Am 7. Dezember 1941 wurden die in Pearl Harbor stationierten amerikanischen Soldaten in der Frühe von japanischen Kampfbombern überrascht und erlitten eine verheerende und schmerzvolle Niederlage. 2403 Männern ließen ihr Leben, 1178 wurden verwundet.
Der Film "Pearl Harbor" war als neuer Superstreifen 2001 angekündigt, konnte jedoch die Erwartungen nicht erfüllen. Zu wenig war er an der realen Geschichte festgemacht, zu wenig zeigte er den Schmerz der sterbenden Männer, zu viel stand Popcorn-Kino im Vordergrund anstatt einer Konfrontation mit dem Schrecken des Krieges. Technisch hatte die Produktion von Jerry Bruckheimer einige tolle Effekte, die die Kampfszenen interessant anschaubar machten, aber die Handlung wurde unter der Regie von Michael Bay nicht mit Highlights ausgestattet. Im Mittelpunkt stand eine Love Story: Die beiden Piloten Rafe McCawley (Ben Affleck) und Danny Walker (Josh Hartnett) sind zwei wilde Heißsporne, für die das Fliegen und die Freundschaft an oberster Stelle stehen. Der tollkühne und für seine gewagten Flugkunststücke bekannte Rafe meldet sich freiwillig zum Kriegseinsatz und fliegt für die Briten gegen die Deutschen. Seine neue, aber große Liebe Evelyn Stewart (Kate Beckinsale), eine Lazarettschwester, lässt er ebenso zurück wie seinen engen Freund, dem er vorgaukelt, dass der väterliche Vorgesetzen Jimmy Doolittle (Alec Baldwin) ihm den Befehl zum Einsatz gab. Rafes Flieger wird abgeschossen, er aber gerettet - dies weiß allerdings niemand, und so hält man ihn für tot. Danny und Evelyn trauern gemeinsam, nähern sich hierbei aber nach und nach auch aneinander an, bis sie sich ineinander verlieben. Beide werden sie nach Pearl Harbor versetzt, wo es ihnen gut geht und wo sie sich sicher fühlen, liegt doch im Hafen ein Großteil der amerikanischen Flotte, und eine Gefahr scheint unmöglich. Es kommt, wie es kommen muss - Rafe taucht auf und ist gar nicht begeistert über das, was er sieht. Hiermit nicht genug - die Japaner nutzen einen verschlafenen Morgen zum Überraschungsangriff. Nun geht es für Rafe, Danny und Evelyn nicht mehr nur um die Liebe, sondern um das Überleben...



Auf DVD gibt es den Film nun erstmals im unzensierten 177-minütigen Director's Cut mit 60 veränderten Szenen, in Deutsch oder Englisch, optional mit Untertiteln in beiden Sprachen.
Das Besondere an der Deluxe Edition sind die vielen Extras, die es nötig machten, drei DVDs an den Start zu bringen. Die erste CD enthält zusätzlich zum Film drei verschiedene Audio-Kommentare - von erstens Regisseur Michael Bay und Filmhistorikerin Jeanine Basinger, von zweitens Produzent Jerry Bruckheimer und den Schauspielern Ben Affleck, Alec Baldwin und Josh Hartnett oder aber von drittens Beteiligten wie Kameramann, Ausstatter, Kostümbildner, Art Director oder Komponist Hans Zimmer. DVD Nummer 2 zeigt ein detailliertes Produktionstagebuch zu den Dreharbeiten, eine umfangreiche geschichtliche Dokumentation zu den japanisch-amerikanischen Beziehungen, exklusives Filmmaterial als Super-8-Montage, einen dramatischen Zeitzeugenbericht einer auf Pearl Harbor stationierten Krankenschwester, die wahre Geschichte über den Bombenangriff auf Tokyo unter der Leitung von Pilot J. Doolittle und das Musikvideo des Tophits "There youŽll be" von Faith Hill. DVD 3 enthält eine Multi-Angle-Demonstration (Film, Set, Storyboard) und Multi-Audio-Demonstration (sieben verschiedene Audio-Einstellungen) der wichtigsten Action-Sequenzen, einen Blick auf die Special Effects, einen Bericht über die Vision vor dem Drehbuch und das ausschlaggebende Animatic, mit dem alles begann. Außerdem sieht man, wie sich die Hauptdarsteller im US-Army- Trainingslager auf den Film vorbereitet haben, zudem unveröffentlichte Fotos vom Dreh und die US-Marketingkampagne zum Kinostart.
Durch das Bonus-Material wird die DVD interessant, auch wenn einen der Film vielleicht nicht vom Hocker gehauen hat. Wer den Streifen allerdings geliebt hat, der ist bestens versorgt, vor allem durch die neuen Szenen - und wer "Pearl Harbor" im Kino verpasst hat, der hat nun die Möglichkeit, sich den Streifen bei Interesse doch noch anzuschauen und sich zugleich über viele Extras zu freuen.

(Tobi)