CTS-MUM
Papa Roach & (Hed) Pe & Farmer Boys, Berlin, Columbiahalle, 21.02.2001
 
Was ein Hit und jede Menge Hype ausmachen, das konnte man am Abend des 21. Februar in Berlin am Columbiadamm beobachten. Nebenan im kleinen Columbia Fritz spielten mit Uncle Ho und Blackmail durchaus anständige Formationen, und das auch noch gratis für eine Fernsehaufzeichnung, interessieren tat dies jedoch kaum jemanden. Die Columbiahalle war das angesagte Ziel, lange schon ausverkauft, denn Papa Roach hatten sich angesagt, die mit "Last Resort" einen dieser Hits gelandet hatten, den so gut wie jeder unter 40 Jahren gut findet. Okay, das dazugehörige Album "Infest" ist ebenfalls klasse, aber ohne all den Hype wären Papa Roach nicht dort, wo sie heute sind, im Kreis der Großen.

Eröffnet wurde der Abend von den Farmer Boys, die einige Monate zuvor im erwähnten Columbia Fritz eine recht bescheidene Performance als Support von Oopmh! hingelegt hatten. Nun präsentierten sie sich besser, nicht nur, weil sie die hässlichen weißen Plastikpalmen zuhause gelassen hatten, nein, auch der Sound knallte mehr, und Frontmann Matthias verlor auch nicht bei jeder Bewegung einen Ohrstöpsel wie damals. Mit ihrem Seichtmetal kamen sie beim Publikum gut an, "Here Comes The Pain" wurde gefeiert, und auch wenn die meisten wohl lieber den eigentlich angekündigten Xzibit gesehen hätten, so waren die Süddeutschen kein schlechter Ersatz für den kranken Rapper.

Es folgten (Hed) Pe, bei denen man den Eindruck hatte, dass die meisten Zuschauer sie vorher nicht unbedingt kannten, was aber ja nicht immer schlecht sein muss, gerade bei Bands mit guter Liveshow, und dazu gehören die Jungs in jedem Fall. Der wild umherhüpfende, maskierte DJ und die anderen freakigen Musiker überzeugten mit abwechslungsreichen Songs zwischen Crossover, Metal, Reggae und anderen Stilrichtungen, die sie prima auf die Bühne gebracht hatten. Das Publikum kam mehr und mehr in Laune, und als (Hed) Pe das Feld räumten, hatten sie sich viele Sympathien erspielt und waren alles andere als eine unbekannte Band.

Mit Papa Roach kam dann der Hauptact, auf den jeder wartete. Die vier Jungs boten allerdings nicht mehr als nötig. Die Lightshow war nichts Besonderes, die Show der Kalifornier ebenfalls nicht. Wie man so richtig Action macht, das hatten Goldfinger einen Tag zuvor im eher leeren SO 36 gezeigt, und hiermit konnten Papa Roach einfach nicht mithalten. Sie spielten die Songs ihres Erfolgsalbums "Infest", dazu einige ältere, eine Faith No More-Coverversion in 1:1-Adaption, das war es dann aber auch schon. Die Fans waren in super Stimmung, konnten jedes Stück im Chor mitsingen - also nicht nur das natürlich gefeierte "Last Resort" - mehr als eine solide Show gaben ihnen Papa Roach aber nicht zurück, brachten nach einer Stunde dann auch nicht mal mehr eine Zugabe - etwas enttäuschend. Beim Verlassen der Halle bemerkte ein Mädel richtig: "Das Konzert hatte kaum angefangen, da war es schon wieder vorbei!".

(Tobi)