CTS-MUM
16 VOLT (02/99)


Das vierte Album von 16 Volt, "Supercoolnothing", ist mal eine echt wuchtige Geschichte. Die drei Band Mitglieder, Eric Powell (Gesang und Gitare), Mike Peoples (Gitare und Bass) und Krayge Tyler (Gitare), haben mit Hilfe der Produzenten Bill Kennedy und Joseph Bishara, die man schon von Marilyn Manson, Alice Cooper, Danzig und Down kennt, wieder beste Arbeit geleistet. 16 Volt kommen aus der Elektro- und Industrialecke der 80er Jahre. Die drei Amerikaner aus Los Angeles haben einen recht harten, aber teilweise auch melodischen Sound. Die Texte der drei haben es ebenfalls in sich. So rechnen sie im Song "The Enemy" mit den Geschäftspraktiken einiger Recordlabels ab und machen sich in "Everyday Erverything" Gedanken über Mißbrauch und Mißstände. Die in Deutschland noch nicht so bekannte Band kletterte im amerikanischen Rolling Stone Magazine mit ihrem zweiten Album "Skin" auf Platz 2 der Alternative Charts. Das neue Album, "Supercoolnothing", ist nicht gerade für jedermann, aber für Liebhaber von harten Gitarrenriffs und wuchtigen Sounds, auf jeden Fall einen Kauf wert.

MUM: Hallo 16 Volt! Erstmal ein Kompliment zur neuen Platte.

MP: Ja vielen Dank.

MUM: Wie lange kennt Ihr drei Euch denn schon?

MP: Wir kannten uns schon, da waren wir noch in anderen Bands. Krayge spielte bei "Chemlab", ich spielte in einer Band namens "Skrew" und Eric ist schon seit der Gründung in der Band.

MUM: Wie lange macht Ihr schon zusammen Musik?

MP: Eric gründete die Band vor neun Jahren und brachte drei Platten bei dem "Cargo Reconstriction"-Label heraus. "Supercoolnothing" ist also das vierte Album. 16 Volt ist eine reine Tourband und das ist der Grund warum wir zusammen sind. Wir mögen es so. 'Okay, wir haben zweimal zusammen geprobt, packen unser Zeug und verlassen die Stadt um morgen in Chicago zu sein, und wir sind nicht sicher wann die Tour zuende ist.' Ich kann mir vorstellen, daß es für die meisten Leute hart ist, einfach in einen Van voller Leute zu steigen, die man gar nicht kennt, und alles hinter sich zu lassen. Aber für uns ist das normal. Ich kam vor drei Jahren in die Band, als ich in Texas lebte, und Krayge wohnte in New York, als er vor anderthalb Jahren in die Band kam.

MUM: Warum heißt Euer neues Album "Supercoolnothing"?

MP: "Supercoolnothing" kam zu einer Zeit, als alles uns gegenüber ziemlich unfair schien. Wir zogen gerade nach Los Angeles, und wir verhandelten über einen neuen Plattenvertrag. Dieser Einfluß, und weil wir in LA waren, der Heimat der Plattenindustrie, hinterließ einen schlechten Nachgeschmack in unserem Mund. Das veranlaßte uns dazu, den Song "The Enemy" zu schreiben und den Sachen ihren Lauf zu lassen. Ich denke, die Platte reflektiert einiges von dem Ärger und der Frustration, die wir in dieser Zeit hatten.

MUM: Wie lange hat die Produktion der neuen Platte gedauert?

MP: Die eigentliche Produktion dauerte sechs Monate, aber das Schreiben der Songs dauerte über ein Jahr. Wir waren sehr glücklich, als wir endlich alles unter einem Hut hatten. Es wurde auch Zeit, denn das letzte 16 Volt-Album kam vor zwei Jahren heraus.

MUM: Wer schreibt die Texte?

MP: Den Hauptteil der Texte schreibt Eric, mit etwas Hilfe von Krayge und mir. Das Schreiben an "Supercoolnothing" war eine Zusammenarbeit zwischen uns dreien. Wir haben angefangen, in dem wir irgendwelche Riffs oder andere Dinge, die uns gut erschienen, benutzt haben. Eric und ich haben eine Menge Zeit mit der Basis der Songs verbracht, danach haben sich die Songs zu einem Album entwickelt.

MUM: Wie war die zusammenarbeit mit Bill Kennedy und Joseph Bishara?

MP: Die Arbeit mit Bill und Joe war echt gut für uns. Beide hatten einen guten Einfluß auf das Album. Beide haben ihr Gebiet oder ihre Bereiche, wo sie versuchen, das Beste zu machen. Joe verbrachte vorab viel Zeit mit uns bezüglich der Feinabstimmung und hat eine Menge Dinge bei der Aufnahme der Platte hinzugefügt. Wir haben Bill im Studio zugesehen und von ihm gelernt, wie er Dinge aufgeblasen hat, um den Sound, den wir haben wollten, zu erreichen. An einem bestimmten Punkt müssen Gäste im Studio uns für verrückt erklärt haben, da wir fünf Gitarrenverstärker gleichzeitig aufgedreht haben, so daß das gesamte Gebäude wackelte und die alten goldenen Dwight Yoakum-Platten fast von der Wand fielen.

MUM: Habt Ihr ein Vorbild für Eure Musik?

MP: Ich denke nicht, daß wir ein Vorbild für unsere Musik haben. Natürlich beeinflussen Bands andere Bands, aber wenn Leute zu mir kommen und mich mit jemandem vergleichen, verstehe ich es meistens nicht.

MUM: Mit welchem Musiker würdet Ihr gerne Musik machen?

MP: Unser Drummer John "Servo" Desalvo kam auch von New York hierhin, und jetzt sind wir fertig zum Spielen.

MUM: Welche Musik hört ihr privat?

MP: Wir sind alle Fans von Prodigy, Deftones etc.

MUM: Was habt ihr für Hobbies?

MP: Eric und Krayge sind Surf-Fanatiker, und mein Hobby sind Serienmörder.

MP = Mike Peoples

(Joly)