DER EFFEKT DES WASSERS
Darsteller:  Florence Loiret Caille, Samir Guesmi, Didda Jónsdóttir, Philippe Rebbot
Regie:  Sólveig Anspach
Dauer:  83 Minuten
FSK:  freigegeben ab 6 Jahren
Website:  www.arsenalfilm.de/der-effekt
 

Wo das französische Kino momentan durchaus schwächelt, kommt evtl. Hilfe aus Island. Die dort geborene Regisseurin Sólveig Anspach, die den größten Teil ihres viel zu kurzen Lebens in Frankreich verbrachte, stellte "Der Effekt des Wassers" kurz vor ihrem krebsbedingten Tod mit nur 54 Jahren im Jahr 2015 noch fertig, der Film ist also auch ein bisschen ihr Vermächtnis - auch weil er die Brücke zwischen Frankreich und Island schlägt.

Samir (Samir Guesmi) lebt als netter, zurückhaltender Kranfahrer in einer Vorstadt von Paris. Als er Agathe (Florence Loiret Caille) begegnet, verknallt er sich sofort in sie - ohne sie wirklich schon kennen gelernt zu haben. Um das zu ändern, will er ihre Nähe suchen. Nachdem er heraus findet, dass Agathe als Schwimmlehrerin arbeitet, besucht er das Schwimmbad und meldet sich zu einem Anfängerkurs an, obwohl er Seepferdchen und Co. lange schon hinter sich gelassen hat. Zuerst bekommt er eine andere Lehrerin zugewiesen, aber durch kleine Manipulation des Lehrplans gelangt er doch noch zu Agathe, und auch wenn der Schwimmbad-Meister Reboute (Philippe Rebbot) Agathe ebenfalls begehrt, macht Samir das Rennen und auf dem Sprungturm kommt es - spät abends - zum ersehnten Kuss. Die neu gewonnene Romantik wird aber direkt gestört, als ein (weiterer) nächtlicher Besucher betrunken in den Pool stürzt. Samir fackelt nicht lange und wird zum Retter - wodurch seine Nichtschwimmer-Lüge allerdings auffliegt. Agathe ist sauer und beendet die Liebelei, bevor sie überhaupt begonnen hat. Samir allerdings will sich hiermit noch nicht abfinden und will das Gespräch suchen - was sich schwierig gestaltet, ist Agathe doch gerade nach Island zu einem internationalen Bademeisterkongress geflogen. So macht sich also auch Samir auf dem Weg...

"Der Effekt des Wassers" kommt ruhig und erzählerisch daher, verzichtet zum Glück auf dümmlichen Slapstick und konzentriert sich ganz auf die verschiedenen, gut gespielten Charaktere und die sympathische Liebesgeschichte. Dass durch den Bademeisterkongress sogar noch eine kleine politische Note mit eingebracht wird, ist geschickt. Trotz allem aber gibt die Handlung nicht übermäßig viel her, so dass selbst die heutzutage verhältnismäßig kurzen 83 Minuten ihr Längen haben, hier und dort.



Wertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi)