Entstehung (© Joseph Llanes)

Nach neuen Stehversuchen mit der Band Institute und auch solo, die ebenfalls nicht groß beachtet wurden, entschied sich Gavin Rossdale damals, Bush wiederzubeleben. An den Drums konnte er hierbei weiter auf den ebenfalls seit Beginn in der Band aktiven Robin Goodridge setzen. Mit Leadgitarrist Chris Traynor, der nach dem Ausstieg von Nigel Pulsford Mitten in der „Golden State“-Tour zu Bush gestoßen war und der auch bei Institute mit Rossdale gespielt hatte, war eine weitere Position an seiner Seite schnell besetzt, und Corey Britz stieß als Bassist neu dazu.

Am Ende glückte den Alternative Rockern mit „The Sea Of Memories“ ein mittelprächtiges Comeback, in puncto Verkaufszahlen (wo man in den USA immerhin in die Top 20 einstieg, während in der britischen Heimat sogar die Top 100 klar verfehlt wurden) ebenso wie in Bezug auf die Songs. Wo früher die erfolgreichen Anfänge im Grunge weltweite Hits wie „Everything Zen“, „Comedown“, „Glycerine“, „Machinehead“ oder „Swallowed“ brachten, sorgten Bush nun um einen Neuanfang bemüht für Musik, die sich insgesamt gut anhören ließ, aber kaum noch wirklich im Gedächtnis bzw. Ohr hängen blieb.

Am ehesten gelang dies noch mit der getragener daher kommenden, klanglich an frühere Tage anknüpfenden Single „The Sound Of Winter“, mit der sie dann tatsächlich auch auf Rang 1 der US Alternative Songs Charts stürmen konnten, und mit dem noch deutlich treibender angerichteten „The Afterlife“.

Ein Großteil der 50 Minuten aber wusste einen nicht in den Bann zu ziehen, ob nun das zwischendurch langweiliger dahinplätschernde „Baby Come Home“, der wenig ambitioniert wirkende Opener „The Mirror Of The Signs“, das grungig knarzende „All My Life“, das flottere „I Believe In You“ oder die abschließende Ballade „Be Still My Love“.

Keine Frage also, dass die „The Sea Of Memories“ 15th Anniversary Edition für große Bush-Fans gedacht ist, würden sich andere doch eher einer die alten Hits beinhaltenden Songsammlung wie „Loaded: The Greatest Hits 1994–2023“ bedienen, wenn sie Lust auf Songs der Band hätten.

Für aber genau diese eingefleischten Fans ist die neue Edition dann doch sicher reizvoll, da die originalen zwölf Stücke der Scheibe fierfür neu remastered wurden und zudem noch neun Bonustitel aus der damaligen Zeit zu finden sind.

Bushs Coverversion von Joy Divisions Klassiker „Love Will Tear Us Apart“ – damals auf einer japanischen Ausgabe des Albums und einer besonderen Pressung für Walmart zu finden – macht hier den Anfang und lässt sich nett anhören, wobei man streiten kann, ob es diese nun gebraucht hätte. Mit „The Year Of Danger“, „Ghost“ und „Lay Down Your Guns“ folgen drei mittelprächtige Tracks, die es nicht umsonst damals nur als Bonus auf Ausgaben in UK und bei Target schafften.

Gleiches gilt für „The Sound Of Winter“ im clubtauglichen Junior Sanchez Remix und „The Afterlife“ im Remix von Washroom & Bass Over Babylon mit zusätzlichem Gesang von Cecile, wobei diese mal ganz andere Version durchaus zu gefallen weiß. Auch „All Night Doctors“ in der hier mal sehr gerne genommenen, weil etwas anders und doch auch guten Original Version war damals auf der UK-Bonusdisc zu finden, und auch die restlichen beiden. Abgeschlossen werden die zusätzlichen Stücke aber dann zumindest von zwei besonderen, intimeren Aufnahmen, die sich gut anhören lassen, nämlich dem im Konzert mitgeschnittenen „Landslide (Live From The Bridge School Benefit)“ und „Float“ in einer Akustikversion nur mit Gitarre. Insgesamt werden somit 90 Minuten geboten, die für treue Anhänger durchaus reizvoll sein könnten, aber eben auch nur für diese.

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Bewertung: 6 von 10 Punkten

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