CTS-MUM
SNOWY WHITE & THE WHITE FLAMES (05/99)


Der Gitarrist Snowy White machte sich erstmals Mitte der 70er Jahre einen Namen, als er eng mit Pink Floyd bei Alben und Liveauftritten zusammenarbeitete, und auch bei Soloprojekten der Pink Floyd-Musiker war er oft dabei, u.a. auch bei Roger Waters groß aufgemachtem "The Wall"-Spektakel 1990 in Berlin vor 400.000 Zuschauern. Doch nicht nur Pink Floyd sind eng mit Snowy verbunden, auch Thin Lizzy griffen oft auf seine Künste zurück, bis sie ihn Ende der 70er dann als gleichwertiges Bandmitglied aufnahmen, und fortan schrieb er auch einige Songs. Mitte der 80er Jahre dann konzentrierte sich Snowy als Gitarrist und Sänger dann auf eine Solokarriere, und mit "Bird Of Paradise" hatte er auch einen kleinen Hit. In den 90ern formierte er zusammen mit Bassist Walter Latupeirissa und Drummer Juan van Emmerloot seine eigene Band The White Flames. Mit "Keep Out - We Are Toxic" veröffentlichten die Jungs kürzlich ein Album, das im Vergleich zum starken Vorgänger "Little Wing" den Bluesanteil im Rock etwas reduziert, dafür die Pink Floyd-Roots mehr durchscheinen läßt. Hierüber und über viel mehr führte ich mit Snowy ein Interview.

MUM: Das neue Album heißt "Keep Out - We Are Toxic". Seid Ihr giftig?

SW: Wir alle sind irgendann irgendwie giftig, in der Art und Weise, wie wir mit unserer Umgebung umgehen.

MUM: Würdest Du Eure Musik auch als bluesigen Rock bezeichnen, wie ich das in meiner Rezension getan habe?

SW: Ja, aber sie ist noch mehr als dies, glaube ich jedenfalls.

MUM: Welche Erfolge konntest Du im Laufe Deiner Karriere feiern?

SW: Einige Jahre waren gut, andere waren schlecht, aber ich bin immernoch hier und spiele meine eigene Musik, ich denke, das ist irgendwie schon ein Erfolg.

MUM: Was willst Du mit Deiner Musik und den Texten ausdrücken?

SW: Das, was ich immer gerade fühle oder denke, wenn ich Songs schreibe, spiele oder aufnehme.

MUM: Wo siehst Du musikalische Unterschiede des neuen Albums zum letzten?

SW: Wir nehmen einfach auf, wie wir uns gerade fühlen. Ich denke, da gibt es keine wohlüberlegten Veränderungen, sondern lediglich normale Weiterentwicklung.

MUM: Du hast mal für Pink Floyd gespielt. Wie kam es dazu, und warum tust Du es heute nicht mehr?

SW: Sie haben mich damals einfach angerufen. Heute aber will ich mich lieber auf meine eigene Musik konzentrieren.

MUM: Spielst Du überhaupt keine Gitarre mehr für andere Bands im Studio?

SW: Nein, mache ich nicht mehr.

MUM: Ich finde, daß Dein Gitarrenspiel auf dem neuen Album etwas mehr nach Pink Floyd klingt, als es dies auf dem letzten tat. Siehst Du das auch so?

SW: Nein.

MUM: Was hörst Du zuhause so für Bands?

SW: Alten Blues aus Chicago, frühen Peter Green und Santana höre ich gerne.

MUM: Mit welcher Band würdet Ihr gerne mal touren?

SW: Mit jeder, die dafür sorgen würde, daß wir vor gutem Publikum spielen können.

MUM: Wie, meinst Du, sieht der typische Snowy White-Fan aus?

SW: Ein Kopf, zwei Arme, zwei Beine.

MUM: Was hältst Du vom Internet?

SW: Was spielen die denn für Musik?

MUM: Meine ewig letzte Frage: welche Frage wolltest Du schon immer mal gestellt bekommen, und wie lautet die Antwort?

SW: Die Frage wäre: "Wie fühlt man sich mit einem Nummer 1-Album in den USA?", die Antwort: "Großartig!".

MUM = Mucke & Mehr
SW = Snowy White

(Tobi)