BORN TO BE BLUE
Darsteller:  Ethan Hawke, Carmen Ejogo, Callum Keith Rennie, Tony Nappo
Regie:  Robert Budreau
Dauer:  97 Minuten
FSK:  freigegeben ab 12 Jahren
Website:  www.borntobeblue.de
Facebook:  facebook.com/borntobeblue.derfilm
 

Chet Baker kennen die Älteren unter uns als einen der besten Jazz-Trompeter - und die noch etwas Betagteren erinnern sich an eine Achterbahn-Karriere mit Eskapaden, Drogen, Suff. In einer Talfahrt dieser Karriere setzt "Born To Be Blue" von Regisseur Robert Budreau an.

Wir lernen Chet Baker (Ethan Hawke) Mitte der 60er-Jahre in einem Moment kennen, wo sein großer Erfolg als "King Of Cool" zwar schon länger zurück liegt, aber er ist immer noch angesagt und hat zudem jede Menge Liebschaften. Sein Leben wird gerade verfilmt, und so liegt es nahe, dass er sich als Hauptdarsteller eine der hübschen Schauspielerinnen des Films angeln möchte, auf seine üblich direkte Art und Weise. Jane Azuka (Carmen Ejogo) zögert zwar, seine nächste Liebschaft zu werden, lässt sich aber trotzdem auf ein Date ein. Nach dem gemeinsamen Bowling dann, wo sie seinem Charme dann doch verfällt, wird Chet brutal zusammen geschlagen. Als er im Krankenhaus langsam wieder auf die Beine kommt, wird klar, dass der Schaden an seinen Vorderzähnen kein Trompetenspiel mehr erlauben wird. Jane hält zu ihm, doch ein ruhiges Leben mit ihr reicht Chet nicht - er möchte wieder musizieren, auf die Bühne, zurück ins Rampenlicht. Hiernach ist er süchtig - nicht seine einzige Sucht, waren Alkohol und Heroin doch maßgeblich mit schuld an der aufziehenden Ebbe in seiner Karriere. Chet versucht, sich weiter mittels Methadon zu entgiften, braucht aber auch einen Job, denn er befindet sich auf Bewährung und muss ein Einkommen vorweisen. Unter Schmerzen schafft er es, wieder Trompete zu spielen, und fleht seinen langjährigen Unterstützer Dick Bock (Callum Keith Rennie), den Chef von Pacific Jazz Records, an, ihm noch eine Chance zu geben.

"Born To Be Blue" erzählt eine sehr interessante Geschichte, die zwar in einigen Punkten nicht komplett der Wahrheit zu entsprechen scheint, sich aber stark an ihr orientiert. Ethan Hawke spielt Chet Baker überragend, alleine seine Darstellung des mal aufschneiderischen, mal zerrissenen und fragilen Musikers ist es wert, ins Kino zu gehen. Auch Carmen Ejogo und Callum Keith Rennie spielen toll und überzeugend. Dass zudem natürlich tolle Jazzmusik zu hören ist, versteht sich von selbst. Robert Budreau hat den Film sehr stimmungsvoll inszeniert, die Atmosphäre packt einen genauso wie die Handlung. Schön also, dass der bereits im September 2015 in den US-Kinos laufende Streifen es doch noch in unsere Kinos geschafft hat.



Wertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi)