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Nach ihrem Debütalbum "...And Everything Reminds Me" aus dem Jahr 2003 ließen sich Delaware erstaunlich viel Zeit, bevor es nun endlich einen zweiten Longplayer gibt. "Lost In The Beauty Of Innocence" heißt das gute Stück und weiß voll und ganz zu überzeugen. Die zwölf neuen Songs besitzen tolle Melodien, sind rockig und getragen zugleich, oftmals von melancholischer Schönheit geprägt. Abwechslungsreich kommen sie mit guten Strukturen und Ideen daher, der gute Gesang von Richard Holmsen wird stellenweise verschiedenen Effekten unterzogen, die Rhythmen bieten von balladesker langsamkeit bis zu flotten Beats viel. Die Gitarren sind mal akustisch, mal erklingen treibende Riffs, mal bestechen sie durch tolle Melodielinien. Ein einfach schönes, oft ruhiges Rockalbum, welches automatisch Parallelen zu Coldplay oder Keane mit sich bringt, ohne dass Delaware vorgeworfen werden kann, diese zu kopieren. Die Norweger sind auch noch nicht bei der Überklasse der genannten Bands angekommen, aber auf dem besten Weg dorthin.

 

Wir führten ein Interview mit Delaware:

MUM: Wie hilfreich ist es für Eure Art von Musik, aus dem Norden zu kommen. Könntet Ihr die gleiche Musik machen, wenn Ihr aus Italien kommen würdet?

D: Hey – also ... so lange wir gute Musik machen und auf das vertrauen, was wir machen, glaube ich, kann eine Band von irgendeinem Ort der Welt sein und trotzdem Erfolg haben!

MUM: Bereits Euer erstes Album ist den Musikreportern in Deutschland sehr positiv aufgefallen - woran denkt Ihr, lag es, dass Ihr doch nicht so die Aufmerksamkeit ernten konntet, wie nach den Rezensionen zu rechnen war?

D: Schlechte Vermarktung, falscher Ort zur falschen Zeit, es gab viele Gründe…. Wir konnten nicht so oft live spielen, wie wir wollten. Es war pures Pech

MUM: Wie würdet Ihr den Stil Eurer Musik selbst beschreiben?

D: Nun – vielleicht Indy-rock mit Popelementen? "Emo"-Rock wurde in der Presse auch schon mehrere Male geäussert.

MUM: Wie sehen Eure Pläne für die kommenden Monate aus?

D: Wir möchten so viele Konzerte geben wie möglich. Wir werden zudem unsere neues Video zum Song "The Fourteenth" promoten und neue Songs schreiben. Zudem bereiten wir gerade eine europäische Tour vor, die im Mai startet und spielen dabei auf möglichst vielen Festivals.

MUM: Wie fing das denn damals mit der Band an – und wir habt Ihr Euch zusammengefunden?

D: Wir sind nur 4 Freunde mit derselben Leidenschaft für Musik. Als wir uns vor Millionen von Jahren zusammengefunden haben, wollten wir nur zusammen spielen, um etwas in unserer Freizeit zu tun zu haben. Die Musikszene in Drammen ist nicht so groß, dass es schwer wäre einige Leute zu finden und mit ihnen eine Band zu gründen. Einige von uns kannten sich vor der Formierung der Band – der Rest fand sich im Laufe der Zeit. Wir hatten Glück und fanden von Anfang an die richtige Chemie.

MUM: Habt Ihr eine musikalische Ausbildung gemacht?

D: Nicht wirklich, oder – warte eine Minute… Morty unser Bassist hat ein hartes Jahr Basslehre hinter sich. Und er kann auf dem Bass wirklich richtig gut losknallen!

MUM: Was sind Eure hauptsächlichen musikalischen Einflussgrössen und welche Musik bzw. welche Bands mögt Ihr?

D: Alles von U2 bis Cure. In der Band hören wir eigentlich nahezu die gleiche Musik – hier sind einige Bands, die wir gut finden: Muse, Depeche Mode, Deathcab for cutie, Puressence, U2, Zeromancer, Slut und so weiter...

MUM: Welche Entwicklung hat sich zwischen Eurem 1. und 2. Album vollzogen?

D: Wir wollten, dass das neue Album mehr so klingt, als wenn wir live spielen würden. Wir machten die Gitarren lauter und versuchten den Sound ein wenig rockiger zu machen. Ich glaube wir haben mehr Möglichkeiten gehabt und auch wahrgenommen.


MUM: Welche Erwartungen hat die Band an das neue Album…? (Die Rezensionen sind eigentlich durchweg gut – sehr gut…!)

D: Ja, die Rezensionen waren unglaublich gut. Wir wollen die Band insgesamt bekannter machen. Unsere Musik live rüberbringen und hoffentlich den Break-even erreichen um schlußendlich auch ein paar Cent zu verdienen…

MUM: Habt Ihr eigentlich schon ein Video für einen der Songs auf dem Album aufgenommen? Wenn ja – wie war diese Erfahrung für Euch und wovon handelt das Video?

D: Ja. Wir haben wir schon erwähnt ein Video zum Song "The Fourteenth" gemacht.Yes. Es handelt von einem Jungen der die Wahl zwischen Selbstmord oder einem neuen anderen Weg aus seinem Problem hat. Das Video wurde in England auf dem Dach einer alten Brauerei gedreht. Es ist echt klasse geworden und diejenigen Leser, die es sehen wollen, können es in Kürze auf unserer Webseite unter www.delawaremuzic.com anschauen.

MUM: Wie kommt es eigentlich, dass Ihr einen Vertrag mit einem deutschen Label habt?

D: Das ist wirklich eine lange Geschichte – ich erzähl Dir die kurze Fassung bzw. ich versuche es. Im Jahr haben wir eine selbstfinanzierte EP aufgenommen und wollten die Songs live promoten. Wir haben einige Auftritte in Norwegen gehabt – allerdings nie die erhoffte Aufmerksamkeit der Plattenfirmen erhalten. Unser Lichttechniker ist vor einiger Zeit mit "Madrugada" durch Europa getourt und hat dabei unsere EP an verschiedene Kontakte wie z.B Veranstalter verteilt. Wir haben uns dann entschlossen, mit einem der Kontakte – einem Tourmanager in Deutschland – für eine kurze Tour zu arbeiten. Wir haben dann unser Equipment zusammengepackt und sind dann für 5 Aufträge nach Deutschland gekommen. In Hamburg haben wir von der lokalen Musikbranche eine Menge Beachtung geschenkt bekommen und sie haben uns für einige Shows einige Wochen später eingeladen. Bei einer Show waren auch Leute von Sony Music zugegen – sie waren daran interessiert, auf der Stelle einen Vertrag mit uns abzuschließen. Wir waren die glücklichsten Jungs auf der Erde. Während der Arbeit für unser erstes Album in Deutschland kamen wir dann mit so vielen Leuten zusammen. Einige brachten uns dann mit Strange Ways, unserem gegenwärtigen und hervorragendem Label in Kontakt.. Und dort wurden wir dann für unser zweites Album unter Vertrag genommen…

MUM: Seht Ihr es als Fortschritt für Euch und Eure Entwicklung an, bei einem kleineren Label gelandet zu sein?

D: Es war das Beste, was uns passieren konnte. Ich denke, dass unser Musikstil besser zum Musikprofil von Strange Ways als zu Sonys Musikprofil passt. Es ist wesentlich einfacher, die unterschiedlichen Angelegenheiten bezüglich der künstlerischen Aspekte einer Aufnahme zu kommunizieren und diskutieren. Wir hatten mehr Freiraum musikalisch zu machen was wir wollten – und die Leute, die für ein kleineres Label arbeiten, erscheinen uns hingebungsvoller und interessierter an der musikalischen / künstlerischen Seite des Geschäfts.

MUM: Wie sehen denn Eure Landsleute Eure Musik / Euer neues Album?

D: Die Besprechungen sind nicht wirklich unterschiedlich zu den deutschen Besprechungen. Sie mögen die Tatsache, dass wir nicht mehr so "poliert" wie auf unserem ersten Album klingen. Sie denken, dass es abwechslungsreicher und interessanter klingt. Allerdings kamen natürlich auch einige schlechte Besprechungen auf - wir haben das Gefühl, dass es viele mögen und einige nicht. Schwarz / Weiß halt oder volle Punktzahl / keine Punkte. Insgesamt waren die Besprechungen allerdings wirklich prächtig.

MUM: Wann werdet Ihr durch Europa und Deutschland touren?

D: Ja darauf freuen wir uns wirklich – die Tour wird im Mai sein. Wir wissen noch nicht ganz genau, wie viele Auftritte es sein werden. hoffentlich wird es eine grandiose Tour durch ganz Europa!

MUM: Interview von Kai, Intro von Tobi
D: Joffe von Delaware

Mehr über Delaware gibt es auf ihrer Website.