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The Script: Freedom Child (CD, Columbia, 2017)

 

Mit den 49 Minuten und 14 Songs ihres fünften Albums "Freedom Child" gehen The Script den zuletzt mit "No Sound Without Silence" (2014) eingeschlagenen Weg konsequent weiter und bieten moderne, eingängige Songs zwischen Pop und sanfterem Rock. In Großbritannien und ihrer irischen Heimat sind Danny O’Donoghue (Gesang, Klavier), Mark Sheehan (Gesang, Gitarre) und Glen Power (Schlagzeug, Gesang) definitiv Stars, hier verkauften sie die meisten der 29 Millionen Tonträger in der Vergangenheit, hatten vier Nummer-Eins-Alben in Irland und drei davon in UK, wo ihr drittes Album 2012 aber mit Platz 2 auch nur ganz knapp am Thron vorbei schrammte.

Seit Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debüts im Jahr 2008 haben sich die Jungs erstmals drei Jahre Zeit genommen, um einen neuen Longplayer einzuspielen, mit dem sie sich offensichtlich noch weit mehr den zeitgemäßen Sound zu eigen machen, ohne die eigenen Wurzeln zu verleugnen. Vom eher akustisch basierten und noch von mehr Folk geprägten Pop-Rock der Anfänge sind sie aber nun doch ein Stück weg, haben eine Entwicklung genommen, die mich sehr an Train erinnert, zu denen ich generell viele Parallelen sehe.

Das irische Trio bietet nach wie vor eingängige Melodien und gute Texte, die thematisch ein breites Feld abdecken - hier hat sich nichts geändert. Musikalisch aber wird sehr viel Abwechslung geboten, mit weit mehr elektronischen Klängen als früher. Der Opener "No Man Is An Island" ist ein gutes Beispiel, wie The Script sich produktionstechnisch verändert haben, mit mehr Effekten und Synthie-Flächen halt weit fetter im Sound aufgezogen, mit Reggae-Licks auch durchaus groovy, dazu gibt es einen hymnenhaften Refrain, während die sanft rockigen Elemente hinten an gestellt wurden. Das als Single erkorene "Rain" ist definitiv ein guter Ohrwurm, stilistisch erinnert die Nummer jedoch extrem an Ed Sheerans zuletzt zelebrierten Akustik-Groove-Stil.



Am meisten vom einstigen The-Script-Stil hört man bei Songs wie den gemütlichen Midtempo-Nummern "Written In The Scars" und "Arms Open", den flotter voran treibenden "Rock The World", "Freedom Child" und "Eden" oder der Ballade "Make Up". "Mad Love" kommt hingegen groovy mit HipHop-Anleihen daher, das durchaus gute "Deliverance" mit fetten Elektrosounds und treibenden Beats aus der Dose, "Divided States Of America" mit Sprechgesangspassagen, und "Wonders" nutzt den furchtbaren Autotune-Gesangseffekt und tanzbare Beats, gefolgt vom R&B-geprägten "Love Not Lovers". Nun ja, sicher werden nicht alle alten Fans diesen Weg mitgehen wollen, aber er spricht für Weitereintwicklung und bringt in jedem Fall viel Abwechslung, und irgendwie haben The Script es geschafft, dass die Scheibe trotzdem nicht wie ein experimenteller Bauchladen wirkt und viele gute Songs bereit hält.

www.thescriptmusic.com
www.facebook.com/thescript



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )