DER WUNDERBARE GARTEN DER BELLA BROWN
Darsteller:  Jessica Brown Findlay, Tom Wilkinson, Jeremy Irvine, Andrew Scott
Regie:  Simon Aboud
Dauer:  100 Minuten
FSK:  freigegeben ohne Altersbeschränkung
Website:  www.bellabrown-derfilm.de
Facebook:  facebook.com/bellabrown.derfilm
 

"Der wunderbare Garten der Bella Brown" ist einer der Filme, aus denen man gespalten heraus kommt. Zum einen wird zwar eine nette, durchaus gut anschaubare Geschichte erzählt, zum anderen hat man das Gefühl, dass der Film nicht die Magie erzeugen konnte, die beabsichtigt war.

Bella (Jessica Brown Findlay) lebt in ihrer eigenen, leicht verschrobenen Welt. Zum einen steckt sie voller Phantasie und lässt diese durch diverseste Kleinigkeiten des Lebens beflügeln, und glaubt als Angestellte einer Bibliothek immer noch daran, Autorin von Kinderbüchern werden zu können. Zum anderen ist sie penibel ordnungsverliebt und in ihrem kleinen Haus muss sich alles an der richtigen Stelle befinden. Kein Wunder, dass der Wildwuchs in ihrem Garten ein Graus für sie ist, denn diesem Chaos ist sie nicht gewachsen. Nachdem ihr Nachbar Alfie Stephenson (Tom Wilkinson) sie beim Vermieter anschwärzt, setzt dieser ihr nun ein Ultimatum. Wenn sie aus dem Pflanzenchaos nicht innerhalb eines Monats einen gepflegten Garten macht, soll ihr der Mietvertrag gekündigt werden. Das Obstruse ist, dass der mürrische Nachbar ihr nun selbst zur Hilfe kommt, denn er besitzt eine große Leidenschaft für Gartenpflege und zudem hat sich sein Koch Vernon (Andrew Scott) auf die Seite von Bella geschlagen und kocht nur noch für Alfie, wenn er hilft. Und das, obwohl Bella ihr Herz an den überdrehten, chaotischen Erfinder Billy (Jeremy Irving) als Dauergast der Bücherei verloren hat...

Regisseur Simon Aboud versucht recht offensichtlich, den Zauber von "Die fabelhafte Welt der Amélie" neu zu entfachen, dies gelingt aber nicht. Auch wenn Jessica Brown Findlay und Tom Wilkinson stark spielen, die Handlung im kaum eine Rolle spielenden London vermag einen nicht in den Bann zu ziehen. Die Charaktere werden gut ausgearbeitet und sind durchaus auch interessant, und auch die Annäherung der Streithähne mitsamt sympathischen Lebensweisheiten des zuerst schroffen Nachbars ist nett anzuschauen, aber die Figur des Billy ist - vor allem mit der späteren Entwicklung - einigermaßen unglaubwürdig und irgendwie auch nicht gewinnbringend. Auch die durchaus anprechende Musik kann nicht mit dem großen französischen Vorbild mithalten, und so ist "Der wunderbare Garten der Bella Brown" nicht ganz so wunderbar wie erhofft.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)