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D!e Gäng: D!e Gäng (CD, Oetinger Audio, 2017)

 

D!e Gäng veröffentlicht ein gleichnamiges Debütalbum, welches mal etwas Neues bringt. Die Ohrbooten sind nicht nur als eine der besten deutschen Livebands bekannt, sondern auch für ihre Spaß bereitenden, aber auch mit einigen wichtigen Botschaften versehenen Alben zwischen Reggae, Ragga und Hip Hop. Die Idee zum Projekt D!e Gäng entstand zu Hause bei Ohrbooten-Frontmann Ben Pavlidis, als dieser vor ein paar Jahren mit seiner kleinen Tochter Chaja kindgerechte Songs mit Reggae-Vibe beim sogenannten Spiel "Liedausdenken" erschuf. Zuerst nur für den Privatgebrauch gedacht, entstand dann auch durch die Nachfrage von befreundeten Kindern und deren Eltern die Idee, die Lieder auf CD zu bringen. Pavlidis: "Allerdings hatten wir zu diesem Zeitpunkt mit den Ohrbooten intern eine schwere Zeit, und das Thema Kindermusik rutschte dadurch erst mal in den Hintergrund. 2015 habe ich dann gemerkt, dass Chaja langsam alt genug ist, um die Songs selbst einzusingen. Ich dachte auch, wenn wir das nicht bald machen, kommt die Pubertät und Kindersongs sind voll uncool für sie. Also habe ich einfach mal angefangen zu produzieren."

Mit Langzeit-Kumpel Matze (Gitarrist der Ohrbooten) machte sich Ben an die Arbeit, und dann ergab es sich, dass die Ohrbooten als Gesamtheit mit am Start waren, denn auch Onkel (Schlagzeug) und Spange (Keyboard und Bass) hatten Bock auf das Projekt. Zusammen mit Chaja und einigen Mitschülern, aber auch den Gästen Johnny Strange (Culcha Candela), Robert Gwisdek (aka Käptn Peng), Sissi Perlinger und Bummelkasten (Rolltreppenmax) wurden 13 Songs auf 46 Minuten eingespielt. Dazu gibt es zwei Skits und als Bonustrack noch Chajas ersten eigenen Freestyle von 2011.

D!e Gäng beschert uns so verdammt coole Kindermusik - warum sollen die Kids nicht mal was anderes geboten bekommen als immer nur Rolf Zuckowski oder Volker Rosin, die junge Semester seit Ewigkeiten schon mit ihren durchaus zielgruppengerecht gelungenen Liedern erfreuen? Die fantasievollen Lieder aus dem Hause Pavlidis bereiten auch viel Spaß, ob ein Eisbär ein Iglu gebaut hat, sich Frosch Flori in eine Nacktschnecke verliebt, Gummibärchen abhauen ins Schlaraffenland oder der Weihnachtsmann im Sommer am Strand abchillt. Witzig sind auch das flottere "Bla, bla, bla" über viel zu lange quatschende Eltern, das gemütliche "Kugel Eis" mit seinem minimalistischen und doch appetitmachendem Text, oder "Klecker wingelt" mit fortwährenden Buchstabenverdrehern. Eltern besonders vertraut ist "Müde" über am Abend viel zu muntere Kinder, die dann viel zu spät ins Bett gehen und morgens nicht aus den Federn kommen. Musik aus dem Leben.

Da wird auch die Chance nicht vertan, eine politische Botschaft zu platzieren. "Robbyfee" tut dies auf hervorragende Art und Weise, wenn unbekannte und um Hilfe bittende Neuankömmlinge zuerst trotz genug Platz und Wohlstand aus Angst ausgegrenzt werden, dann aber letztendlich alle in Freude und Frieden zusammen leben und von den verschiedenen Kulturen profitieren. Hervorragend umgesetzt, auch musikalisch bestens passend! Und falls jetzt Eltern besorgt sind, ob hier auch wirklich durchgehend kindgerechte Texte verabreicht werden, lautet die Antwort "fast". Nur "Der falsche Vogel" handelt von einem Arsch, der meint, von einer Fee in einen Vogel verwandelt nun toll zu sein, wobei schöneres Äußeres aber leider sein Inneres nicht geändert hat. Kopfschüttelnde Eltern sollten dieses Song dann halt skippen oder die CD hier am Ende abbrechen, denn der Rest der CD ist für alle Kinder bestens tauglich und bereitet Freude.

Hier der Videoclip zu "Müde" mit Überraschungsgast Barnaby Metschurat:



www.diegaeng.de



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )